CD-Kaserne wird um Freiluftarena erweitert

Kultur + Gesellschaft Von Anke Schlicht | am Mi., 03.02.2021 - 21:10

CELLE. Gute Nachrichten haben generell das Nachsehen gegenüber all den täglichen Negativ-Schlagzeilen, und ganz besonders in Pandemiezeiten sind sie Mangelware. Umso erfreulicher sind die News, die derzeit vom Team der CD-Kaserne verkündet werden können: „Wir erhalten 100.000 Euro Bundesmittel“, teilt Geschäftsführer Kai Thomsen mit. Vom 25-jährigen Bestehen, das in diesem Jahr begangen wird, ist auf der Pressekonferenz zwar nicht die Rede, aber ein wenig mutet es wie ein Geburtstagsgeschenk für die Crew des Veranstaltungszentrums sowie alle Celler Kulturschaffenden und -interessierten an, dass das Fördergeld bewilligt wurde und für einen Open-Air-Bereich verwendet wird.

„Wir waren im letzten Sommer nicht gut vorbereitet“, merkt Thomsen mit Blick auf die begrenzten Möglichkeiten des Kulturangebots unter Pandemiebedingungen selbstkritisch an. Ihm wurde klar: „Wir brauchen eine Open-Air-Bühne!“ Da kam das von der Bundesregierung Mitte des Jahres 2020 aufgelegte Rettungs- und Zukunftspaket „NEUSTART KULTUR“ mit einem Budget von insgesamt einer Milliarde Euro gerade recht. Ziel der Bundeshilfe ist es, den Kulturbetrieb und die kulturelle Infrastruktur dauerhaft zu erhalten. Bereits zum Ende des Jahres waren im Rahmen von 60 unterschiedlichen Programmlinien 900 Millionen Euro vergeben. Eine der glücklichen Profiteure ist die Celler CD-Kasernen gGmbH, eine hundertprozentige Tochterfirma der Stadt, die sich mit einer klar definierten Projektbeschreibung bewarb. Schon im März soll die überdachte Open-Air-Bühne fertig sein. Verantwortlich für diesen Part ist einer, der sich nicht nur mit allen technischen Belangen auskennt, sondern auch die andere glamouröse Seite kennt. „Ich liebe es, auf der Bühne zu stehen“, sagt Musiker und Techniker Tobias Burmeister. Noch wirkt der Innenhof nüchtern und kahl, nichts, an dem sich das Auge festhalten kann. Es braucht Phantasie, um sich anhand von Burmeisters Erläuterungen vorzustellen, wie das Areal, dessen Potential nach den Worten des Geschäftsführers „nie vollständig genutzt wurde“, ab Frühjahr aussehen wird. „Die Bühne hat eine Breite von acht Metern, ist sechs Meter tief und natürlich überdacht, die Licht- und Tonanlage wird dem neuesten Standard entsprechen. Sie ist flexibel, im Winter wird sie abgebaut“, erklärt Burmeister.

„Wir wecken den Innenhof aus dem Dornröschenschlaf“, sagt Projektmanagerin Steffi Fritzsche und benutzt damit ein Bild, das Grün verlangt. Dieses fehlt im Moment noch, eine Begrünung inklusive Baumpflanzungen ist jedoch für den Publikumsbereich vorgesehen. Er bietet in Pandemie-Zeiten (vorbehaltlich entsprechender Lockerungen der Corona-Restriktionen) Platz für bis zu 300, unter normalen Bedingungen sogar 1.500 Personen.

„Nach den Osterferien ist der Innenhof bespielbar, vorausgesetzt die Corona-Auflagen lassen es zu“, kündigt Fritzsche an und fordert alle Kulturschaffenden, die die Bühne nutzen möchten, auf, sich mit ihr in Verbindung zu setzen (info@cd-kaserne.de). Mittel für diesen Zweck sind im Rahmen der Maßnahme „Soziokultur hält uns zusammen! Für die Region Celle in Coronazeiten“ bereits rekrutiert worden – ebenfalls aus dem Topf des groß angelegten Rettungsschirms der Bundesregierung. Die beiden Förderungen können nun Synergieeffekte entfalten „und so die Bühne mit Leben füllen“, wirft Steffi Fritzsche einen Blick in die Zukunft, die für die Celler mit dem Angebot „Zum Open-Air in die CD-Kaserne!“ etwas Neues bereithält.

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