Holocaust-Gedenktag: Celler Institutionen erinnern an Euthanasie-Opfer

Gesellschaft Von Extern | am So., 26.01.2020 - 19:44

CELLE. Auf großes Interesse stieß gestern eine gemeinsame Aktion der Lebenshilfe Celle, der Celler Lobetalarbeit, des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Celle sowie der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten. Rund 350 Gäste nahmen an einem Gedenkgottesdienst in der Celler Stadtkirche teil, in dem die beteiligten Institutionen der Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere der Menschen mit Behinderung, gedachten.

Der Gottesdienst wurde von Menschen mit und ohne Beeinträchtigung gemeinsam gestaltet. So beteiligten sich zum Beispiel Chöre der Lebenshilfe und der Lobetalarbeit. „Wir sind nicht schuld an dem, was geschehen ist. Aber wir sind dafür verantwortlich, dass es nicht noch einmal geschieht. Schweigen ist keine Aufarbeitung“, mahnte Pastorin Ulrike Drömann, theologischer Vorstand der Lobetalarbeit, in ihrer Predigt. 

An einem Informationsstand vor der Kirche gab es die Möglichkeit, vertiefende Literatur zu erhalten und mit Vertretern der beteiligten Institutionen ins Gespräch zu kommen. 
 
Am Montag, 27. Januar, ist die Leiterin der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg, Dr. Carola Rudnick, zu Gast in Celle. Ihr Vortrag befasst sich mit dem Thema „Den Opfern ein Gesicht, den Namen wiedergeben“ – Opfer der „Euthanasie“ und Rassenhygiene in der Region Celle. Der Vortrag findet um 19.00 Uhr im Kantoreisaal in der Kalandgasse 5 statt.  

Wieder ab Dienstag, 28. Januar, und dann noch bis zum 31. Januar ist die Ausstellung „'Still, stumpf, beschäftigt mit Kartoffelschälen, verlegt.'  Frauen als Opfer der 'T4'" im Foyer des Neuen Rathauses in Celle zu sehen. Die Ausstellung wurde von der „Euthanasie“-Gedenkstätte Lüneburg konzipiert. Im Rahmen des Gedenktages und der Rahmenveranstaltungen kann für das Projekt „Stolpersteine“ (www.stolpersteine.eu) gespendet werden. Bereits im April soll der erste „Stolperstein“ für einen Menschen mit Behinderung in Celle verlegt werden.