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Vernissage an der Familien-Bildungsstätte

„Buntmix“: Inklusion durch Kunst

24.09.2017 - 13:27 Uhr     CelleHEUTE    0
Fotos: Peter Müller

CELLE. Ausstellungsbesucher durften sich am Freitagabend über 46 Werke freuen, die in den Malgruppen von Grit Wuttke mit der Lebenshilfe Celle, im Alten- und Pflegeheim Staschko und im Atelier „Altes Backhaus“ entstanden sind. „Der Name Buntmix ist an die wirklich bunte Mischung aller Künstler und Beteiligten angelehnt“, erklärt Grit Wuttke, die insgesamt fünf Malgruppen betreut hat. Bei der Vernissage an der Ev. Familien-Bildungsstätte Celle feierte man die Premiere dieser einzigartigen Künstlerkonstellation.

Seit über 20 Jahren ist Wuttke selbst als bildende Künstlerin und Kunsttherapeutin tätig und zeigte sich am Freitag besonders stolz, die erste Veranstaltung dieser Art zu eröffnen. Zuvor habe es zwar einige Ausstellungen gegeben, jedoch sei es nun erstmalig gelungen, Senioren, Pflegebedürften und freien Künstlern gleichzeitig eine Plattform zu bieten.

Die Motivation, im künstlerischen Schaffungsprozess Menschen zu erreichen und sie auf dieser Ebene kennenzulernen, begleitet die engagierte Leiterin. In der Verbindung zwischen dem kreativen Ausleben der eigenen Fantasie und dem Menschen dahinter erreicht Wuttke das, was ihr besonders am Herzen liegt – Inklusion. Diesem abstrakten Begriff wirklich Bedeutung zu verschaffen und unterschiedlichen Künstlergruppen ein Stück Selbstverwirklichung zu ermöglichen, sieht sie als inneren Antrieb. Insgesamt durften so 27 beteiligte Künstler ihre Werke öffentlich zur Schau stellen.

Auch Gastgeberin und Leiterin der Familien-Bildungsstätte, Magda Meyer-Schulte, ist sich der Bedeutung der Ausstellung bewusst. So äußert sie: „Das ist eine völlig andere Art der Wertschätzung, die die Maler hier bekommen.“ Ähnlich sieht das auch die 16-jährige Praktikantin Sahra, die für die Hängungen der Gemälde verantwortlich war. Sie begreift die Botschaft der Vernissage klar im Anregen und Verbinden von unterschiedlichen Menschengruppen. „Es wäre schön, wenn sich Besucher hier inspiriert fühlen und vielleicht selbst Lust zum Zeichnen bekommen“, bemerkt sie im Gespräch.

Die gemeinsame Leidenschaft sorgte für eine ausgelassene Stimmung, durch die sich der rege Austausch zwischen Künstlern und Gästen fast schon automatisch ergab. Für musikalische Untermalung des bunten Treibens sorgte Andrea Derigs, die das Publikum sogar an einigen Stellen zum mit Einstimmen gewinnen konnte.

Motive der Bilder reichen von Gegenstandskunst, mehrfarbigen Portraits bis hin zu expressiven und abstrakten Landschaften. Wer die Ausstellungseröffnung versäumt hat, kann sich bis Mitte November noch im Eingangsbereich der Familien-Bildungsstätte von den Werken überzeugen lassen.

Text: Elena Janke

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