"Unterlüß hätte ohne Sie weniger Lebensqualität" - Bundesverdienstkreuz für Erika Rabe

Gesellschaft Von Redaktion | am Di., 11.05.2021 - 15:37

SÜDHEIDE. Verkehrsverein, Initiative pro Schwimmbad, Gemeinderat, Ruandahilfe, Förderverein des Albert-König-Museums, DRK und Feuerwehr - das sind nur einige der Betätigungsfelder von Erika Rabe. Der Unterlüßerin wurde heute für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement von Landrat Klaus Wiswe das Bundesverdienstkreuz verliehen. Pandemiebedingt fand die Ehrung in kleinem Kreise statt. 

Hier die Laudatio des Landrats:
"Ich freue mich, heute hier sein zu können, um Ihnen, liebe Frau Rabe, diese hohe Auszeichnung des Bundespräsidenten überreichen zu können. Denn dieses Verdienstkreuz ist eine Anerkennung Ihrer umfangreichen Arbeit für die Gesellschaft und das Miteinander, besonders in Ihrer Heimatregion, die lange unter dem Name Gemeinde Unterlüß und heute unter Gemeinde Südheide firmiert. Meine Damen, meine Herren, liebe Frau Rabe, wie Sie wahrscheinlich wissen, liegt mir Unterlüß ganz besonders am Herzen, denn es ist schließlich mein Heimatort. Dass es sich hier gut leben lässt, wissen wir beide, Frau Rabe, natürlich ganz genau. Doch damit dieser Ort so lebenswert bleibt, braucht es Menschen wie Sie, die sich für das Gemeinwohl engagieren.

Lassen Sie uns auf Ihren Werdegang schauen. Sie sind, das kann man wohl sagen, ein Kind der Südheide. Geboren wurden Sie, so wurde es mir berichtet am 6. Februar 1940 in Wiechel, auf halber Strecke zwischen Müden und Unterlüß. Diese Siedlung wurde längst aufgegeben. 1965 kamen Sie nach Unterlüß, heirateten Ihren Mann, Gerhard Rabe, der leider schon 2011 verstorben ist, heute aber sicher gerne an Ihrer Seite gewesen wäre.

Sie haben die Gemeinde Unterlüß in den vergangenen Jahrzehnten mitgestaltet und nicht nur das: „Erika Rabe hat eine ganz große Gabe, andere Menschen für eine Sache zu motivieren. Sie war und ist immer zur Stelle, wenn Sie irgendwo gebraucht wird.“ So schreibt es Isabell Alm, die Vorsitzende des Vereins Ruanda-Hilfe-Unterlüß. Sie gehörten 2018 mit zu den ersten Mitgliedern und, so wird es mir berichtet, unterstützen immer tatkräftig, etwa beim Weihnachtsmarkt. Diese Hilfe ist aber nur eine Ihrer vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten in den vergangenen Jahrzehnten. Beim Lesen habe ich mich teilweise gefragt, ob Sie zwischenzeitlich auch mal einen Abend frei hatten.

Da ist zum einen die Arbeit im Rat der Gemeinde Unterlüß von 1982 bis 2006. Dabei waren über die Jahre im Finanzausschuss, Sozialausschuss, Kultur- und Tourismus- sowie dem Verwaltungsausschuss, um nur einige zu nennen. 2005 und 2006 waren Sie stellvertretende Ratsvorsitzende, dazu haben Sie die Gemeinde in der Verbandsversammlung des Fremdenverkehrsverbandes Celler Land und bei der Tourismus Region Celle vertreten. Doch es gibt viele andere Tätigkeitsfelder. Ihre Arbeit bei der Ruanda-Hilfe habe ich bereits erwähnt. Noch wichtiger aber dürfte Ihr Beitrag zum Erhalt des Schwimmbades gewesen sein, das es ohne Ihr jahrelanges Engagement wohl nicht mehr geben würde.

