Verlangen nach "Verlangen" - auch in Sat.1

Von Redaktion | am So., 20.11.2011 - 19:14

CHTV-VerlangenSat.1-Mediathek


350 Zuschauer, mehr geht nicht. Der größte Kinosaal der Kammer Lichtspiele ausverkauft. "So einen Andrang haben wir schon mal bei Harry Potter, aber heute hätte ich nicht damit gerechnet", so Christopher Gaede an der Kasse, der viele Besucher trösten und wieder nach Hause schicken muss. Bei der CelleHeute.de-Kartenverlosung war dieser Andrang schon abzusehen.

Aber wann kann Celle das schon mal bieten: Nicht nur, dass der Kurzfilm von Laura Fischer mit berühmten Schauspielern hier gedreht wurde - das Berliner Filmteam legte großen Wert darauf, die offizielle Premiere genau am Drehort zu feiern. Hauptdarsteller Alex Schreiber: "Bei den Dreharbeiten sind mir die Menschen hier so ans Herz gewachsen, ich freue mich richtig auf das Wiedersehen."

Für die Celler Regisseurin Laura Fischer war es der "emotionalste Tag der vergangenen fünf Jahre, vielleicht sogar in meinem ganzen Leben". Nicht nur, dass sie die Anwesenheit vieler ihr wichtigen Menschen an einem Platz sichtlich genoss - auch inhaltlich hat ihr dieser Tag viel abverlangt. Genau am Premierentag vor einem Jahr verstarb ihre Großmutter, die eigentlich eine Rolle im Film hätte spielen sollen. Für sie sprang Lauras Mutter ein. Außerdem wagte die 25jährige vor versammelter Zuschauermenge im Saal 1 der Kammer-Lichtspiele ihr Outing. Dieser Film sei ihr persönlichster, denn Fischer selbst litt zwei Jahre an Magersucht.

"70% der Menschen haben irgendeine Form von Essstörung, also kennt jeder von uns mindestens einen. Ich möchte die Menschen mit diesem Film sensibler für das Thema machen." Sie selbst habe die Krankheit auf ähnliche Weise besiegt wie der Schmetterling im Film: Durch Liebe anderer Menschen und die daraus folgende Selbstannahme.

Trotz harter Kost ist dieser Film kein Melodram, sondern eine gesunde und gelungne Mischung aus Witz, Spannung und einer unschuldigen Leichtigkeit, die Sarah Alles, TV-Zuschauern bekannt aus "Rote Rosen", versprüht. Sie ist der beinahe notwendige Gegenpol zum Vater, gespielt von Michael Kind ("Küstenwache") - Er meint es nur gut mit seinem Sohn, erstickt ihn aber mit seiner Fürsorge. "Ich fürchte, ich bin als Vater im realen Leben genau so gewesen. Der Film hat auch mir die Augen geöffnet", so Kind.

Dr. Susanne Schmitt, die das Ensemble und Sponsoren nach der Vorführung ins Kunstmuseum bat, brachte das einmalige Kino-Erlebnis auf den Punkt: "Nicht nur die Schauspieler, auch die Kamera, die Technik und vor allem die Musik haben begeistert. Vielen Dank, dass Sie uns diesen Film geschenkt haben."

Wer den Film verpasst hat, kann sich die DVD bei DECIUS, Am Markt, und bei uns für € 14,95 kaufen.

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