LEINETAL/EICKLNGEN. Nach zuletzt zwei Unentschieden in Folge peilte die 1. Herren des TuS Eicklingen im Kellerduell in Schwarmstedt gegen den TSV Leinetal einen Sieg an. In dem Vier-Punkte-Spiel konnte Eicklingen erstmals in Bestbesetzung antreten. Aus taktischen Gründen wurde erneut die „Oldendorf-Formation“ aufgeboten. Eicklingens Dietmar Siefert trat nur in den Einzeln an und Linkshänder Carsten Pröve übernahm dafür den Part im Doppel an der Seite von Markus Scavarda. Genau in dieser Aufstellung konnte im letzten Jahr der Aufstieg gegen den MTV Oldendorf sichergestellt werden.

Aber auch die Leinetaler hatten die Brisanz dieser Begegnung erkannt und erstmalig in der Saison ihren ehemaligen polnische Jugendnationalspieler Darek Kosinski an Nr. 2 am Start, der seine erfolgreiche Karriere eigentlich schon beendet hatte. In den Eingangsdoppeln konnten Tim Söhnholz und Albrecht Meier gegen das Leinetaler Spitzendoppel, die Materialkombination Roeszies/Griese, nicht viel ausrichten. Hart umkämpft war die Partie zwischen Markus Scavarda/Carsten Pröve gegen eben jenen Kosinski und seinen Partner Gregor Kasprick. Mit 12:10, 11:13, 11:7, 8:11 und 11:5 ging die erste von insgesamt neun Fünf-Satz-Partien an die Eicklinger Mannschaft.

Postwendend folgte aber die Retourkutsche, denn Jörg Schepelmann und Axel Gierke unterlagen nach großem Kampf gegen Kula/Runge mit 11:5, 10:12, 11:6, 9:11 und 8:11. Trotz aussichtsreicher Zwischenstände in den Sätzen 4 und 5 mussten die beiden Eicklinger Angriffsspieler ihren Gegnern gratulieren. Damit hatte vorerst Leinetal mit 2:1 die Nase vorne. Im oberen Paarkreuz hatte es Tim Söhnholz mit dem Topspieler der Leinetaler, Achim Roeszies, zu tun. Der aus der Jugend des TSV Wietze stammende Allrounder und Söhnholz zeigten dem Publikum großen Sport und packende Ballwechsel. Am Ende setzte sich Roeszies dann nach vier umkämpften Sätzen mit 3:1 durch.

Parallel hatte Markus Scavarda in seiner Begegnung gegen Kosinski überhaupt keine Mühe. Mit platzierten Angriffsbällen ließ er dem zwar mit viel Ballgefühl, aber nur wenig Laufbereitschaft, ausgestatten und etwas schwerfälligen Leinetaler keine Chance. Nach 11:6, 11:6 und 11:4 war „Schluss mit Lustig“. Gegen den jungen Daniel Griese konnte sich anschließend Albrecht anstrengen wie er wollte. Er fand nur im dritten Satz die Mittel gegen den lang aufgeschossenen Griese und verlor letztlich nach vier Sätzen.

Dietmar Siefert traf in seinem ersten Einzel auf die Leinetaler Kampfmaschine Gregor Kasprick. Letztgenannter fand nur wenig Mittel gegen die Schnittwechsel, raffinierten Aufschläge und sehr platzierten Returns des Eicklingers. Hier zeigte Seifert einmal mehr sein überragendes Spielrepertoire. Völlig unaufgeregt verunsicherte er den Leinetaler und holte mit 3:1 Sätzen den Anschlusspunkt zum 3:4 Zwischenstand. Ein echter Krimi folgte dann auf dem Centercourt. Jörg Schepelmann traf auf Luis Runge. Mit ähnlichen Spielsystemen ausgestattet, schenkten sich die beiden Angriffsspieler nichts. Da beide auch über eine excellente Beinarbeit verfügen und Stärken in der Defensive haben, ergaben sich immer wieder lange und umkämpfte Ballwechsel sehr zur Freude der Zuschauer. Am Ende hatte Schepelmann beim 11:8, 9:11, 13:11, 15:17 (!) und 11:9 das bessere Ende für sich.

Parallel zeigte Axel Gierke seine bisher wohl beste Saisonleistung gegen Vassilios Kula. Gierke konnte den laufstarken Kula ein ums andere Mal mit gut gesetzten Vorhand- und Rückhand-Topspins in die Defensive drängen und mit harten Schmetterbällen die einzelnen Ballwechsel für sich entscheiden. Nach konsequent zu Ende gespielten vier Sätzen konnte Gierke und die ganze Eicklinger Bank jubeln, denn erstmals lag man nun mit 5:4 Punkten vorne. Im Topspiel erfüllten sich leider die Hoffnungen von Markus Scavarda gegen Roeszies nicht. Nach durchwachsenem Auftakt lag Scavarda schnell mit 0:2 Sätzen hinten, konnte sich dann aber deutlich steigern und zum 2:2 Satzausgleich aufschließen. Das hohe Niveau der Sätze 3 und 4 konnte Scavarda aber nicht ganz halten und der quirlige Wietzer konnte sich seinerseits nochmal steigern und übernahm im fünften Satz mehr und mehr die Initiative, so dass er schlussendlich nach fünf Sätzen die Arme hochreißen konnte.

