CELLE. Ein Mann stürzt von einem Silo-Turm am Hafen in den Tod. Für Fremdverschulden ergeben sich für Kommissar Herbst keine Anhaltspunkte. Als dann aber auch die Mutter des Toten mysteriöse Unfälle erleidet, stellen sich neue Fragen. Unfreiwillig immer mit dabei, Martin Spranger, der Detektiv wider Willen. Er (ver-)zweifelt nach wie vor an der (Un-)Vernunft seiner Mitmenschen. Die Stadtentwicklungspolitik in Mölze (= Celle) ist ihm ein Graus.

Architektur und Stadtentwicklung sind immer Entwürfe von Zukunft. Cornelia Sziget ist es in ihrem neuen Krimi ein Anliegen, zu zeigen, dass in Celle beides kaum in der Gegenwart angekommen ist. Aber auch, dass die geplante „Sanierung“ des Quartiers Speicherstraße auch mit Vergangenheit nichts anzufangen weiß. „Modernität hat hier nur im Blick, mit dem Bau von Stadtvillen den Bedürfnissen von wohlhabenderen Schichten entgegenzukommen“, sagt Sziget, die die Augen öffnen möchte für alternative Wege.

Mit Kommissar Herbst hat Sziget für ihren Krimistoff zudem einen Akteur aufgebaut, den seine verschiedenen Spleens nicht an der Aufklärung der Fälle zu hindern scheinen. So paart sich wieder einmal Witz mit Kritik am Mölzer Einerlei.

Cornelia Sziget: Der Fall am Hafen. Ein Celler Regionalkrimi. edition winterwork, ISBN 978-3-96014-496-0, 12,90 EUR



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