SAARLOUIS/CELLE. Am Wochenende konnte sich Kira-Luise Skibba einen Traum erfüllen. Die Modern Tänzerin vom VfL Westercelle konnte sich beim Deutschlandpokal den Titel der Vizemeisterin im Solo sichern und darf nun im Dezember zur Weltmeisterschaft nach Polen reisen.

Diesem Triumph ging harte Arbeit voraus. Während sich die meisten Tänzerinnen des VfL in der Sommerpause befanden, stand für Kira sowie für Diana Doll und Jona-Linn Schulz hartes Training auf dem Plan. Diana und Jona arbeiteten dabei eng mit Choreograf Andreas Schmidt aus Hamburg zusammen. Für sie war es die erste Saison in der sie als Solisten auf der Fläche standen und in der Altersklasse der Hauptgruppe waren sie zudem auch noch die jüngsten Teilnehmer.

Kira wurde choreografisch von Kristina Krieger, die ebenfalls aus Hamburg kommt, unterstützt. Die beiden erarbeiteten gemeinsam ein sehr temporeiches Stück mit dem Titel „Last Hope“ zur Musik von Riopy. Kira thematisierte in ihrer Choreografie Situationen, die ausweglos erscheinen und klammert sich dabei tänzerisch an das letzte Fünkchen Hoffnung. Ein schweres Stück, welches ihr sowohl technisch als auch emotional Einiges abverlangte.

Bei den zwei Ranglistenturnieren galt es nun, genug Punkte zu sammeln um sich für den Deutschlandpokal zu qualifizieren. Jona trat mit ihrem Stück zum Titel „Reclaim“ von Olafur Arnalds erstmals als Solistin auf die Fläche. Zwar konnte sie sich zum zweiten Turnier deutlich steigern, mit Platz 24 von 42 angetretenen Tänzerinnen hat es dennoch nicht gereicht, um sich zu qualifizieren.

Für Diana hatte Andreas Schmidt ein Stück in ukrainischer Sprache ausgewählt und choreografiert. Entstanden ist eine schnelle Choreografie mit vielen technisch anspruchsvollen Schwierigkeiten, die viel Kraft und Ausdauer verlangten. Und in ihrer ersten Saison mischte sie die Konkurrenz damit bereits mächtig auf. Beim ersten Turnier landete sie direkt auf dem 11. Platz und schrammte beim zweiten Turnier mit Platz 7 sogar knapp am Finale vorbei. Eine beachtliche Leistung, für die sie viel Lob und positives Feedback bekam und mit der sie die Qualifikation zum Deutschlandpokal mühelos erreichte.

Für Kira begann dahingegen beim ersten Turnier in Recklinghausen ihre Traumsaison. Sie tanzte sich durch drei Runden bis ins Finale der besten fünf Tänzerinnen, was zu dem Zeitpunkt bereits ihre beste Platzierung war, die sie je erreicht hatte. Choreografin Kristina Krieger war mit angereist und war nun gefragt, ihren Schützling nochmals bestens auf das bevorstehende Finale einzustimmen. Die drei vorangegangen Runden hatten viel Kraft gekostet und es ging auch darum, wer am Ende noch genug Reserven hat um die zweiminütige Choreografie fehlerfrei zu tanzen. Kira bewies, dass sich das viele Training ausgezahlt hatte und lieferte auch in Runde vier eine fehlerfreie Performance ab. Als bei der Siegerehrung ihr Name dann als letzter aufgerufen wurde, war die Sensation perfekt. Sie sicherte sich den Tagessieg vor Kristina Haar aus Saarlouis und Carly Crane aus Egelsbach und ist somit die erste niedersächsische Tänzerin, die in dieser Kategorie bei einem Ranglistenturnier gewinnen konnte.

Das zweite Turnier lief nicht minder erfolgreich, auch hier tanzte sie sich bis ins Finale und stand am Ende wieder ganz oben auf dem Treppchen. Beste Vorraussetzungen für den Deutschlandpokal. Dieser fand dann vergangenes Wochenende in Saarlouis statt und sollte die Entscheidungen bringen, wer im Dezember in Polen die deutschen Farben vertreten darf.

Diana hatte nochmals fleißig trainiert und sich das Ziel gesetzt, ihre guten Platzierungen zu bestätigen. Nach zwei sicheren Runden landete sie auf Platz neun und gehört damit zu den zehn besten Modern-Tänzerinnen in Deutschland.

Kira ging nach ihren zwei Siegen selbstbewusst ins Turnier und erreichte abermals das Finale und kämpfte nun um einen begehrten Startplatz bei der WM, der den besten drei Tänzerinnen des Turniers zuteil würde. Dass der Kampf um den Titel nicht einfach sein würde, war ihr vor ihrem Start bereits klar. „Alle Tänzerinnen haben sich gut vorbereitet und sicher nochmal hart trainiert um hier ihre Bestleistung zu zeigen,“ so Kira.

Als letzte Tänzerin betrat Kira an diesem Tag die Fläche und zeigte ein letztes Mal ihre emotionsgeladene Choreografie. Nun hieß es warten auf das Ergebnis der sieben Wertungsrichter, die an diesem Tag darüber entschieden wer Deutschland bei der WM in Polen vertreten darf.

Einzig Lokalmatadorin Kristina Haar musste sich Kira am Ende geschlagen geben und darf sich ab jetzt Deutsche Vizemeisterin im Modern Dance nennen. Eine Leistung, mit der sie sich selbst wie auch ihre mitgereiste Trainerin Sonja Seidler begeisterte. „Es ist unglaublich, was Kira diese Saison geleistet hat. Sie hat, wie auch Diana und Jona, hart an sich gearbeitet und eine wirklich einzigartige Choreografie gezeigt und ich freue mich riesig, dass sie das WM-Ticket lösen konnte“, so Trainerin Seidler. Die Weltmeisterschaften finden Anfang Dezember in Rawa Mazowiecka / in der Nähe von Warschau statt.

Kira-Luise Skibba,

Diana Doll





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