Celler Feuerwehr übt in der Justizvollzugsanstalt in der Trift

Blaulicht + Verkehr Von Redaktion | am So., 05.11.2017 - 16:25

CELLE.  Weit über die Grenzen der Residenzstadt hinaus ist Celle als bedeutender niedersächsischer Justizstandort bekannt. Neben dem Oberlandesgericht, dem Landessozialgericht und anderen Justizbehörden zählen hierzu auch Einrichtungen des Justizvollzuges. Zwischen dem Bahnhof und der historischen Altstadt gelegen, ist die zwischen 1710 und 1724 entstandene Justizvollzugsanstalt (JVA) Celle ein markanter Teil des Stadtbildes. Die JVA Celle verfügt über 222 Haftplätze. Sie ist eine der  Justizvollzugsanstalten mit der höchsten Sicherheitsstufe in Niedersachsen.

Auch für die Feuerwehr handelt es sich bei der JVA Celle um ein Objekt mit vielen Besonderheiten. Denn auch bei einem Feuer müssen die hohen Sicherheitsstandards des Justizvollzuges eingehalten werden. So müssen z.B. auch die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr einzeln durch die Sicherheitsschleuse fahren um den inneren Bereich der JVA zu erreichen.

Am Donnerstag übte der 4. Zug der Freiwilligen Feuerwehr Celle-Hauptwache gemeinsam und in enger Zusammenarbeit mit der Justizvollzugsanstalt den Ernstfall. Angenommen wurde ein Feuer im Arbeitsbereich der JVA. Die Bediensteten des Gefängnisses waren zuvor nicht von der Übung informiert worden und mussten somit von einem Ernstfall ausgehen. Hier lag auch ein Schwerpunkt der Übung, so sollten die internen Abläufe der JVA geprüft und die Koordination sowie Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften der Feuerwehr vertieft werden.

Bei Eintreffen der Feuerwehr informierte sich der Einsatzleiter sofort über das Schadensereignis. Angenommen wurde ein Feuer in einer Werkstatt. Die betroffene Halle war stark verraucht. Drei Personen wurden vermisst. Dem Einsatzleiter stand während des gesamten Übungseinsatzes ein Bediensteter der JVA zur Seite. Dieser wirkte als Ortskundiger und Verbindungsglied zwischen Feuerwehr und Justizvollzug. Zur Menschenrettung und Brandbekämpfung wurden insgesamt vier Trupps unter schwerem Atemschutz über zwei Angriffswege eingesetzt. Des Weiteren ging eine Drehleiter in Stellung. Die Wasserversorgung wurde über zwei voneinander unabhängige Löschwasserentnahmestellen sichergestellt. So wurde ein Hydrant auf dem Gelände der JVA und ein Löschwasserbrunnen auf dem Vorplatz der Anstalt genutzt. Von dem Löschwasserbrunnen konnte das Löschwasser direkt durch eine festinstallierte Leitung zu einer Wasserentnahmestelle innerhalb des JVA gepumpt werden.

Im Anschluss an die Übung wurden in einer kurzen Nachbesprechung die Eckpunkte und Ziele der Übung gemeinsam mit den Bediensteten der JVA und der Feuerwehr besprochen. Zugführer Jens Merchel wies seine Kameradinnen und Kameraden hierbei zum Abschluss auf die Besonderheiten des Objektes hin und erklärte: „Denkt daran: Eine Tür die hinter euch zufällt – bleibt auch zu!“
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