Celler Klimaplattform: „Wir haben großen Respekt vor Ausschuss- und Verwaltungsarbeit“

Politik Von Anke Schlicht | am Fr., 11.06.2021 - 13:31

CELLE. Mit mahnendem Unterton, ein solcher Auftritt werde einmalig bleiben und mehr als fünfzehn Minuten stünden nicht zur Verfügung, kündigte der Vorsitzende des Umweltausschusses Heiko Gevers das Referat von Michael Weinrich und Wolfgang Steinmetz als Repräsentanten der Celler Klimaplattform an. Um sich in politische Belange einzubringen, möge man sich bitte in Parteien organisieren.

Genau dieses möchte die Celler Plattform, die sich auch 16 unterschiedlichen Initiativen, Verbänden und Vereinen, darunter Climate Watch Celle oder Parents for Future, zusammensetzt, jedoch nicht. „Keine Parteien, keine Firmen“, betonte Michael Weinrich, der die basisdemokratisch und aufgabenbezogen arbeitende Organisation vorstellte. „Wir sind engagierte Bürger, wollen uns nicht parteipolitisch engagieren. Wir gehen einen anderen Weg“, hob Weinrich in seiner Funktion als Sprecher des Bündnisses hervor. Im Januar dieses Jahres wurde sie ins Leben gerufen. Ausgangspunkt war die Auslobung eines Klimaschutzpreises: „Klimaheld in Celle“. Die Finanzierung erfolgte mittels Crowdfunding, die laut Weinrich „die höchste Summe, die je erreicht wurde“, einwarb. Derzeit läuft die Ausschreibung, jeder kann sich bewerben.

Zahlreiche Akteure zeichneten sich durch Fachkenntnis auf unterschiedlichen das Thema berührenden Gebieten aus. Hierin liege die große Stärke der Plattform. Und mit dieser möchte sich das Bündnis einbringen in das Ende 2019 vom Celler Rat beschlossene Projekt „Klima in Not – Klimaschutz in Celle stärken“. „Wir können zusammenarbeiten – Celler Bürger, Stadtverwaltung und Ausschüsse“, bot Weinrich an, keinesfalls verstehe man sich als Konkurrenz. „Wir haben Riesenrespekt vor der Arbeit im Ausschuss, im Rat und in der Verwaltung“, hob der Sprecher mehr als einmal hervor. Dennoch hielt das Bündnis auch einen Kritikpunkt bereit: „Das Klimaschutzpapier, das bisher vorliegt, verdient diesen Namen nicht.“ Nicht nachvollziehen konnten die Mitglieder der Plattform, wieso der Klimaschutzplan verschoben wurde, aber eine neue Friedhofsordnung beschlossen wurde.

Die Verwaltung hatte in der Ratssitzung im Februar eine „Maßnahmensammlung zur Entwicklung eines Klimaschutzkonzeptes“ vorgelegt. Die seinerzeitige Beschlussvorlage, die mit großer Mehrheit vom Rat angenommen wurde, fordert die Verwaltung auf, ein Klimaschutzkonzept auszuarbeiten „unter quantitativer Darstellung der bisher erreichten und zukünftig zu erreichenden C02-Messzahlen bezogen auf den Wert 1990“. Dieses soll umgesetzt und fortgeschrieben werden, einmal im Jahr ist eine Berichterstattung vorgesehen. Die Erstellung des Konzeptes wurde laut dem Dezernatsleiter Umwelt Ulrich Kinder outgesourced, ein externes Büro ist beauftragt.

In der sich an die Vorstellung anschließenden Fragerunde betonte der zweite Repräsentant der Celler Klimaplattform: „Wir haben die Expertise, schnell etwas einschätzen zu können.