 

In den 90er Jahren, so berichtet es der heutige Vorsitzende Mirko Kuhfuss, gab es, wie in vielen anderen Gemeinden auch, eine sehr angestrengte finanzielle Situation. Es stand die Überlegung im Raum, das Bad 1999 zu schließen. Es ist ihr maßgeblicher Verdienst, dass der Förderverein im Januar 2000 ins Leben gerufen wurde, um den Weiterbetrieb des Bades zu ermöglichen. 200 Mitglieder wurden auf Anhieb gewonnen, heute sind es über 370!

Natürlich muss in dieser Laudatio auch der Verkehrsverein Unterlüß erwähnt werden, den Sie, liebe Frau Rabe, maßgeblich aufgebaut und lange Jahre als Vorsitzende geführt haben. Im Verein wurde unter anderem das Dorffest über 20 Jahre organisiert, mehrere Waldreinigungsaktionen durchgeführt und die Ausschilderung von Wanderwegen und der Aufbau von Bänken initiiert.

Aktiv sind Sie auch im Freundes- und Förderkreis des Albert-König-Museums, sowohl als Mitglied im geschäftsführenden Vorstand als auch im jahrelange Museumsdienst. Lassen Sie mich noch die Mitarbeit im Schützenverein und beim DRK Unterlüß in der Blutspende erwähnen sowie bei der Feuerwehr Unterlüß. Es ist schon eine wirklich beeindruckende Bilanz. Unterlüß, das lässt sich mit Fug und Recht konstatieren, hätte ohne Sie, liebe Frau Rabe, heute vermutlich eine deutlich niedrigere Lebensqualität als Mitte der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gehabt. Aber es ist auch sehr einprägsam, was die Menschen, mit denen Sie so lange gearbeitet haben, über Sie berichten.

Frau Alm habe ich ja bereits am Anfang der Rede zitiert, aber auch Axel Flader, ihr langjähriger Gemeindebürgermeister, den ich jetzt ja doch etwas häufiger als früher sehe, hat nur Lob für Sie. „Erika Rabe zeichnet eine hohe Fachlichkeit und Verlässlichkeit aus. Man konnte und kann sich darauf verlassen, dass Sie alles, was sie tut zu 100 Prozent macht und erledigt. Dazu hat Sie eine sehr hohe Einsatzbereitschaft in vielen Bereichen, die ich sehr geschätzt habe“ Auch im Freundes- und Förderkreis Albert-König Museum haben Sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Durch Ihr freundliches und hilfsbereites Wesen ist Frau Rabe gleichermaßen bei unseren Förderkreismitgliedern und den Besuchern beliebt und angesehen. Ihre ehrenamtliche Tätigkeit führt Sie mit großem Engagement aus.“ So schreibt es der Vorsitzende Jörg-Dieter Landgraf.

Meine Damen, meine Herren, liebe Frau Rabe, zusammenfassend bleibt festzustellen, dass Sie große Teile Ihres Lebens in den Dienst der Gesellschaft gestellt haben. Als Landrat des Landkreises Celle spreche ich Ihnen für Ihr langjähriges, ehrenamtliches Wirken zum Wohl der Allgemeinheit, oftmals unter Zurückstellung Ihrer eigenen und privaten Belange, meinen besonderen Dank aus. Ich wünsche Ihnen, vor allem aber Unterlüß, dass sie ihr Wirken noch lange fortsetzen können. Sie sind ein Vorbild für unsere Gesellschaft und ich kann nicht oft genug betonen, wie wichtig das ehrenamtliche Engagement für unsere Gesellschaft ist. Verwaltungen wie die Gemeinde Südheide oder der Landkreis Celle können den Rahmen setzen, ein Grundgerüst der Daseinsvorsorge schaffen. Doch eine Region, in der es sich gut und gerne leben lässt, wird nur dadurch geschaffen, dass Menschen sich für diese Gemeinschaft engagieren. Genau aus diesem Grund haben die Gründerväter und -mütter der Bundesrepublik Deutschland diese Auszeichnung auch geschaffen, den Dienst an der Gemeinschaft zu würdigen. Ich habe nun die erfreuliche Ehre, Ihnen das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und die Verleihungsurkunde aushändigen zu dürfen."