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Celle - Ausstellung - atelier 22 - Hubertus Busch

Das Atelier 22 entführt in „Paradoxe Welten“ von Hubertus Busch

21.07.2019 - 08:12 Uhr     CELLEHEUTE    0
Fotos: Anke Schlicht

CELLE. Sie sind zwar gar nicht so typisch für den Malstil von Hubertus Busch und daher auch nicht so zahlreich in der neuen Ausstellung „Paradoxe Welten“ vertreten, aber die auf Leinwand gebannten Menschen veranlassen zum Verharren. Ist es nur die Schönheit der Frauen, die in den Bann zieht? Nein, es steckt eindeutig mehr hinter den Bildern, die seit gestern im Atelier 22 zu besichtigen sind. „Die Aura der Person und ihr Charakter müssen rüberkommen, ein Portrait darf keine leblose Kopie sein“, sagt Laudator Wolfgang Decker und lüftet damit das Geheimnis um „Clara“ und andere Portraitierte.



Als Mann der ersten Stunde im Atelier 22 beschreibt der neue Vorsitzende, Jürgen Henke, den Künstler, der jedoch bis heute kein Mitglied ist, er wollte nie eines sein. Ein Hinweis auf Eigenwilligkeit, die seiner Profession gut ansteht. Viel Biographisches wird zum Auftakt der Schau nicht verraten, und diese Daten braucht es auch nicht, gewährt Busch doch mit seinen Bildern Einblick in seine Gedanken- und Vorstellungswelt. Nichts auf diesen Werken ist, wie man es kennt. Düstere Gestalten, die das Unheil bereits in sich zu tragen scheinen, umgeben die beiden Liebenden, die sich zum ersten Date treffen. Erst auf den zweiten Blick werden die Tränen sichtbar, die dem Soldaten über die Wangen laufen. „Screenshot“ ist das Gesicht eines Mannes überschrieben, der sich verloren zu haben scheint. Momentaufnahme eines Seelenzustands verknüpft mit dem digitalen Alltag.

Als eine Mischung aus Surrealismus und Expressionismus beschreibt Laudator Decker den Stil von Hubertus Busch. Er zerreiße die Wirklichkeit in Stücke und setze sie neu zusammen. So lässt er neue Realitäten entstehen, die mehr offenbaren, als dem Gehirn entspringt. Der Bauch, das Unterbewusste mischen sich ein. „Ich male, was mir in den Kopf kommt“, sagt Busch und hat dabei Spontanität im Sinn. Diese ist für ihn bedeutsamer denn je. In der Vergangenheit hat er viel Zeit in die Vorbereitung und akkurate Ausführung investiert. Diese Intention ist mittlerweile dem Festhalten des Momentes gewichen. „Ein gefühlvolles Bild zu malen mit teils grobem Pinselstrich ist mir wichtiger als höchst präzise ausgeführte, tote Bilder“, betont Busch. Daher arbeitet er überwiegend in Acryl, da die schnelle Trocknung eine zügige Malweise verlangt.

„Eine schnelle Entscheidung ist immer eine Bauchentscheidung“, sagt der Künstler. Sollte diese bei der Frage, Ausstellungsbesuch ja oder nein, positiv ausfallen, dann ist sie in jedem Fall auch richtig, denn die noch bis zum 31. August, donnerstags bis sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnete Schau „Paradoxe Welten“ ist sehr sehenswert.

Text: Anke Schlicht





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