BUND fordert Stopp des Planungsverfahrens für Suedlink

Politik Von Redaktion | am Mi., 23.11.2016 - 18:31

HANNOVER.  Der BUND Landesverband Niedersachsen und der Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink erklären gemeinsam, dass die dezentrale Energiewende in Niedersachsen stärker vorangebracht werden müsse. Damit könne der geplante Stromnetzausbau deutlich reduziert werden, große Nord-Süd-HGÜ(Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung)-Verbindungen seien vermeidbar.

Der BUND schreibt dazu in einer Presseerklärung:
"Der zentral festgelegte Stromnetzausbau ist überdimensioniert! Der geplante Stromnetzausbau dient nicht allein den erneuerbaren Energien, sondern ist wesentlich durch den inflexiblen Weiterbetrieb von Kohlekraftwerken verursacht. Niedersachsen ist kein Netzengpassgebiet. Es sind die bestehenden Atom- und Kohlekraftwerke, die den Transport von Wind- und Solarstrom blockieren. Die Stromnetzplanung ist überzogen, fehlerhaft, unzureichend begründet und intransparent. Die großen HGÜ-Leitungen dienen zentral festgelegten Plänen zum Ausbau der Offshore-Windenergie und dem transeuropäischen Stromtransport von Kohle- und Atomstrom. Die Bundesregierung weigert sich, dezentrale Konzepte insbesondere auch in der Netzplanung umzusetzen.

Der Protest gegen Freileitungen hat bewirkt, dass bei einigen Leitungen die Erdverkabelung nun gesetzlichen Vorrang hat. Aber auch Erdkabel haben erhebliche Auswirkungen auf Natur, Boden, Wald und Grundwasser. Dies gilt v.a. für Moorböden in Norddeutschland. Anstelle der Frage nach Freileitung oder Erdkabel ist zuerst immer die Frage nach der Notwendigkeit eines Vorhabens zu stellen. Die Alternativen lauten: Energieeinsparung, dezentrale und flexible Kraft-Wärme-Kopplung und Verbindung von Strom- und Gasnetzen. Mit der Wandlung von Strom in Wasserstoff / Methan („Power-to-Gas“) kann Energie dezentral gesammelt, als Gas transportiert und dezentral wieder in Strom gewandelt werden. Dieses Konzept bietet die erforderliche Langzeitspeicherung in Verbindung mit höherer Versorgungssicherheit und dient dem Naturschutz. Bestehende (Erd-) Gasleitungen können 5 bis 10 mal so viel Energie transportieren wie die geplanten HGÜ-Leitungen. Die Energie kann überall, in KWK (Kraft-Wärme-Kopplungs)-Anlagen in Industrie und im Wohnungsbau genutzt werden - bei HGÜ-Leitungen handelt es sich lediglich um Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, derzeit ohne Einspeisungs- und Abzweigmöglichkeiten.

Der BUND Niedersachsen und die Bürgerinitiativen gegen SuedLink setzen sich für ein Gesamtenergiekonzept ein, das Versorgungssicherheit mit effizienter Nutzung von 100 % erneuerbaren Energien verbindet und nicht am Stromhandel zugunsten von Übertragungsnetzbetreibern und Großkonzernen orientiert ist. Wir fordern den Stopp des  Planungsverfahrens für SuedLink und eine grundlegende Neuerstellung der Stromnetzplanung! Dezentrale Energiekonzepte sowie Ausbau, bessere Regelung und Erdverkabelung der regionalen Verteilnetze müssen Vorrang haben! Dann wird SuedLink nicht benötigt."