Mehr Rechte für Urlauber und Hausbauer, mehr Kindergeld und Mindestlohn, weniger Kosten bei Kreditkartennutzung. Und Silvester ist am 30.12. – zumindest wenn man dem aktuellen Kalender der Landwirtschaftskammer glaubt. Eine Auswahl der tatsächlichen Änderungen, die 2018 auf uns zukommen, haben wir für Sie zusammengetragen:

Der Grundfreibetrag bei der Einkommenssteuer steigt von 8820 Euro auf 9000 Euro. Bei Ehepaaren und eingetragenen Lebenspartnerschaften verdoppelt sich der Betrag auf 18000 Euro. Voraussichtlich steigt auch der Kinderfreibetrag um 72 Euro auf insgesamt 7428 Euro.

Das monatliche Kindergeld steigt zwar um zwei Euro auf je 194 Euro für die ersten beiden Kinder, beim dritten Kind 200 Euro und ab jedem weiteren 225 Euro. Allerdings muss Kindergeld künftig nur noch für sechs Monate rückwirkend beantragt werden anstelle wie bisher für mehrere Jahre.

Der Regelsatz für alleinstehende Hartz-IV-Empfänger steigt von 409 auf 416 Euro pro Monat. Paare erhalten 6 Euro mehr, also 374 Euro pro Person.

Der Mindestlohn für Pflegekräfte steigt von 10,20 Euro auf 10,55 Euro. Im Elektrohandwerk liegt die Lohnuntergrenze bei 10,95 Euro. Der branchenunabhängige Mindestlohn bleibt unverändert bei 8,84 Euro.

Ab dem 13. Januar 2018 dürfen Händler keine „Gebühren“ mehr für gängige Kartenzahlungen, SEPA-Überweisungen und Lastschriften erheben – weder im örtlichen Handel noch online.

Beim Missbrauch der Kreditkarte oder des Online-Bankkontos haften Verbraucher nur noch bis zu 50 Euro statt bisher 150 Euro – es sei denn, Kunden handeln grob fahrlässig – z.B. eine PIN in der Nähe der Karte aufzubewahren.

Der 500-Euro-Schein wird zum Ende des Jahres nicht mehr gedruckt. Die im Umlauf befindlichen Banknoten behalten natürlich ihre Gültigkeit.

Wer die Steuererklärung für 2018 selbst macht, hat bis 31. Juli 2019 Zeit – zwei Monate länger als bisher. Für die Steuererklärung 2017 bleibt der Stichtag 31. Mai 2018.

Abonnenten von Streaming-Diensten wie Netflix, Spotify oder Maxdome können diese ab dem 20. März 2018 auch im EU-Ausland nutzen. Die so genannten Ländersperren müssen aufgehoben werden. Die Regelung gilt allerdings nur bei kurzen Aufenthalten im Ausland, also z. B. im Urlaub.

Neuwagen müssen ab September die Schadstoffklasse 6c erfüllen. Mofas, Quads und ähnliche Fahrzeuge mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 45 km/h müssen bei einer Erstzulassung ab dem 1.1.2018 „Euro 4“ erfüllen.

Winterreifen müssen künftig das Alpine-Symbol tragen. M+S-Reifen ohne Schneeflockenzeichen, die bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt werden, dürfen bis zum 30. September 2024 als Winterreifen verwendet werden.

Verträge mit Hausbauern können künftig innerhalb von 14 Tagen widerrufen werden. Außerdem müssen klare Fristen enthalten, u.a. anderem einen verbindlichen Termin, zu dem das Gebäude fertig wird.

Förderantrag vor Beginn der Baumaßnahmen stellen: Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle bezuschusst in seinem Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ Solaranlagen, Wärmepumpenheizungen und Biomasseheizungen. Um die Förderung zu erhalten, müssen Verbraucher ab 2018 den Förderantrag stellen, bevor sie mit der Umsetzung der zu fördernden Maßnahme beginnen.

Die KfW (Bankengruppe) verringert ab dem 1. Januar 2018 den Tilgungszuschuss in ihrem Programm „Erneuerbare Energien-Speicher“ zur Förderung von Batteriespeichern für Photovoltaikanlagen von dreizehn auf zehn Prozent der errechneten Speicherkosten.

Mit der Reform des Bauvertragsrechts und der Änderung der kaufrechtlichen Mängelhaftung erhalten Bauherren ab 2018 eine Baubeschreibung. Sie beinhaltet detaillierte Angaben zum Energie- und Schallschutzstandard. Bauherren profitieren in mehrfacher Weise von dieser Neuregelung:

Die Baubeschreibung
1. ermöglicht noch vor Abschluss des Vertrages, Angebote besser miteinander zu vergleichen,
2. belegt, dass die Förderbedingungen eingehalten wurden,
3. eignet sich als Grundlage, um einen Kredit zu beantragen und,
4. dient als Nachweis, dass öffentlich-rechtliche Vorschriften eingehalten wurden.

Obwohl die EEG-Umlage 2018 leicht fällt, kann es zu Strompreiserhöhungen kommen. Die gleichzeitige Novellierung des Netzentgeltmodernisierungsgesetzes sieht vor, die Übertragungsnetzentgelte zu vereinheitlichen. Je nach Stromanbieter kann der Strompreis steigen oder sinken. Verbraucher sollten daher ihre Stromverträge prüfen, die Preise vergleichen und gegebenenfalls den Anbieter wechseln.

Aus- und Einbaukosten:
Wenn eingebaute Produkte wie z. B. Fliesen Mängel haben, muss der Verkäufer sie ab sofort entweder selbst wieder vom Boden oder Wand abnehmen und durch intakte ersetzen oder die Kosten hierfür tragen. Welche Variante gewählt wird, entscheidet der Verkäufer. Verbraucher können einen Vorschuss für Transportkosten verlangen, wenn sie mangelhafte Ware zur Reparatur an den Verkäufer zurückschicken. Die Regelungen gelten natürlich nicht, wenn der Käufer vor dem Einbau wusste, dass die Ware mangelhaft war.

(Quelle Baurecht Verbraucherzentrale Niedersachsen)

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