NIENHAGEN. Der Landkreis Celle hat im Ausweisungsverfahren des Naturschutzgebietes Brand bei Nienhagen kürzlich die sogenannten Träger öffentlicher Belange und die anerkannten Naturschutzverbände beteiligt. Laut dem Vorsitzenden des BUND, Kreisverbandes Celle, Dr. Otto Boecking, hat die BUND Kreisgruppe Celle mit Unterstützung der Bürgerinitiativen Umwelt Wathlingen und Uetze eine umfangreiche Stellungnahme zu dem Verordnungsentwurf abgegeben. „Die größte Bedrohung für das wertvolle Auwaldgebiet sehen BUND und Bürgerinitiativen in der starken Entwässerung und in der Gefährdung durch die Kalirückstandshalde“, erklärt Boecking.

„Der Auwaldbereich des Brandes als Teil der Auenlandschaft Wathlingens wird von den nahezu ursprünglich erhaltenen Bachläufen Dammfleth und Alte Thöse durchzogen, die aufgrund starker Entwässerung aber nahezu das ganze Jahr über trockengefallen sind“ stellt dazu der Vorsitzende der BI Umwelt Wathlingen, Mar-Heinz Marheine, fest. Dadurch blieben die früher üblichen, zeitweiligen Überschwemmungen aus und die Natur im Brand leidet sehr unter Wassermangel.

Der Vorsitzende der BI Umwelt Uetze, Wolfgang Tannenberg ergänzt, dass „dieses Problem schon in der alten Verordnung von 1985 benannt worden ist, sich seitdem aber nichts getan hat“. Auch der neue Entwurf enthält seiner Aussage nach keinerlei konkrete Maßnahmen für eine Verbesserung des Wasserhaushalts. Ein vor Monaten von den Bürgerinitiativen in Auftrag gegebenes professionelles Ideenkonzept zeige dagegen konkrete Möglichkeiten auf, um Verbesserungen des Wasserhaushalts zu erreichen.

„Der Brand und die umgebende Landschaft haben großes Potential für die Freizeitnutzung und den Tourismus zwischen Celle und Hannover“, zeigt sich Holger Müller von der BI Umwelt Wathlingen überzeugt. Dazu gehöre beispielsweise auch die Nutzung der alten Trasse der Grubenanschlussbahn. „Allerdings müssen die rechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung von Verkehrswegen im Interesse der Nutzer und der Kommunen rechtssicher geklärt sein“, so Müller.

In der Stellungnahme wird darüber hinaus bemängelt, dass das Gebiet ohne Rücksicht auf die landschaftlichen Gegebenheiten und zu klein abgegrenzt sei. Georg Beu von der BI Umwelt Uetze weist darauf hin, dass „in einem der wertvollsten Waldgebiete immer noch Kahlschläge möglich sein sollen. Zudem sollen viel zu wenig Horst- und Höhlenbäume sowie Totholz vorgeschrieben werden.“ Diese dienten vielen Tieren, beispielsweise Spechten und Fledermäusen, als Quartier und machten einen wichtigen Teil des Lebensraumes Wald aus. „Wo sonst“, so Beu, „soll die Natur wirkungsvoll geschützt werden?“

 

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