Tim Söhnholz sollte aber die Ein-Punkte-Führung wieder herstellen. Auch er ließ Kosinski keine Chance und platzierte den im Spielverlauf sichtlich resignierenden Leinetaler nach Belieben aus. Nach an diesem Abend ungewöhnlich schnellen drei Sätzen war Schluss und Eicklingen führte wieder mit jetzt 6:5 Punkten. Es folgten dann fünf Begegnungen die allesamt über die volle Distanz gehen sollten. Dietmar Siefert begann seine Partie gegen den ca. 40 Jahre jüngeren Leinetaler hoch konzentriert. Aber Griese konnte sich gegen das Eicklinger Urgestein immer besser einstellen und ihm unterliefen kaum noch leichte Fehler. Erst im vierten Satz hatte Siefert die Partie wieder im Griff und glich aus zum 2:2. Der letzte Satz musste die Entscheidung bringen. Hier sah Griese schon aus wie der sichere Sieger und führte mit 5:1 und 9:5. Aber Siefert biss nochmal auf die Zähne, holte alles aus seinem Körper raus und konnte zum 9:9 ausgleichen. Zwei sehr unglückliche Ballwechsel führten dann letztlich zum Sieg des nervenstarken Leinetalers und zum 6:6 im Gesamtklassement.

Parallel duellierten sich die beiden Kraftpakete und Konditionsbolzen Albrecht Meier und Gregor Kasprick. Schon die Aufschläge beider hatten ein enorm hohes Tempo und der Schiedsrichter der Begegnung musste schon genau hinsehen, um keinen Ball zu verpassen. Das Spiel wogte hin und her aber im fünften und letzten Satz hatte Meier doch deutlich die bessere Physis auf seiner Seite und holte sich diesen mit 11:6 Punkten recht klar zur erneuten Eicklinger Führung. Spielstand jetzt 7:6.

Im unteren Paarkreuz folgten trotz später Stunde zwei weitere Begegnungen auf enorm hohem Niveau. Gegen den hoch eingeschätzten Luis Runge, der zweifellos zu den größten Talenten der gesamten Liga zählt, zeigte Axel Gierke die ganze Bandbreite seines Könnens. Beide schenkten sich nichts und lieferten dem staunenden Publikum immer wieder lange und umkämpfte Ballwechsel. Gierke hatte nach 2:1 Satzführung und 10:9 im vierten Satz schon Matchball, den der junge Leinetaler äußerst glücklich mit einem Netzball abwehren konnte, sonst hätte Gierke sicher gepunktet. So aber kippte die Partie zu Gunsten des an diesem Abend nicht besseren sondern einfach glücklicheren Luis Runge zum 7:7.

Nach haarigem Auftakt konnte sich Jörg Schepelmann zur Erleichterung seiner Mannschaftskameraden gegen Vassilios Kula im Spielverlauf deutlich steigern und näherte sich seiner starken Leistung aus dem ersten Spiel immer mehr an. Mit 8:11, 12:10, 4:11, 11:1 (!) und 11:8 sorgte er für die nötige Erleichterung auf der Eicklinger Bank. Mit 8:7 Punkten hatte man vor dem Schlussdoppel die Führung inne und zumindest schon mal einen Punkt auf der Habenseite. Aber nach zwei Unentschieden in den letzten beiden Begegnungen, in denen man jeweils das Entscheidungsdoppel verlor, wollte man natürlich endlich mal mehr und beide Punkte mitnehmen.

Dafür mussten Scavarda/Pröve allerdings die hohe Hürde Roeszies/Griese nehmen und gegen Materialkombinationen haben es Eicklinger Doppel bekanntlich grundsätzlich schwer. Gegen Mitternacht sollte der nächste aber definitiv letzte Krimi des Abends folgen. Nach 0:1 Satzrückstand steigerte sich die Eicklinger Kombination und setzte das Gastgeber-Doppel mehr und mehr mit sauber herausgespielten Angriffsschlägen unter Druck. Völlig unbeeindruckt von den Rückschlägen der Noppenbeläge zeigten die Eicklinger ihre ganze Klasse und übernahmen mehr und mehr die Kontrolle am Tisch.

Insbesondere Carsten Pröve, der quasi vier Stunden auf der harten Bank saß, war auf die Minute fit und sofort im Spiel. Mit 8:11, 11:8, 5:11, 11:5 und erneut 11:8 holten Scavarda/Pröve unter dem Jubel der Eicklinger Fans den ersehnten neunten Punkt zum verdienten 9:7 Endstand. „Wenn man eine so knappe Partie nach über vier Stunden Spielzeit für sich entscheiden kann, dann fällt einem natürlich ein großer Stein vom Herzen. Unser Trainerstab hat mit der Aufstellung mal wieder alles richtig gemacht, denn unser Schlussdoppel wirkte am Ende einfach frischer als die Gastgeber. Aber letztlich ist es ein Sieg der ganzen Mannschaft, denn jeder hatte seinen ganz persönlichen Anteil. Dieser Krimi war aber auch allerbeste Werbung für unseren Sport und zeigte die ganze Attraktivität unserer Sportart. Jetzt sollten wir in vierzehn Tagen im nächsten Auswärtsspiel gegen Soltau möglichst nochmal nachlegen“, So ein sichtlich geschaffter Kapitän Frank Weiss im Anschluss an die Partie.

 

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