Celler Grüne fordern 13 Euro Mindestlohn

Politik Von Extern | am So., 13.06.2021 - 11:15

CELLE. Auf dem Bundesparteitag der Grünen an diesem Wochenende forderten die Celler Grünen in einem Änderungsantrag 13 Euro Mindestlohn. „Frauen sind 60 Prozent der Niedriglohnempfänger. Sie arbeiten in Care-Berufen, im Service und anderen Berufen zu niedrigen Löhnen und oft in Teilzeit. In der Krise wurden sie als systemrelevant erkannt. Trotzdem sind es ihre Jobs, die nicht besser, sondern schlechter bezahlt werden“, so Anna Boertz, die gemeinsam mit Judith Knabe Vorsitzende des Stadtverbandes ist. Erst jetzt nach der Corona-Krise würden höhere Löhne für Pflegepersonal möglich. 

Ca. acht Millionen Menschen arbeiten in Deutschland im Niedriglohnbereich, so die Grünen. Das seien 21% der Beschäftigten. Deren Löhne reichten nicht zum Leben, geschweige denn, um für das Alter vorzusorgen. Als Beispiel nannte Judith Knabe in ihrer Rede das AKH. „Aus „wirtschaftlichen“ Gründen wurden die Bereiche Reinigung, Küche und Logistik outgesourct. Für diese Menschen reduziert sich ihr bisheriger Lohn auf Mindestlohnniveau – teilweise sind das 500 Euro weniger im Monat“. Der CDU-Landrat verkünde dazu „die Pflegesätze gäben die Löhne für diese Mitarbeitenden“ nicht her. „Das ist nicht nur sachlich falsch, sondern zeigt auch, wie einfach es sich die Herren machen, wenn es darum geht, Sanierungskonzepte auf dem Rücken der Mitarbeitenden umzusetzen“, so Judith Knabe weiter. Der Landrat hat diese Kritik, die auch von Seiten des DGB kam, zurückgewiesen.

„Ein angemessener Mindestlohn von 13 Euro, wie ihn auch viele Sozialverbände fordern, wäre eine wichtige Maßnahme um z. B. Armut im Alter abzuwenden“, so die beiden Vorsitzenden weiter. Die Mehrheit der grünen Delegierten seien dann aber dem Vorschlag des Bundesvorstands nach 12 Euro Mindestlohn gefolgt, so die Celler Grünen.