„Das ist Celles Charakter“ – Celle startet ins Stadtfest-Wochenende

Musik Von Redaktion | am Sa., 14.09.2019 - 00:02

CELLE. Es ist das Fest der Feste – im Reigen der vielen verschiedenen Events im Laufe des Sommers, die jedes für sich ihren besonderen Reiz haben, hebt sich das heute Abend gestartete Stadtfest doch ein wenig oder auch ein bisschen mehr ab von den anderen, weil es von Cellern für Celler veranstaltet wird und auch darüber hinaus einen besonderen Charakter entfaltet.
Eben noch herrscht Einkaufs- und Geschäftsleben in der City, und schon verwandelt sich die Innenstadt mit ihrem Aushängeschild, dem Schlossvorplatz, in eine Bühne. An drei Auftrittsorten präsentieren sich die unterschiedlichen Bands des Abends und ziehen dementsprechend alle ein anderes Publikum an. Mit einem Glas Wein starten Birgit und Kerstin ins Vergnügen. „Wir haben zum Auftakt Swing gehört“, erzählen die beiden Damen, „heute passt einfach alles, es ist ein schönes Ambiente, alles sieht so wertig aus, man glaubt gar nicht, das ist Celle.“

In der Tat, die Stadt zeigt ein besonderes Gesicht, als würde das Gemeinschaftsgefühl, das sich mittlerweile unter den rund 350 Helfern, die ehrenamtlich die Veranstaltung auf die Beine stellen, mit den Jahren herausgebildet hat, ausstrahlen aufs Publikum. Mit schwindendem Tageslicht und hereinbrechender Dämmerung füllen sich die Reihen vor dem Schloss, auf der Stechbahn und am Markt. Die Bühnen stehen in ausreichendem Abstand, kein musikalischer Act übertönt den anderen, alles wirkt sehr harmonisch. Christoph Buchmüller trägt ein „I love Celle“-T-Shirt, mit seiner Pferdewurst-Bude steht er auf der Stechbahn, rockige Klänge bilden für ihn den Background des Abends, seinen Freundinnen hat er jedoch den Markt empfohlen: „Da gibt’s junge Musik, das passt besser zu euch“, sagt er, bevor er sich als Mitorganisator der ersten Stunde outet. „Dass wir es geschafft haben, die Celler aus ihren Häusern zu locken“, antwortet er auf die Frage, was für ihn das Besondere an diesem Event sei. „Das ist Celles Charakter, was man hier sieht, wir sind alles Ehrenamtliche, Celle für Celler, das ist das Rezept“, fügt er hinzu. „Wir sind Ehrenamtliche, aber wir werden immer professioneller“, sagt Buchmüller, während „amberlite“ den Wunsch des Publikums nach einer Zugabe ablehnen muss, der Zeitplan muss eingehalten werden, es wird umgebaut für den nächsten Act. „Marmor, Stein und Eisen bricht“ wird gleich erklingen, während vor dem Schloss nach beendetem Swing der „Big Band Celle“ West Coast, aber auch Gospel und Rock’n’Roll von mTp zu hören ist, am Markt macht sich „Dead Pac“ bereit. Jeder Bühne ist ein Moderator zugeordnet, kurz und knapp, aber auf den Punkt, kündigt Konrad die WestCoast-Musiker vor dem Schloss an. Auch er entpuppt sich im Gespräch als Mann der ersten Stunde. „Es ist immer wieder aufs Neue eine enorme logistische Herausforderung, das Event mit drei Bühnen auf die Beine zu stellen, da hängt sehr viel dran“, berichtet der Organisator und Moderator, der wie alle Gesprächspartner den guten Zusammenhalt des Helferteams hervorhebt. „Wir sind über die Jahre zusammengewachsen“, sagt Moritz, der ebenfalls von Beginn an, also zum sechsten Mal, dabei ist.

Auch morgen, wenn das Fest von Cellern für Celler in die zweite Runde geht - Start ist um 11 Uhr mit dem Kinderprogramm vor dem Schloss - werden die Besucher Gelegenheit haben, diesen besonderen Charakter auf sich wirken zu lassen.

Fotos: Peter Müller