BERGEN. Stadtumbau, Verschuldung, Straßenausbaubeiträge oder Stadtschreiber – CELLEHEUTE hat die beiden Bergener Bürgermeisterkandidaten zu ihren Ansichten befragt. In den kommenden Tagen steht täglich ein Thema im Fokus, zu dem Frank Juchert (CDU) und Claudia Dettmar-Müller (parteilos) ihre Meinung und Pläne erläutern.

1. Stadtumbau

2. Verschuldung

3. Militär

Wie sollte sich die Kaserne in Bergen-Hohne weiter entwickeln? Ist die Stationierung weiterer ausländischer Soldaten – im Gespräch waren unter anderem US-Truppen – anstrebenswert?

Frank Juchert: Ich setze mich dafür ein, dass die Niedersachsen-Kaserne weiter gestärkt wird, auch durch die Ansiedlung weiterer Bundeswehreinheiten. Bergen ist seit über 80 Jahren Garnisonsstadt, davon 70 Jahre lang Standort der Britischen und lange Zeit auch der Niederländischen Streitkräfte. Bergen hat damit also Erfahrung. Das Miteinander der verschiedenen Nationen war und ist nachbarschaftlich und freundschaftlich. Insofern wäre es zu begrüßen, wenn die Niedersachsen-Kaserne auch wieder stärker durch Nato-Kontingente genutzt würde. Das war früher, ist heute und wäre in Zukunft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und würde ggf. für höhere Finanzzuweisungen in den städtischen Haushalt sorgen.

Wir dürften dann aber nicht die Fehler der Vergangenheit wiederholen. Bergen muss sich auch in eine andere Richtung entwickeln. Wir brauchen mehr als ein Standbein. Breitbandausbau in allen Ortsteilen, qualifizierte Arbeitsplätze müssen entstehen, die fachärztliche Versorgung muss hergestellt, die Schullandschaft weiterentwickelt und die Mobilität verbessert werden. Daran werde ich arbeiten. Bergen muss sich auch unabhängig von der Nutzung des Truppenübungsplatzes und der Kaserne entwickeln.

Claudia Dettmar-Müller: Ja, alles was Menschen in unsere Region bringt, ist anzustreben und der Erhalt des Truppenübungsplatzes muss auch weiterhin mit Nachdruck verfolgt werden. Für mich ist aber ganz klar, dass wir unseren Fokus nicht allein auf den Truppenübungsplatz legen dürfen. Wir haben uns zu lange auf das Militär und den Truppenübungsplatz als Arbeitgeber für die Region verlassen. Einen guten Kontakt zum Militär zu pflegen ist selbstverständlich. Trotzdem ist es zwingend notwendig, dass wir uns breiter aufstellen. 2013 hat unser amtierender Bürgermeister verkündet, dass Tourismus beispielsweise ein wichtiges Standbein für unsere Stadt sei. Jetzt frage ich Sie, wo hat sich diese Erkenntnis in den letzten vier Jahren niedergeschlagen? Wo sind die fördernden und innovativen Maßnahmen in diesem Bereich? Um auf die Frage zurückzukommen: Ein gut reflektierter Truppenübungsplatz ist wünschenswert und zu begrüßen, trotzdem müssen wir zwingend auch eine Entwicklung forcieren, die unsere Stadt breiter aufstellt.

 

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