BERGEN. Stadtumbau, Verschuldung, Straßenausbaubeiträge oder Stadtschreiber – CELLEHEUTE hat die beiden Bergener Bürgermeisterkandidaten zu ihren Ansichten befragt. In den kommenden Tagen steht täglich ein Thema im Fokus, zu dem Frank Juchert (CDU) und Claudia Dettmar-Müller (parteilos) ihre Meinung und Pläne erläutern.

1. Stadtumbau

2. Verschuldung

3. Militär

4. Wirtschaftsförderung

5. Straßenausbaubeiträge

6. Image- und Kulturprojekte

Stadt des Friedens und der Internationalität – unter diesem Slogan arbeitet die Stadt Bergen an ihrem Image. Auf Ebene von Verwaltung und Politik gibt es etliche Aktivitäten zur Zusammenarbeit mit anderen Nationen, zum Beispiel die Stadtschreiber. Sind die Bürger daran ausreichend beteiligt?

Claudia Dettmar-Müller: Natürlich stecke ich durch meine Ratsarbeit in den Themen drin und bin informiert über die Arbeit der Stadt Bergen. Tatsächlich gibt es aber immer wieder Bürger, die beispielsweise sagen: „Ach was, wir haben einen Stadtschreiber, was ist denn das?“ Wahrscheinlich kann man immer mehr Öffentlichkeitsarbeit leisten, die Frage ist aber auch, wie sich die Menschen letztendlich mit ihrer Stadt und den Themen identifizieren. Wir brauchen dringend ein stärkeres Zusammengehörigkeitsgefühl und eine ausgeprägte Identifikation mit unserem Heimatort. Um das zu erreichen, müssen wir die Menschen in Projekte einbinden, das kann ein Stadtschreiber allein nicht schaffen. Gefallen hat mir die Aktion „Berger suchen ihre Wurzeln“, daran waren viele Menschen beteiligt und hinterher hatte man mit den Standtafeln etwas Sichtbares vorzuweisen.

Frank Juchert: Die Frage müsste meiner Meinung nach anders gestellt werden. Was bedeutet das Label „Stadt der Internationalität und des Friedens“ in unserem Alltag? Mit dem Leitbild werden Zielvorstellungen und Handlungsprinzipien formuliert, mir fehlt die Konkretisierung. Ich halte es für notwendig, über das Leitbild zu sprechen und die Anzahl der Ziele zu reduzieren.

Insofern halte ich es für das Image der Stadt Bergen für wichtiger, ein attraktives Stadtbild und Wohnumgebung mit intakter Infrastruktur, Freizeitangeboten und öffentlichen Einrichtungen zu schaffen, die die Bürger nutzen und die den Bürgern nutzen. Darauf müssen wir unsere Energie und unsere Ressourcen verwenden. Unsere Bürger erwarten von uns mit Recht eher ein attraktives Schwimmbad und funktionierende Sportstätten als internationale Leuchtturmprojekte, die für uns mindestens eine Nummer zu groß sind. Bei diesen Dingen brauchen wir mehr Beteiligung unserer Bürger.

 

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