HANNOVER. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) wollen das Vorkommen von Wildkatzen in der Lüneburger Heide systematisch erfassen.

“Beobachtungen von Naturschützern im vergangenen Jahr geben Hinweise darauf, dass die Europäische Wildkatze (Felis silvestris) in der Lüneburger Heide wieder beheimatet ist”, heißt es in einer Pressemitteilung des BUND. Der BUND Niedersachsen begibt sich nun auf die Spur der scheuen Katze. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und unterstützt durch die Niedersächsischen Landesforsten sowie verschiedene Naturschutzverbände erfasst der BUND seit Ende Januar das vermutliche Wildkatzen-Vorkommen in der Lüneburger Heide mit einer bundesweit einheitlichen Methode, der so genannten Lockstock-Untersuchung.

„Wir können damit nicht nur einen klaren Nachweis der Art für diese Region erhalten, sondern gewinnen auch wertvolle Informationen über Verbreitung, Teilbestände und Wanderverhalten der Wildkatze in Niedersachsen“, sagt Andrea Krug,Projektverantwortliche beim BUND Niedersachsen. „Daraus können wir Maßnahmen zum Schutz der Wildkatze und anderer Waldarten ableiten.“

„Bei der diesjährigen Kartierung wird erstmalig großflächig die Lüneburger Heide untersucht.Weitere Lockstöcke sollen in den angrenzenden Landkreisen Nienburg und Gifhorn aufgestellt werden“, erläutert Dr. Andreas Jacob, im NLWKN zuständig für die Wildkatze.

Die Lockstöcke befinden sich überwiegend auf Waldflächen der Landesforsten. „Der niedersächsische Landeswald bietet mit seinen naturnahen Waldstrukturen ideale Lebensbedingungen für die seltene Wildkatze. Bereits in Südniedersachsen konnte sie flächendeckend in den Landesforsten nachgewiesen werden. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse aus der Heide“, unterstreicht Dr. Marc Overbeck, Leiter Waldnaturschutz in den Niedersächsischen Landesforsten.

Bei der Erfassung im Gelände suchen Förster und Ehrenamtliche über zwei Monate einmal wöchentlich die 330 Lockstöcke, die zuvor mit Baldrian besprüht wurden, auf Wildkatzenhaare ab. Dieser Duftstoff zieht umherstreifende Katzen an. Die Wildkatzen reiben sich an dem rauen Holz und hinterlassen daran ihre Haare. Die Haarproben werden anschließend am Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen genetisch analysiert und die Daten in eine bundesweite Gendatenbank eingespeist. Dabei können sogar einzelne Individuen identifiziert werden.

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