Ein Jahr nach dem Startschuss: Detailplanung für den Spacepark Trauen

Technik Von Susanne Zaulick | am Di., 24.08.2021 - 18:48

FASSBERG. In Wahlkampf-Statements fällt sein Name derzeit häufig im Celler Nordkreis: Der „Spacepark“ Trauen ist Gegenstand von Politikerträumen rund um „Hightech in der Heide“. Vor einem Jahr wurde vor Ort mit einer aufwendigen Veranstaltung der symbolische Startschuss gesetzt (CELLEHEUTE berichtete). Es geht um Forschungen rund um Satellitentechnik und Antriebstechnologie für Trägerraketen. Das Bundesverteidigungsministerium investiert in den kommenden Jahren rund 60 Millionen Euro auf dem Areal, das zur Gemeinde Faßberg gehört. Auch das Land beteiligt sich finanziell. CELLEHEUTE hat bei der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt (DLR) nachgefragt, wie weit die umfangreichen Pläne bereits in die Realität umgesetzt wurden. 

„Das Forschungsprogramm zu Responsive Space wurde erarbeitet. Infrastrukturbedarfe zum AeroSpacePark wurden konkretisiert. Ein Masterplan zur Entwicklung des Standorts ist beauftragt und soll bis Ende 2021 vorliegen“, lauten einige der wohlformulierten, aber wenig aussagekräftigen Antworten auf eine schriftliche Anfrage beim DLR. Ein Telefonat mit dem für den Standort Trauen zuständigen Managing Director Dr.-Ing. Dirk Zimper bringt da schon deutlich mehr Klarheit in die aktuelle Situation. 

„Wir wissen genau, was wir wollen, aber der Teufel liegt im Detail bei diesen hochkomplexen Anlagen“, sagt der Ingenieur. Es gehe jetzt darum, die Labore und die Erneuerung des bereits vorhandenen Prüfstands für Raketenantriebe bis hin zum einzelnen Kabel durchzuplanen und die entsprechenden Bauanträge zu stellen. „Wir sind in einem sehr positiven Austausch mit den zuständigen Genehmigungsbehörden, das sind konstruktive Gespräche“, freut sich Zimper. Bei der Ausschreibung der Aufträge sei das DLR als Großforschungseinrichtung an das geltende Vergaberecht gebunden. Man würde es begrüßen, wenn auch lokale Firmen an den Baumaßnahmen beteiligt werden könnten.

Das größte Bauwerk wird voraussichtlich eine Testhalle mit einer Fläche von ca. 500 Quadratmetern. Weitere Gebäude sind zum Teil bereits auf dem Gelände vorhanden und werden renoviert. „Da sieht man bereits was“, berichtet Dirk Zimper, der sich insgesamt mit der Geschwindigkeit der Umsetzung sehr zufrieden zeigt. Beim Personal wurde im vergangenen Jahr eine Zielmarke von 60 Mitarbeitern genannt. Derzeit ist man bei 17 angekommen; bis zum Jahresende könnten es 25 sein. 

Mit Einrichtungen des benachbarten Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe kann man sich hierbei Synergien vorstellen. Zur Luftwaffe bestehe generell ein enger Austausch und das DLR werde Techniker benötigen, die unter anderem auch an der Fachschule der Luftwaffe in Faßberg ausgebildet werden. Allerdings stehe dieses Thema auf der Prioritätenliste derzeit eher weiter hinten.

Insgesamt ist der Aufbau des Aerospaceparks in zwei Stufen vorgesehen. Die erste soll Ende 2022, spätestens Mitte 2023 abgeschlossen sein und eine „Anfangsbefähigung“ des Standortes gewährleisten. Bis 2030/35 soll die Forschungseinrichtung dann „weiter aufwachsen“, ggf. neue Prüfstände für Triebwerktests gebaut werden. „Wir haben große Ideen für den Standort. Und Visionen entwickeln sich weiter“, sagt Dirk Zimper. Aktuell freut er sich erst mal darüber, dass ein im Juni durchgeführter, erster Technologietest sehr erfolgreich verlaufen sei. Hierbei wurde ein Hybridtriebwerk am vorhandenen Prüfstand getestet.