CELLE. Etwas aufgeregt stehen rund zwanzig Frauen und einige wenige Männer im morgendlichen Sonnenschein auf dem Gelände der CeBus an der Nienburger Straße in Celle und warten auf ihre erste Probefahrt in einem Bus der City Fahrschuhe Krug. Zum zweiten Mal hat das Busunternehmen in Kooperation mit dem Jobcenter im Landkreis Celle, der Agentur für Arbeit Celle, dem Überbetrieblichen Verbund Frauen und Wirtschaft (ÜBV) und der Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle zum Schnuppertag für Frauen eingeladen.

Carmen Nitsche hat bereits unter Anleitung von Fahrlehrer Tim Söhnholz (City Fahrschule Krug) ihre erste Runde auf dem weitläufigen CeBus-Gelände absolviert. Die 44-Jährige ist ganz begeistert von der Probefahrt. „Ich bin überrascht, wie toll sich der Bus fährt – das macht Lust auf mehr. Die Möglichkeit, hier heute mal reinzuschnuppern, finde ich genial. Ich dachte, es sei eine Erfahrung wert, das Busfahren einmal auszuprobieren“, erklärt Nitsche. Gerade in ihrem körperlich fordernden Beruf als Physiotherapeutin sei es möglich, dass man irgendwann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten könne. Das Busfahren sei eventuell eine gute Alternative für sie.

Auch Stefanie Kanita ist interessiert an einem Job als Busfahrerin: „Meine jüngste Tochter kommt jetzt in die Schule. Nun habe ich endlich mal wieder Zeit arbeiten zu gehen.“ Als alleinerziehende Mutter wären die Arbeitszeiten als Busfahrerin für die 38-Jährige deutlich besser geeignet, als die in ihrem früheren Beruf als Gastronomin. Die ehemalige Kneipenbesitzerin Nicola Koch war beim ersten CeBus-Schnuppertag im Herbst 2016 mit dem Busfahren in Kontakt gekommen und fährt heute mit großer Begeisterung für die CeBus im Stadtgebiet. Auch sie ist vor Ort und erzählt den interessierten Frauen und einigen männlichen Asylbewerbern, die in die Nienburger Straße gekommen sind, von ihren Erfahrungen. „Für mich ist Busfahren Leidenschaft – es macht wahnsinnigen Spaß“, so Koch, die es toll findet, nicht im Büro sitzen zu müssen und viel Kontakt zu anderen Menschen zu haben.

Daniela Stanojevic scheint sich von Kochs Begeisterung anstecken zu lassen. Die Englischlehrerin aus Serbien ist seit 15 Monaten in Deutschland und denkt, dass ihr Deutsch noch nicht gut genug für eine Tätigkeit als Lehrerin sei. „Als Busfahrerin zu arbeiten, könnte etwas für mich sein. Bisher hatte ich hier wenig soziale Kontakte, das würde sich mit dem Beruf ändern. Ich könnte mir sogar vorstellen, das bis zur Rente zu machen“, verrät die Mutter zweier Töchter.

CeBus, das Jobcenter im Landkreis Celle und die Agentur für Arbeit Celle haben an diesem Morgen ebenso wie die Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle viel zu tun, die Interessenten vor Ort über Ausbildung, Arbeitsbedingungen und Fördermöglichkeiten zu beraten. „Stück für Stück wollen wir den Frauenanteil bei CeBus weiter erhöhen“ sagt CeBus Geschäftsführer Bernward Franzky. CeBus habe für die zukünftigen Busfahrerinnen einiges zu bieten: Als Mitglied im ÜBV gebe es unter anderem auch die Möglichkeit, den Job in Teilzeit auszuüben. Alle Beteiligten sind zufrieden mit der guten Resonanz des Schnuppertages. „Wir freuen uns, dass so viele Frauen sich getraut haben, mal etwas Neues auszuprobieren“, so Maria Nejdl von der Koordinierungsstelle.

Text und Foto: Angela Siems

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