Demo für Erhalt der Altstädter Grundschule

Politik Von Redaktion | am Di., 24.09.2019 - 12:53

CELLE. Am kommenden Donnerstag wird der Rat der Stadt Celle über die „Strukturveränderungen im Bereich der Celler Grundschulen“ abstimmen und die Altstädter Schule als Grundschule aufgelöst werden (CELLEHEUTE berichtete mehrfach). Das Gebäude der Altstädter Schule von Otto Haesler, wo gestern das Rektorenzimmer feierlich eröffnet wurde, soll an den Landkreis Celle verkauft werden und die Kinder der Altstädter Schule in zwei Jahren zur Blumläger Schule wechseln. Eltern wollen gegen diese Pläne demonstrieren. In einem Rundschreiben heißt es, unzensiert und unkommentiert:



"Die Mitglieder im Stadtrat haben eine Entscheidung zu treffen, die das Leben der Grundschüler*innen in Neuenhäusen und der Altstadt massiv treffen wird. Zur Zeit besuchen 120 Kinder die Altstädter Schule. Es wären mehr Kinder, wenn nicht einige Eltern, die von den Plänen der Stadt wussten, ihre Kinder an anderen Schulen untergebracht hätten.

Aber gerade die Tatsache, dass die Altstädter Schule eine kleine Schule ist, bringt unübertreffbare Vorteile mit sich: die Lehrerinnen und Mitarbeiter*innen kennen jedes Kind der Schule, die Kinder kennen sich auch gegenseitig über die Jahrgänge hinweg, die gesamte Schule unternimmt Ausflüge, veranstaltet Feiern...
Das Argument der Stadtverwaltung, dass an größeren Schulen der Vertretungsunterricht besser zu organisieren ist, stimmt nicht. Es ist an der Altstädter Schule kein Problem, die Kinder auf andere Klassen zu verteilen, damit die Aufsicht gewährleistet ist. Auch kann sich jeder Laie vorstellen, in welcher Klasse bessere Lernbedingungen herrschen: in einer Klasse mit 15 – 18 Kindern oder in einer Klasse mit 26 Kindern? Das ist die Höchstzahl an Schüler*innen, die in einer Grundschulklasse sein dürfen. Besonders wenn in einer Klasse Kinder sind, die noch nicht so gut Deutsch sprechen oder anderweitigen Förderbedarf haben, ist es klar, dass die Lehrkraft sich in einer kleinen Klasse besser den Bedürfnissen der Kinder widmen kann.

Die Kinder der Altstädter Schule kommen ab der ersten Klasse, teilweise sogar allein, zu Fuß oder mit dem Roller zur Schule, weil ihr Schulweg kurz und sicher ist. Das wird sich ändern, wenn in zwei Jahren ca. 100 Eltern ihre Kinder morgens mit dem Auto zur Blumläger Schule fahren und mittags oder nachmittags wieder abholen werden. Unter dem Aspekt des Klimaschutzes sind die Pläne der Stadt alles andere als modern. Die Altstädter Schule soll als Grundschule eingespart werden, geopfert werden, damit die Stadt Geld zur Verfügung hat, um andere Grundschulstandorte zu sanieren oder aufzubauen.

Dagegen will sich die Elternschaft der Altstädter Schule wehren. Daher wird von Montag bis Donnerstag jeden Morgen eine Mahnwache vor der Schule stehen, um die Öffentlichkeit auf die Sorge der Schulgemeinschaft Altstädter Schule aufmerksam zu machen.

Außerdem wird es eine Demonstration am Donnerstag, d. 26. September, von der Altstädter Schule zum Neuen Rathaus geben. Start ist um 15:30 Uhr an der Altstädter Schule. Viele Bürger*innen, die selbst nicht von der Auflösung der Altstädter Schule betroffen sind, haben ihre Solidarität bekundet. Bitte unterstützen Sie die Eltern der Altstädter Schule und demonstrieren Sie mit!"

Fotos: Peter Müller