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Stellungsnahme des Rates soll am 19. Februar beschlossen werden

„Der Berg muss weg!“: 150 Bürger protestieren gegen K + S-Pläne

06.02.2018 - 12:55 Uhr     Monika Wille    0
Fotos: Peter Müller

WATHLINGEN. Die vom Kali und Salz Konzern (K + S) geplante Kalihaldenabdeckung erregt die Gemüter und das nicht nur in Wathlingen sondern auch in den umliegenden Gemeinden. Rund 150 Bürgerinnen und Bürger aus Wathlingen, Nienhagen, Hänigsen und Uetze machten ihrem Unmut gestern erneut mit einer Kundgebung Luft. Joachim Bartsch brachte die Forderungen der Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen auf den Punkt: „Der Berg muss weg! Er muss dahin, wo er herkommt, nämlich unter Tage. Man hat uns belacht, beschimpft und angegriffen, aber jetzt werden wir gewinnen.“



„Wathlingen wird von ‚Kali und Salz ’seit 25 Jahren verarscht“, damit sprach Gerald Sommer aus, was wohl viele der Anwesenden dachten. Michael Miethe von der Bürgerinitiative Uetze wies noch einmal auf die immense Verkehrsbelastung hin, die auf Hänigsen zukommen würde. „Ich bin direkt betroffen, vor meiner Haustür würde dann alle drei Minuten ein LKW vorbeifahren. Das mag erst einmal nicht viel klingen, aber der normale Verkehr kommt ja noch dazu.“

Wie schon bei der Sitzung in der vergangenen Woche, als das Thema gar nicht auf der Tagesordnung stand, waren die vorbereiteten Stühle im Sitzungsraum schnell belegt. Dem Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Umwelt und Bauen der Gemeinde Wathlingen, der ab 18 Uhr tagte, war vorranging an sachlicher Information gelegen. Dass dies im Sinne der Anwesenden war, machte eine Bürgerin gleich im ersten Teil der Einwohnerfragestunde deutlich, „Ich weiß nicht genug und befürchte, unbegründeter Angstmacherei zum Opfer zu fallen.“ Darüber hinaus treibt die Frage: „Haben wir Bürger denn gar keine Rechte, sind wir einem Konzern hilflos ausgeliefert?“, die Bürgerinnen und Bürger um.

Einleitend informierte Bürgermeister Torsten Harms, dass sich im Vorfeld der Sitzung die Bürgermeister aus Burgdorf, Uetze, Hänigsen, Nienhagen und Wathlingen getroffen hätten, um sich auf ein gemeinsames Vorgehen bezüglich der Einwendungen im Planfeststellungsverfahren zu verständigen und räumte mit den Worten: „ Wenn der Fuß des Berges im Wasser stehen sollte, dann hat sich das mit der Begrünung sofort erledigt,“ schon mal einen großen Stein beiseite.

Gleich mehre Sachverständige waren für diesen Abend in den Ausschuss geladen worden. So erläuterte die Anwältin für Verwaltungsrecht, Barbara Häring, dass der Gemeinde nur ein sehr eingeschränkter rechtlicher Spielraum im Verlauf des Planfeststellungsverfahrens eingeräumt werde, während betroffene Bürger und Verbände vermutlich erheblich größere Erfolgsaussichten bei etwaigen Klageverfahren hätten. Wolfgang Scholz, der sich schon seit 2010 mit der Halde und der Versalzung des Grundwassers befasst, veranschaulichte unter anderem den von K+S geplanten Aufbau der Halde sowie die Vor-und Nachteile der unterschiedlichen im Planfeststellungsverfahren aufgezeigten Varianten.

Der Ausschuss empfahl nach langer, intensiver Erörterung und Diskussion, eine Entscheidung zur Stellungnahme zum bergbaurechtlichen Planfeststellungsverfahren zur Abdeckung der Kalirückstandshalde „Niedersachsen“ in der Ratssitzung am 19.02.2018 zu treffen und bat die Verwaltung, die Erkenntnisse des Abends in einer Vorlage aufzubereiten. Harms schlug der Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen vor, die Beschlussvorlage für den Rat vorab noch einmal gemeinsam zu prüfen, denn, „nur gemeinsam sind wir stark“, so der abschließende versöhnliche Appell des Bürgermeisters.

 

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