CELLE. Demenz belastet (zeitweise) die unmittelbar davon Betroffenen, oft aber noch mehr pflegende Angehörige. Mit zunehmender Lebenserwartung steigt die Zahl der Menschen mit Demenz. Deshalb bildet Demenz auch eine große Herausforderung für Gesellschaft, Gesundheitssystem und Rechtsordnung. Gefordert sind wir zunächst als Menschen: Sehen wir nur die Defizite oder auch bleibende Fähigkeiten der Betroffenen, die nicht bevormundet werden wollen? Oder vergessen wir sie?

Auch Christinnen und Christen sowie ihre Gemeinden stehen vor großen Aufgaben. Was können sie der verbreiteten Angst vor z. B. Alzheimer entgegensetzen? Unterricht und Predigt sollen ermutigende Glaubensinhalte dem Gedächtnis einprägen und später dorthin zurückrufen. Doch dieses explizite Gedächtnis schwindet bei Menschen mit Demenz immer mehr. „Erhalten bleibt aber ein implizites Gedächtnis oder Leibgedächtnis: eine mehr gefühlte als bewusste Erinnerung, ein sprachloses, aber treues Gedächtnis“, so der Theologe Dr. Helmut Geiger. Welche Chancen ergeben sich aus dieser neueren Erkenntnis? Haben Menschen mit Demenz Zugänge zum Leben und Glauben, die anderen verschlossen sind?

Die Schauspielerin Rosemarie Schilling rezitiert Äußerungen von Betroffenen, Pflegenden und Fachleuten zum Thema.
Es referiert der Theologe Dr. Helmut Geiger, Mitglied der Celler Demenz-Initiative, am Mittwoch, 11. Oktober, 19.30 Uhr, im Bonifatiushaus der Kirchengemeinde Klein Hehlen, Bonifatiusstr. 13.

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