CELLE. Mit einem Eilantrag zum Thema Förderschulen an den Celler Kreistag will die SPD-Fraktion ein Zeichen setzen. Die Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen sollen weiter erhalten bleiben – bis 2028. Christian Ceyp, Kreisvorsitzender der Jungen Union, begrüßt diese „Sinneswandel“ der Sozialdemokraten: Noch im Juni 2015 habe der Vorsitzende des SPD Unterbezirks Celle, Maximilian Schmidt, als Landtagsabgeordneter die Möglichkeit gehabt, Eltern von lernbehinderten Kindern weiterhin zu garantieren, dass ihre Kinder auf eine Förderschule gehen dürfen, sofern sie dies wünschten. Doch damals stimmte er gegen den Antrag der CDU-Fraktion im niedersächsischen Landtag zur Erhaltung der Förderschulen, so Ceyp.

„Es ist schon interessant, kurz nachdem die Große Koalition in Hannover eingegangen worden ist, strauchelt die SPD-Kreistagsfraktion und gibt den Förderschülern ihre Schulen zurück. Gleichwohl mit dem Ziel, dass dieses Schulmodell dann 2028 endgültig zu Ende sein soll. Bis dahin soll die integrative Schule der Standard sein. Ich bezweifle allerdings, dass bis zum Jahr 2028 die Inklusion vollständig umgesetzt sein wird“, sagt Ceyp, der auch Mitglied des Celler Kreistages ist.

Der Pressesprecher der Jungen Union Celle, Jannes Müller ergänzt: „Die UN-Konvention ist für alle Länder dieser Welt formuliert worden, die Diplomaten konnten auf ein Förderschulsystem wie das deutsche keine Rücksicht nehmen. Das zeige sich auch darin, dass in der Konvention unter Artikel 30 verpflichtend festgeschrieben wird, dass auch Kinder mit Behinderungen, Zugang zu Fernsehprogrammen haben sollen. Der Geist der Konvention ist entscheidend und der besagt, dass jedes Land allen Kindern die Möglichkeit geben muss, gleichberechtigt einen Bildungsabschluss zu erlangen, der sie auf das Berufsleben vorbereitet, ohne dabei durch das System oder die Bürger des Landes diskriminiert zu werden. Für einige Kinder wird auch in Zukunft die Förderschule Lernen, der Ort sein, wo sie optimal in die Gesellschaft eingegliedert werden können. Deswegen halten wir den Vorschlag der SPD für falsch und fordern weiterhin, auch für die Zeit nach 2028: „Für jedes Kind die richtige Schule.““

Ceyp stellt abschließend fest: „Die Ansprüche, die die Politik, insbesondere die Landespolitik, an ein möglichst gerechtes, einheitliches, integratives, leistungsforderndes und leistungsförderndes Schulsystem hat, können gar nicht von einem Lehrer pro Klassenraum geleistet werden. Wir müssen wieder ein gesundes Maß finden, wie wir die hohen Leistungsziele mit dem Machbaren vereinen können. Denn nur durch eine gute Ausbildung können Jugendliche ihre individuellen, beruflichen Wünsche verwirklichen. Eine gewisse Form der Trennung ist also unabdingbar. Gleichzeitig darf das Ziel eines integrativen Bildungssystems, nicht aus den Augen verloren werden.“

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