CELLE. „Celle hat eine neue Schule und einen neuen Direktor. Sogar die ihm zustehende Direktorenvilla wurde neu gebaut, aber der Direktor schämt sich für dieses Haus. Was sollen diese eckigen Formen, dieses flache Dach, die hoch und flach liegenden Fensterscharten? Warum liegt das Treppenhaus außerhalb des Gebäudes? Auch
haben seine Kinder viel zu wenig Platz …“ Diese Fragen wirft die Einleitung zum Theaterstück „Haesler für ein neues Celle“ des Schlosstheaters Celle auf, welches eigens zum Bauhaus‐Jubiläumsjahr geschrieben wurde. Antworten hierzu gibt es 2019 in Celle viele, denn unter dem Motto „100 Jahre – 100 Tage“
wird in Celle der Bauhaus-Architekt Otto Haesler, der in der Stadt viele Spuren hinterlassen hat, in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Unter dem Motto: „100 Jahre – 100 Tage“ wird es 2019 und auch darüber hinaus zahlreiche Veranstaltungen, Highlights und touristische Erlebnisse in Celle geben, um über das Thema Bauhaus die Stadt Celle im Jubiläumsjahr nicht nur in Deutschland, sondern der ganzen Welt bekannter zu machen. „Das 100‐jährige Bauhaus‐Bestehen im kommenden Jahr nehmen wir zum Anlass, das Werk des Architekten Otto Haesler zu würdigen, der während seiner Celler Schaffensperiode von 1906 bis 1934 eine unglaubliche Vielfalt an Gebäuden und Siedlungen hinterlassen hat“, sagt der Geschäftsführer der Celle Tourismus und Marketing GmbH (CTM) Klaus Lohmann über die bevorstehenden Aktionen. „Im touristischen Kontext bietet das Bauhaus‐Jubiläum für Celle ungeahnte Möglichkeiten und die Chance, Celle voranzubringen und in ein internationales Rampenlicht zu stellen. Genau diese Gunst der Stunde wollen wir nutzen, um Celle als kulturhistorisch relevanten Ort vorzustellen.“

Seinen „Ritterschlag“ erhielt Celle laut Lohmann bereits durch die Aufnahme in die „Grand Tour der Moderne“, einer eigens anlässlich des 100‐jährigen Bauhaus‐Jubiläums konzipierten Reiseroute. Celle zählt damit deutschlandweit zu rund 100 bedeutenden Orten, die zu einer attraktiven Route miteinander verbunden werden.
Um das Thema entsprechend auch international zu positionieren, wurde auch ein Logo entwickelt, welches Celles Verbindung zu Otto Haesler und seinen Werken darstellt und das bereits in der Kommunikation der CTM eingesetzt wird.

Otto Haeslers Siedlungen und Bauwerke sind bis heute im Stadtbild sichtbar. Seine sieben in den Jahren von 1924 – 1930 in Celle entstandenen Bauten und Siedlungen sind überwiegend im Originalzustand erhalten und werden fast alle in ihrer ursprünglichen Funktion genutzt. Hierzu zählen vor allem die Siedlung Italienischer Garten (1924/25) und die Altstädter Schule (1927).

Dem Erbe Otto Haeslers wollen nicht nur im Jubiläumsjahr, sondern auch weit darüber hinaus Stadt, Tourismus GmbH sowie viele weitere Partner und Akteure von Bürgerstiftung bis Schlosstheater im kommenden Jahr unter dem Motto „100 Jahre – 100 Tage“ in besonderer Weise gerecht werden. Den Startschuss für die Aktionen zum Bauhaus‐Jubiläum in Celle bildet die Wiedereröffnung des Haesler Museums Anfang Mai. „Die Öffnungszeiten werden besucherfreundlich erweitert sowie eine Modernisierung des gesamten Museums präsentiert“, kündigt die Celle Tourismus und Marketing GmbH an. Als weitere Informationsquelle entsteht Anfang 2019 in Kooperation mit der Bürgerstiftung Celle, der CTM der Otto Haesler stiftung sowie der Stadt Celle ein digital unterstützter Rundweg zu den Haesler‐Bauten, an dem BesucherInnen an eigens neu aufgestellten Stelen
per QR‐Code weiterführende Informationen zu den einzelnen Objekten bekommen. Hierzu soll es parallel eine neue Website geben, welche Interessierten auch fernab des Rundwegs viele Informationen und Fakten zu Otto Haesler, der Bauhaus Architektur in Celle sowie dem Bauhaus allgemein bieten wird.

„Vor allem haben wir hier auch an unsere internationalen Gäste gedacht“, so Lohmann, „denn die Maßnahmen sind alle bilingual in Deutsch und Englisch aufgebaut.“ Dem Gast präsentiert sich die Architektur Otto Haeslers bereits jetzt schon auf vielfältige Weise. So kann man die Gebäude jetzt schon mit einer Führung zu Fuß, per Rad und per Segway oder ab Mai 2019 auch bequem fahrenderweise in der Bauhaus‐Bahn (einer Kleinelektrobahn) erkunden. Alle Führungen wurden zum Jubiläumsjahr neu entwickelt und GästeführerInnen freuen sich darauf, über ein noch unentdecktes Highlight Celles zu informieren und zu plaudern.

„Dies gilt auch für das Bauhaus‐Magazin in Kooperation mit der Celleschen Zeitung, welches ab sofort zweisprachig in Celle und auf Bestellung erhältlich ist. Hierin finden sich viele Geschichten und historische sowie aktuelle Aufnahmen der Bauhaus Objekte, die es bisher in dieser Form noch nicht veröffentlicht gab. Das Magazin wird das ganze Jahr über erhältlich sein und auch als Botschafter des Bauhaus Themas für Celle fungieren“, heißt es von Seiten der CTM.

Kunst und Architektur verbindet das extra geschriebene Theaterstück „Haesler – für ein neues Celle“ des Schlosstheaters Celle, welches am 9. Mai 2019 Premiere feiern wird und zwar nicht im Theatersaal des Celler Schlosses sondern standesgemäß im Direktorenwohnaus, einem weiteren Gebäude aus der Schaffenszeit Otto Haeslers. Das Direktorenwohnhaus wird dem Stück bis in den Juni als Bühne dienen.

Auch internationales Fachpublikum soll 2019 mit Celle einen wichtigen Anlaufpunkt bekommen. Unter dem Motto „bauhausSchauhaus“ wird die otto haesler Bürgerinitiative Celle im Rektorenwohnhaus (einem weiteren Gebäude Otto Haeslers) eine Ausstellung mit original Möbeln aus dieser Zeit einrichten. Das Rektorenhaus in der Sägemühlenstraße soll so als Schaufenster in eine Privatwohnung der Bauhauszeit eingerichtet werden. Dafür wird die Bevölkerung in der Stadt und im Landkreis um Spenden gebeten. Oberbürgermeister Dr. Jörg Nigge hat die Schirmherrschaft für diese Spendenaktion übernommen.

Die otto haesler stiftung sowie die otto haesler initiative e.V. aus Celle zeichnen verantwortlich für eine Reihe an Fachvorträgen, Ausstellungen und Veranstaltungen welche im Aktionszeitraum von Mai bis Juni stattfinden werden. Pünktlich zu Beginn des Jubiläumsjahres wird es auch eine Neuauflage des „0 Euro Scheins“ geben, der als Souvenir nicht nur in Celle sondern vielen Städten sehr beliebt ist. Dieses Mal wird ihn natürlich ein Bauhausmotiv aus Celle zieren.



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