HANNOVER/CELLE. Niedersachsens Fachkräfte in der Glücksspielprävention fordern in einer Petition mehr Jugend- und Spielerschutz in Niedersachsen. Am 26. Oktober kommen in Hannover Vertreterinnen und Vertreter von Suchtprävention und Selbsthilfe aus ganz Niedersachsen zusammen, um eine Petition mit hunderten Unterschriften für mehr Jugend- und Spielerschutz in Niedersachsen dem Wirtschaftsministerium zu überreichen. Das teilt die  Suchtberatungsstelle der Psychosozialen Beratungsstelle Celle mit.

Weiter heißt es in einer Pressemitteilung der Suchtberatungsstelle: „Hintergrund dieser Aktion ist, dass mit der neuen Landesregierung viele Präventionsmaßnahmen der vergangenen Jahre seit dem Einsetzen des Niedersächsischen Glücksspielstaatsvertrages im Jahre 2008 derzeit aufgeweicht werden und der Spieler- und Jugendschutz aus dem Fokus der verantwortlichen Politik zu geraten scheint. Noch immer ist das Automatenspiel in Spielhallen und in der Gastronomie das Glücksspiel mit dem höchsten Suchtpotential. Von den 1626 Klientinnen, die 2017 einen der 24 Standorte in Niedersachsen aufsuchten, gaben 87% an, dass Automatenspiel das Hauptproblem sei (NLS, Jahresbericht 2017:29). Viele haben schon minderjährig am Glücksspiel teilgenommen. Deshalb fordern die Fachkräfte des Präventionsteam Glücksspielsucht Niedersachsen im Verbund mit Vertretern von Selbsthilfe und Bürgern und Bürgerinnen in Niedersachsen:

·         Die umgehende Umsetzung des Abstandsgebots

·         Die umgehende und uneingeschränkte Umsetzung des Verbots von Mehrfachkonzessionen

·         Reduktion von Geldspielautomaten in Spielhallen von bislang 12 auf 10 Geräte

·         Verbot von Geldspielautomaten in Gaststätten

·         Die Festlegung von Sperrzeiten für Spielhallen von mindestens sechs Stunden ohne jegliche Ausnahmeregelung für Reduktion

·         Rauch- und Verzehrverbot in Spielhallen

·         Abstandgebot von 500 m zu Einrichtungen, die ganz oder vorwiegend von Jugendlichen besucht oder genutzt werden

·         Uneingeschränkte Einlasskontrolle in jede Spielhalle mit einem offiziellen Identifikationsmittel

·         Regelmäßige Jugendschutzkontrollen und Testkäufe

Suchtprävention ist eine öffentliche Aufgabe und gemäß des neuen Koalitionsvertrags der jetzigen Landesregierung verdient der Spielerschutz eine verstärkte Beachtung! Mit dieser Petition werden konkrete Forderungen gestellt. Eine gelingende Maßnahme zur Förderung der Suchtprävention und zur Verbesserung der Jugend-und Spielerschutzes ist, die Verfügbarkeit von Glücksspielautomaten einzuschränken.“

Heute werden Mitarbeiter der Suchtberatung in der Innenstadt mit einem Stand zwischen 11 und 13 Uhr in der Poststraße / in Höhe des Drogeriemarktes für weitere Unterschriften bei den Bürgerinnen und Bürgern werben und diese dann am kommenden Mittwoch ebenfalls im Wirtschaftsministerium in Hannover abgeben.



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