Celler Chronik 20 erscheint am 10. Juni

Von Redaktion | am So., 02.06.2013 - 22:18

„Ad fontes“, auf Deutsch „Zu den Quellen“, lautet ein bekannter Aufruf der Humanisten in der Frühen Neuzeit. Sie forderten damit eine Rückbesinnung auf die Originaltexte, vor allem der griechischen Philosophen. Diese zwei lateinischen Wörter sind auch ein wichtiges Motto für die Heimatgeschichtsschreibung. Wie es die Aufsätze in der 20. vom Museumsverein herausgegebenen Celler Chronik belegen, haben sich die Autoren an die mitunter noch nicht ausgewerteten handschriftlichen wie gedruckten Quellen der vergangenen 350 Jahre begeben, die in den unterschiedlichsten Archiven vorhanden sind. Die Texte geben ein Zeugnis darüber ab, wo die Autorinnen und Autoren im Einzelnen fündig geworden sind. Die redaktionelle Betreuung der 220 Seiten umfassenden „Celler Chronik 20“ lag, wie in den Vorjahren, in den Händen von Sabine Maehnert und Andreas Flick.

Chronik20aussenCMYKMit der diesjährigen Celler Chronik präsentieren sieben Autorinnen und Autoren die Ergebnisse ihrer historischen Forschungen. Dabei ist die Reihenfolge der Aufsätze chronologisch bestimmt. Unter dem Titel „Der cellische Hof ist sehr prächtig, und, wie gesagt, sehr lustig und gar nicht gezwungen“ beschreibt Andreas Flick die Vita des ehemaligen Hofpagenmeisters von Herzog Georg Wilhelm von Braunschweig-Lüneburg, Samuel Chappuzeau, und dessen weitgehend unbekannten Bericht über das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg(-Celle) aus dem Jahr 1671. Im zweiten Beitrag stellt Sybille Obenaus die sechs bei einer traditionellen jüdischen Familienstiftung angestellten Rabbiner vor, die im 18. und 19. Jahrhundert in Celle gelebt und gewirkt haben. Sie zeichnet ihren Werdegang vom „Gelehrten“ der jüdischen Wissenschaften und Religionsrichter zum Jugendlehrer und Prediger nach. Der 18. Oktober 2013 ist der 200. Gedenktag der Völkerschlacht zu Leipzig, an die ein 1913 in Leipzig errichtetes Denkmal erinnert.

Karl-Heinz Buhr beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der nationale Besinnung auf diese Schlacht in Celle in den unterschiedlichen historischen Epochen. Auch der darauffolgende Beitrag von Hinrich Rüping mit dem Titel „175 Jahre Advokaten in Celle“ fokussiert ein zurückliegendes Jubiläum, denn 1837 wurde in Celle der Advokatenverein gegründet. Der umfangreichste Beitrag in dieser Celler Chronik wurde von Eckart Rüsch verfasst. In seinem architekturhistorischen Aufsatz präsentiert der ehemalige Stadtdenkmalpfleger die Baugeschichte der Großen Infanteriekaserne in Celle von 1869 bis 1872. Unter dem Titel „‚Edelköpfe‘ und ein ‚bitter Streit‘“ stellt Matthias Krüger die 1939 von dem Maler und Grafiker Gerhard Wendland im alten Sitzungssaal der Kreisverwaltung angebrachte Wandmalerei vor. Der letzte historische Beitrag in dieser Chronik behandelt die Zeit des Nationalsozialismus bzw. der unmittelbaren Nachkriegszeit. Darin berichtet Hendrik Altmann von der Auffindung von drei Massengräbern an der ehemaligen Bahnstrecke Celle–Gifhorn. Wie üblich klingt die Celler Chronik mit den Jahresberichten des Museumsvereins und des Bomann-Museums aus.

Die „Celler Chronik 20“ kann vom 10. Juni an im Bomann-Museums und im Residenz-Museums sowie im Buchhandel zum Preis von 17,80 € erworben werden. Museumsvereinsmitglieder bekommen den Band wie gewohnt zugeschickt.