CELLE. „Prioritäten setzen, dicke Bretter bohren, Vertrauen in die handelnden Personen stärken“ – CDU-Stadtverbandsvorsitzender Alexander Wille erinnerte an diese Grundsätze, die Dr. Jörg Nigge bei seinem Amtsantritt als Celler Oberbürgermeister im Februar 2017 formulierte. Am „Stadtgespräch“ des CDU-Stadtverbands am vergangenen Montag in der Congress Union nahmen überwiegend CDU-Mitglieder und -Sympathisanten teil. Das Interesse der Bevölkerung ohne Mandat hielt sich in Grenzen. Trotzdem nutzte der Oberbürgermeister die Gelegenheit, diese Grundsätze sowie die konkreten Leistungen der Verwaltung in seinem ersten Amtsjahr zu erläutern – denn von den Medien fühlt er sich nicht ausreichend und korrekt wiedergegeben.

Der 40-minutige Vortrag Nigges streifte das Spektrum von Stärken/Schwächen-Analyse und Change Management in der Verwaltung bis hin zu konkreten Sachstandsberichten in den zahlreichen Politikfeldern, die in den vergangenen zwölf Monaten bearbeitet werden konnten. Zum Einstieg machte der OB klar: „Die wirtschaftliche Lage der Stadt ist schlecht, wir müssen uns den schnell wandelnden Rahmenbindungen endlich stellen“. Die Zeit der gemütlichen Diskussionen sei vorbei, jetzt gelte es zu analysieren, zu entscheiden und zu handeln. Als roter Faden ging durch den Vortrag und die anschließende Diskussion das Lob für die Bereitschaft der Mitarbeiter der Stadt, diesen Prozess mitzugestalten. Genauso begrüßte der Rathauschef den Gemeinsinn und die Zusammenhalt der Stadtgesellschaft in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Transparenz sei laut Dr. Nigge die Grundvoraussetzung für die kommunale Arbeit. Dabei habe die Verwaltung im ersten Jahr unter seiner Leitung eine Menge Informationen und Übersichten zunächst erarbeiten müssen. Zu den bisher vernachlässigten Bereichen gehörten die Innenstadt (insbesondere der Leerstand), die Gewerbegebiete und einige Großprojekte. Inzwischen habe die Wirtschaftsförderung einen belastbaren Überblick und kann professionell arbeiten; die ersten Ergebnisse machten Mut.

„Sachliche, faktentreue Kommunikation“ nannte der Oberbürgermeister als weiteren Eckwert einer guten Stadtentwicklung. Auch die pro-aktive Nutzung der sozialen Medien durch die Verwaltung sei wichtig, um eine „vollständige, wahrheitsgetreue Darstellung der Leistungen in der Öffentlichkeit zu sichern“. An Hand mehrerer Beispiele (u.a. Rio’s, Neumarkt-Kreisel, Online-Terminvergabe im Bürgerservice im Rathaus) demonstrierte Dr. Nigge, wie schwierig es aus seiner Sicht sei, das Interesse der Medien für alle Aspekte einer Entwicklung – insbesondere für die konstruktiven Schritte – zu wecken. Seitens CelleHeute sind die zitierten Mühen in der Tat nicht erkennbar. Anstelle das „Interesse zu wecken“ erfährt unsere Redaktion allgemeine und direkte Medienschelte, sobald über wunde Punkte in der Stadt berichtet wird. Auch konkrete Antworten auf konkrete Fragen zu erhalten, ist weiterhin ein sehr mühsames bis teilweise unmögliches Unterfangen.

Im Anschluss an den Bericht zeigten die Zuhörer Interesse an den Themen der Stadtentwicklung. Diskussionsbeiträge betrafen die Ratsmühle, die „geerbten Großprojekte“, die Zuwanderungsagentur in der Hohen Wende, die Hochwasser- Planungen, die Aller-Insel, die Ostumgehung, ÖPNV/Bahn, „die Universitätsstadt Celle“, die ehemalige JVA Salinenmoor, das Stickmustermuseum, die „schwarze Null“ im städtischen Haushalt, die Schlosskapellen-Ausstellung, die öffentliche Ordnung in der Stadt sowie die Problematik der Flüchtlinge und deren Integration in Celle.

In seinen offenen und nicht immer beschwichtigenden Bemerkungen machte Dr. Nigge deutlich, dass er und seine Verwaltung nicht allein zu Lösungen und Änderungen führen könnten und mahnte: „Mischen Sie sich ein! Wenden Sie sich an Ihre Vertreter in der Politik! Machen Sie Ihre Anliegen deutlich!“ Oder noch klarer: „Der Druck muss von euch kommen!“

Zum Abschluss der Veranstaltung ergriff eine Besucherin das Wort und formulierte, was viele Anwesende als „perfektes Schlusswort“ betrachteten: „Ich finde es toll, was Sie alles angepackt haben. Aber leider kommt vieles von Ihrem Pragmatismus und Ihrer Lösungsorientierung in den Medien nicht vor.“ Die Zuhörer sollen es „noch deutlicher nach außen tragen“, weil es sich „wirklich lohnt, sich so wie dieser Oberbürgermeister für die Stadt Celle einzusetzen.“ Was genau in „den Medien“ nicht vorkomme und auch noch „vieles davon“, sagte das mutmaßliche CDU-Mitglied nicht. CelleHeute gehört offenbar nicht zu ihrer täglichen Lektüre.

In seinem Dank an den Oberbürgermeister betonte Alexander Wille, dass diese Art der öffentlichen Diskussion zu den wichtigen Angeboten des demokratischen Systems gehöre. „Je persönlicher, je direkter das Gespräch, desto klarer die Faktenlage“ – so Wille zum Stellenwert der Stadtgesprächs-Reihe. Und dass der Oberbürgermeister einer ist, der entscheidet und handelt, sei für ihn und die CDU eine Entwicklung, an der nichts auszusetzen sei.

Die Reihe „CDU – Stadtgespräch“ soll fortgesetzt werden. Dazu lädt der CDU-Stadtverband alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie die Medien ein. Weitere Information beim Stadtverbandsvorsitzenden sowie dem CDU-Bürgerbüro unter info@cdu-celle.de.

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