Bundestagswahl 2021: Dirk-Ulrich Mende tritt für die SPD an

Politik Von Susanne Zaulick | am Di., 02.03.2021 - 09:41

UNTERLÜSS. Sein Bekanntheitsgrad und seine Erfahrung, unter anderem als ehemaliger Oberbürgermeister der Stadt Celle, dürften den Ausschlag gegeben haben: Gestern Abend wählten bei der Wahlkreiskonferenz der SPD im Bürgerhaus Unterlüß die 48 stimmberechtigten Delegierten Dirk-Ulrich Mende zu ihrem Bundestagskandidaten für den Wahlkreis Celle-Uelzen. Bei der Wahl haben mindestens zwei Celler für den Gegenkandidaten Dr. Andreas Sorge aus Uelzen gestimmt. Von den anwesenden Delegierte kamen 29 aus Celle und 19 aus Uelzen. 

„Es sind noch 210 Tage bis zur Wahl. Ich bin bereit, mit euch über die Orte und von Tür zu Tür zu ziehen sofern das möglich ist, aber auch mit facebook, twitter und instagram den Wahlkampf zu führen“, schloss Mende seine knapp zehnminütige „Vorstellungsansprache“ an die Genossen, die aufgrund seiner seit Jahrzehnten mit der SPD verknüpften Biographie eher eine Formalie war. Dennoch brachte der 63-jährige Jurist zum Ausdruck, dass ihm die Ziele auch des neuen Parteiprogrammes ein Herzensanliegen seien. Soziale Gerechtigkeit, Respekt vor Menschen, der sich nicht nur durch Klatschen, sondern auch in barer Münze ausdrückt, Europa, ökologischer Umbau und die von der Jugend nach vorn gebrachten Bewegungen „black lives matter“ und „fridays for future“, damit identifiziere er sich. Was er vermisse im Programm sei die Stärkung von Geothermie und „grünem Wasserstoff“ als Energieträger. „Dazu werden wir vielleicht noch einen extra Antrag einbringen müssen“, so sein Plan.

Im Anschluss stellte sich als zweiter Bewerber Dr. Andreas Sorge aus dem Unterbezirk Uelzen vor. Auch wenn er mit 38 Jahren deutlich jünger ist als Mende, kann er ebenfalls auf eine ordentliche Portion Erfahrung im Kampf um soziale Gerechtigkeit blicken. Als Schüler, Student oder auch als Betriebsrat im Max-Planck-Institut habe er sich für die soziale Sache engagiert. Derzeit ist der promovierte Physiker im Bundesministerium für Bildung und Forschung tätig. Digitalisierung, die für alle zugänglich ist, nennt er als sein Steckenpferd. Erst die Kinder, dann die Konzerne lauten seine Prioritäten bei den Investitionen. Außerdem beschäftigt ihn die Klimakrise (Warum schaffen wir es als reiches Land nicht, unser Klima konsequent zu schützen?“) und die Optimierung von organisatorischen Abläufen, zum Beispiel in der Corona-Krise („Es gibt 16 verschiedene Impfkampagne- und Terminvergabesysteme“).

Bei den Delegierten konnte Dirk-Ulrich Mende eine Mehrheit von sich überzeugen. In geheimer Wahl stimmten 27 für ihn, 21 für Andreas Sorge. Maximilian Schmidt, der gemeinsam mit Jan-Henner Putzier die Versammlung leitete, wies darauf hin, dass sich beide Bewerber im Vorfeld einen „fairen, hochwertigen Austausch geliefert“ hätten und dankte beiden dafür, dass sie den Delegierten eine Auswahl ermöglicht hatten. Von Andreas Sorge werde man mit Sicherheit noch hören, zeigte sich Jan-Henner Putzier hinsichtlich der politischen Zukunft des unterlegenen Bewerbers überzeugt.

 Der Bundestag wird voraussichtlich am 26. September gewählt.

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