Das Feuer am Hafen - Zusammenfassung aus Sicht der Feuerwehr

Von Redaktion | am So., 20.07.2014 - 12:28

Gestern um 17:02 Uhr wurde die Freiwillige Feuerwehr Celle – Hauptwache mit dem Einsatzstichwort „Flächenbrand“ in die Hafenstraße alarmiert. Aufgrund des gerade beendeten Tag der offenen Tür der Celler Hauptwache wurde per Durchsage die eingeteilte Wachbereitschaft alarmiert. Wir berichteten vor Ort in unserer Facebook-Ausgabe und auf CelleHeute.TV.
Zu diesem Zeitpunkt stand über Celle bereits eine riesige schwarze Rauchwolke, die bis weit in den Landkreis zu sehen war. Beim Eintreffen ergab sich folgende Lage:

Große Teile einer hölzernen Lagerhalle brannten in voller Ausdehnung. Aus einer weiteren Lagerhalle drang dichter schwarzer Qualm. Ob weitere benachbarte Gebäude betroffen waren, war zunächst unklar. Sofort veranlasste der Einsatzleiter die Nachalarmierung weiterer Einsatzkräfte der Celler Hauptwache.

Das Einsatzobjekt befand sich direkt am Hafenbecken im Celler Hafen und war nur über einen Zufahrtsweg zu erreichen. Insgesamt bestand der Gebäudekomplex aus vier Gebäuden. Hiervon zwei Lagerhallen, die komplett aus Holz errichtet waren und zwei Gebäuden in Massivbauweise. In den Gebäuden befanden sich u.a. die Unterkunft der Celler DLRG und die Räume des Celler Yachtclubs. Der Celler Hafen befindet sich direkt am Celler Schützenplatz, wo zurzeit das Schützenfest veranstaltet wird

Bereits wenige Minuten nach dem Eintreffen der ersten Einsatzkräfte der Feuerwehr an der Einsatzstelle brannten die aus Holz errichteten Lagerhallen in voller Ausdehnung und griffen nach kurzer Zeit auch auf die weiteren Gebäude über. Es brannten somit vier Gebäude in voller Ausdehnung. Ebenfalls zwei vor dem Gebäude abgestellte LKW der DLRG, ein Logistik-Fahrzeug und ein ehemaliges Feuerwehrfahrzeug, brannten in voller Ausdehnung. Diverse Explosionen begleiteten das Einsatzszenario.

Durch die Celler Feuerwehr wurde sofort eine massive Brandbekämpfung im Außenangriff eingeleitet und durchgeführt. So kamen bereits im frühen Einsatzverlauf zwei Wasserwerfer eines TLF 24/50 und eines TLF 16/25 zum Einsatz. Ein weiterer Monitor wurde über eine DLK 23/12 eingesetzt. Des Weiteren wurde ein mobiler Wasserwerfer in Stellung gebracht sowie diverse C und B-Rohe vorgenommen.

Im weiteren Einsatzverlauf wurden zwei Einsatzabschnitte gebildet. Ein Einsatzabschnitt befand sich im vorderen Bereich des Gebäudekomplexes (betrachtet aus Richtung Zufahrt) und ein weiterer Einsatzabschnitt im hinteren Bereich des Komplexes. Aufgrund der Größe des Brandes wurde Vollalarm für die Celler-Hauptwache gegeben sowie die Ortsfeuerwehren Celle-Westercelle, Celle-Scheuen und Celle-Hustedt nachalarmiert. Es befanden sich somit über 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz.

Durch die Führungsgruppe Einsatzleitung wurde in unmittelbarer Nähe zum Einsatzobjekt der Einsatzleitwagen 2 der Hauptwache in Stellung gebracht um den Einsatzleiter zu unterstützen und u.a. Kommunikationsaufgaben zu übernehmen
Der schnelle und massive Einsatz der Celler Feuerwehr konnte jedoch nicht verhindern, dass der gesamte Gebäudekomplex vollkommen zerstört wurde. Die Holzlagerhallen waren vollständig und die massiven Gebäude teilweise eingestürzt.
Gegen 21.00 Uhr wurden die ersten Einsatzkräfte aus dem Einsatz entlassen. Für weitere Nachlöscharbeiten wurden die Ortsfeuerwehren Celle-Altenhagen, Celle-Bostel und Celle-Garßen nachalarmiert. Die Kräfte der Hauptwache wurden zu diesem Zeitpunkt komplett abgelöst.

Die Wasserversorgung gestaltete sich zunächst schwierig. So wurde zur Versorgung der Einsatzstelle eine Wasserversorgung über lange Wegstrecke zum nächsten Hydranten hergestellt. Hierbei kam der Schlauchwagen (SW 2000) zum Einsatz. Da sich das Einsatzobjekt direkt am Hafenbecken auf der Celler Allerinsel befand, wurden insgesamt fünf offene Wasserentnahmestellen eingerichtet. Drei direkt am Hafenbecken mit zwei Tragkraftspritzen und der Frontpumpe eines LF 16 TS, eine weitere Wasserentnahmestelle wurde mit einer Tragkraftspritze an einem Allerarm sowie eine weitere Entnahmestelle durch die Heckpumpe eines Löschgruppenfahrzeuges (LF 16/12) an einer Slipanlage eingerichtet.

Eine außergewöhnliche Belastung während des Einsatzes war durch die hohen Temperaturen gegeben. Temperaturen von über 35 Grad Celsius und ungeschützte Sonneneinstrahlung brachten die Einsatzkräfte an ihre Belastungsgrenze. Insgesamt fünf Einsatzkräfte mussten medizinisch versorgt werden.

Durch den Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfallhilfe wurde die Einsatzstelle mit Kaltgetränken versorgt. Hierbei unterstützte auch das THW Celle. Des Weiteren wurde durch die Sanitätsdienste eine Ruhestation eingerichtet. Auch Eis wurde zur Abkühlung gereicht.

Durch die Beleuchtungsgruppe des THW Celle wurde die Einsatzstelle für die Nachlöscharbeiten ausgeleuchtet. Weiter wurde ein Radlader des Ortsverbandes Ronnenberg angefordert.

Während der Löscharbeiten bildete sich im Hafenbecken ein größerer Ölfilm. Zum Errichten einer Ölsperre wurde die Freiwillige Feuerwehr Winsen (Aller) alarmiert. So mussten keine Einsatzkräfte des Chemie- und Strahlenschutzzuges aus dem laufenden Einsatzgeschehen ausgelöst werden.

Vollkommen zerstört wurde auch die Unterkunft der Ortsgruppe Celle der DLRG. Fahrzeuge und Bote sowie die gesamte in der Halle gelagerte Ausrüstung wurden durch die Flammen zerstört

Eingesetzte Kräfte:
Freiwillige Feuerwehren Celle
Hauptwache
Westercelle
Scheuen
Hustedt
Garßen
Bostel
Altenhagen
Freiwillige Feuerwehr Winsen (Aller)
Rettungsdienst – DRK Celle
Polizei Celle
Malteser Hilfsdienst Celle
Johanniter Unfallhilfe Celle
Technisches Hilfswerk Celle
Technisches Hilfswerk Ronnenberg
Notfallseelsorge des ev. luth. Kirchenkreises Celle
Untere Wasserbehörde
Privates Bergungsunternehmen (Abschleppen von Fahrzeugen und LKWs)
Tiefbauamt der Stadt Celle
Infos und Fotos: Florian Persuhn
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