"Dachbodenpiraten": Roman von Dirk Gerlach erschienen

Kultur + Gesellschaft Von Redaktion | am Di., 16.01.2018 - 11:16

CELLE. Genug geschrieben über die "Children of the Revolution" und die Menschen, die in der Studentenbewegung der 1968'er Jahre, ihre ersten Experimente mit neuen Lebensmodellen, Sex, Musik und Drogen machten. Der Roman "Dachbodenpiraten" des Cellers Dirk Gerlach widmet sich der Generation danach, die in Berlin Häuser besetzt hielt, in Gorleben, Wackersdorf und der Startbahn West aktiv war und die Wiedervereinigung hautnah miterlebte. Die Frage "Was wurde aus den Wirtschaftswunderkindern?", die in den Zeiten des Deutschen Herbstes ihre politische Prägung erhielten, steht im Vordergrund. Der Gegenwartsroman widmet sich politischen Hintergründen, Zeitgeschehen, der alternativen Szene, Pop- und Rockmusik der 1980/90'er Jahre, Milieustudien und ist auch ein Liebesroman.

Der Autor Dirk Dirk Gerlach, Jahrgang 1963, stammt aus Köln, lebt in Celle und charakterisisert sich selbst als Zeitreisenden, Pokerspieler, Politiker und Wirtschaftswunderkind. Derzeit ist Gerlach Mitglied des Stadtrates von Celle für "Die PARTEI". André Figula, Jahrgang 1966, Rockmusiker und Sänger von King Curry & The pissers of the revolution, hat ein Vorwort zum Roman geschrieben und findet sich in einer "Nebenrolle" im Buch wieder.

Zum Inhalt:
Der in den 1960'er Jahren geborene Ralf Bender verbrachte seine Jugend, nach einer abgebrochenen Schreinerlehre, in der linken Hausbesetzerszene und reiste viel durch die Welt. 1993 muss aber auch er langsam seinen Platz innerhalb der Gesellschaft finden und hält sich in dieser Zeit, mit Renovierungsarbeiten auf den Dachböden Hannovers über Wasser. Als sein Arbeitgeber Wolli einen neuen Dachboden erwirbt, schlägt Ralfs Herz höher. Denn in dem Haus lernt er Andrea kennen, die er Tage später an der Kasse im Baumarkt wiedertrifft, wo sie ihm einige Waren an der Kasse vorbeischmuggelt. Angeregt von ihrer erotischen Unterwäsche, die sie auf
dem Dachboden zum Trocknen aufgehängt hat, macht sich Ralf weiterhin auf die Suche nach ihr durch die schillernde und bisweilen finstere Hannoveraner Kneipenszene.

Doch während sein Arbeitskollege Eddie bereits ein Auge auf seine Ex-Freundin Claudia geworfen hat, drängt sich auch seine Nachbarin immer wieder in sein alkoholisch ausschweifendes Nachtleben und die Liebe und das Arbeitsleben vermischen sich auf skurrile Weise. Als schließlich sein schwedischer Messegast das Treppenhaus vollkotzt und er auch schon wegen unerlaubter Hundehaltung Gefahr läuft, seine Wohnung zu verlieren, ist es Maria, die ihn unterstützt und ihm hilft. Aber Ralf hat bereits das Herz von Andrea erobert, die ihrerseits versucht, über die Runden zu kommen, um ihre Theaterausbildung zu finanzieren.

Begleitet von der Musik und den politischen wie gesellschaftlichen Ereignissen des Jahres 1993, entwickelt sich Ralfs Leben gerade genau in die gewünschte Richtung. Die Tage beginnen meist gemütlich in ihrem italienischen Stammlokal und enden oft spektakulär in abendlichen Trinkgelagen, zu denen immer weitere illustre Gäste stoßen, die auch tagsüber die Baustellen bevölkern. Die Verhaftung eines PKK-Aktivisten in dem Haus, in dem die "Dachbodenpiraten" arbeiten sowie der Selbstmord eines Auszubildenden, zerstören jedoch das trügerische Bild einer heilen Welt. Als schließlich noch ihr Freund und Mitarbeiter Störtebeker an Krebs erkrankt, ändern sich die Verhältnisse dramatisch: Wolli geht zunehmend das Geld aus und die Gruppe muss enger zusammenrücken, um das Schiff auf Kurs zu halten.

Nebenher droht Ungemach seitens der Polizei, der Gewerbeaufsicht und des Arbeitsamtes, sowie eines penetranten Opas, der übellaunig ihre Baustelle überwacht. Da mutet es nahezu nebensächlich an, dass Ralf auch noch sein Fahrrad geklaut wird und er erst bei einem Junkiepärchen die Tür eintreten muss, um es wieder zurück zu bekommen. Zum Glück steht überall ein Bier oder ein
warmer Kaffee herum, um das alles auszuhalten. Frischen Wind bringt ein neuer Mitarbeiter aus dem Osten mit, der die Position von Störtebeker übernimmt und dabei mit so manchem Vorurteil aufräumt, dass man seinerseits noch gegen "die da drüben" pflegte.

Auch die neue digitale Welt, die gerade über das Land hereinbricht, bringt ihre Tücken mit in den turbulenten Alltag, da man sich zwischen Faszination und Ablehnung, noch nicht ganz entschieden hat - doch letztlich muss auch hier jeder bald einsehen, dass es nur im Strom der Zeit weitergeht und man auf Widerstand stößt, wenn man dagegen schwimmt. Dunkle Wolken ziehen auf, als Andrea ein Jobangebot aus Berlin erhält und Ralf einmal mehr vor die Frage gestellt wird, was ihm in seinem Leben wichtig ist. Nebenher bringt das Jahr weitere Tote mit sich, sei es weil sie zufällig in den Schränken alter Dachböden herumliegen oder aber weil sie von GSG9-Beamten auf einem Bahnhof in Bad Kleinen erschossen worden sind.

Auch hier vermischt sich wieder die Geschichte aus Ralfs alten Tagen in der linken Szene mit der Gegenwart des Jahres 1993 und immer mehr wird für ihn deutlich, dass es so nicht mehr weiter gehen kann...mit der Politik, der Arbeit, der Musik und vor allem: der Liebe. Als sich gegen Jahresende schließlich die Gesundheit von Klaus wieder bessert und sich vieles wieder zum Guten wendet, bricht auch die sich gerade noch auf dem Höhepunkt gewähnte Beziehung zu Andrea zusammen. Bevor das ganze Schiff im Strom der Zeit untergeht, muss Ralf einige Entscheidungen treffen. Doch der daraufhin geplante Urlaub nach Kuba wird einmal mehr durch die
Anwesenheit von Maria in Frage gestellt und so endet das Jahr für ihn dann doch noch mit einer Überraschung, da einer der vormals Totgesagten, plötzlich wieder auferstanden ist.

Zu beziehen ist das Buch über

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