CELLE. Barbara Honigmann erzählt von den großen Brüchen und Verlusten im Leben. Sie schrieb ein Erinnerungsbuch, das sich einer einzigen Straße widmet, der unscheinbaren Französischen Straße, in der sie seit über zwanzig Jahren wohnt. Barbara Honigmann lebt in Straßburg, weit weg vom berühmten Stadtzentrum. Hier gibt es keine Parks, kein Europaparlament und keine Kathedrale. Was es gibt, ist Vielfalt: orthodoxe und weniger orthodoxe Juden, die merkwürdig isolierten ‚Söhne und Töchter des Kaukasus‘, einen dreibeinigen Hund, eine ältere Dame, die nicht zurückschreckt vor der Bepflanzung fremder Balkone, einen dunkelhäutigen Priester in weißem Gewand und einen Splitternackten mit dem Po in der Sonne. So unterschiedlich die Herkunft, eines verbindet sie alle: das Gefühl, nicht von ‚hier‘ zu sein. Barbara Honigmann begegnet in ihrer Straße der ganzen Welt im Kleinen. Ein Buch, wie es nur das Leben selbst schreibt.

Barbara Honigmann, 1949 in Ost-Berlin geboren, arbeitete als Dramaturgin und Regisseurin. 1984 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Straßburg, wo sie noch heute lebt. Honigmanns Werk wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. dem Kleist-Preis und dem Max-Frisch-Preis der Stadt Zürich. Bei Hanser erschienen u. a. Ein Kapitel aus meinem Leben (2004), Das Gesicht wiederfinden (2006), Das überirdische Licht (Rückkehr nach New York, 2008) und Bilder von A. (2011).

Ort: Celler Synagoge, Im Kreise 24

Termin: Donnerstag, 22. März 2018, 19.00 Uhr

Eintritt: 5,00 Euro

Referentin: Barbara Honigmann, Straßburg

Veranstalter: Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Celle e.V. in Kooperation mit der Jüdischen Gemeinde Celle e.V. und dem Stadtarchiv Celle

Kartenvorverkauf in der Celler Synagoge oder an der Abendkasse.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.