CELLE. Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung im Lisa-Korspeter-Haus am vergangenen Freitag, den 02. Februar 2018, wurde auch bei den Celler Jusos über die Große Koalition diskutiert.

Früh wurde deutlich, dass das kategorische Nein der Jusos auf Bundesebene bei den Celler Jungsozialisten keinen uneingeschränkten Wiederhall findet. „Uns ist im Laufe der Diskussion klar geworden, dass wir in der GroKo-Frage nicht die einfache Antwort liefern können. Das Für und Wider hält die SPD nicht umsonst seit Monaten auf Trapp“, berichtet Juso-Vorsitzender Yannick Tahn.

„Unsere Diskussion hat viele der öffentlichen Argumente beinhaltet“, führt Sabrina Stieber aus, die seit Januar im Vorstand der Celler Jusos ist. „Wir haben uns über das Erstarken der politischen Ränder, insbesondere des rechten Randes im Falle einer GroKo Gedanken gemacht und über den enormen finanziellen wie auch personellen Aufwand, den eine Neuwahl bedeuten würde, gesprochen. Außerdem haben wir uns die Frage gestellt, aus welcher Entscheidung die SPD gestärkt hervorgehen könnte, in welchem Fall die Bundesrepublik profitieren würde und ob es auch eine Option gibt, die beides beinhaltet. Klar ist, dass nichts klar ist. “

In ihrer eigenen Diskussion spiegelt sich für die Jusos im Unterbezirk Celle das wieder, was auch auf deutlich höherer Ebene zu erkennen sei: Die Frage, ob die SPD in eine erneute Regierungskoalition eintreten sollte, wirke wie ein Tauziehen um die aufrichtigere Meinung. „Es scheint, beide Seiten müssten sich beweisen, wer denn nun mit Herz und Verstand für die Zukunft der SPD eintritt“, beschreibt die Stellvertretende Vorsitzende Lena Kribbe ihren Eindruck.

„Mit diesem Wettstreit zeigen die Genossen natürlich, dass es ihnen um einiges geht“, ergänzt Tahn. „Problematisch an der ganzen Debatte ist nur, dass sie viel entscheidendere Fragen, über die noch gar nicht öffentlich diskutiert wurde und die richtig Arbeit machen, in den Hintergrund drängt. Anstatt nur über den Gang in die GroKo zu sprechen, müssen wir uns als Partei endlich darüber Gedanken machen, für wen wir als SPD in Zukunft Politik machen werden, wo wir uns politisch verorten wollen und mit welchen Visionen, aber auch konkreten Plänen wir das Leben der Menschen in Zukunft besser machen können“, führt der Juso-Vorsitzende aus.

Bei einer spontanen Abstimmung zum Schluss der Veranstaltung entschieden sich fünf Personen für und drei Personen gegen den Gang in die GroKo. „Die Abstimmung wäre vermutlich viel eindeutiger für eine der beiden Seiten ausgegangen, wenn ganz konkrete Themen und Vorschläge zur Veränderung der Partei auf dem Tisch liegen würden“, zieht Sandrine Jünke, die als Gast an der Diskussion teilgenommen hatte, ihr Fazit. Juso Pascal Hemme ergänzt: „Ich habe mich erstmal für eine GroKo ausgesprochen. Damit das beim Mitgliedervotum auch der Fall ist, müssen in den Koalitionsverhandlungen aber wirklich gute Ergebnisse erzielt worden sein.“

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.