CELLE. Wolfgang Buhr stellt am Donnerstag, dem 4. Mai 2017, um 18 Uhr sein druckfrisches Werk “Chronik der Kirchengemeinde Eschede im ‘Dritten Reich’. ‘Deutsche Christen’ am Werk” in Verbindung mit einer Lesung im Kanzleicafé, Kanzleistraße 6, in Celle vor. Buhr ist den heimat- und lokalgeschichtlich Interessierten im Bereich Celle seit Jahren durch eine Vielzahl an Veröffentlichungen bekannt. In seiner aktuellen Chronik schlüsselt er am Beispiel der Kirchengemeinde Eschede auf, wie ‘Deutsche Christen’ in der Landeskirche Hannover während der NS-Zeit “mitgemacht” haben. Hierbei geht er auch auf wesentliche Repräsentanten, wie den Landesbischof Marahrens oder den Celler Superintendenten Hoppe, ein. “In keiner Kirchengemeinde des Kirchenkreises Celle – außer in Eschede –, und vermutlich auch in keiner Landgemeinde in Hannover gab es im ‘Dritten Reich’ gleich drei Pastoren, die zugleich als SA- sowie als Parteimitglieder den ‘häretischen’ ‘Deutschen Christen’ angehörten. Zwei von ihnen hatten gar herausragende Positionen in der Landeskirche inne”, hat Buhr recherchiert.

Bei der Lesung werden ausgewählte Abschnitte aus dem Hauptteil des Buches zur Amtseinsetzung, zum Wirken und zur Wirkung Pastor Kleukers vorgetragen, wobei auch der kirchliche und allgemeine politische Kontext zur Sprache kommt.

Der Verfasser beschreibt in seiner Chronik zunächst die Gleichschaltung des gesamten Lebens im ‘Dritten Reich’, auch des kirchlichen, mit den nationalsozialistischen bzw. staatlichen Zielen. Daneben erläutert er die allgemeinen politischen und kirchlichen Verhältnisse zu Beginn des Nationalsozialismus am Beispiel des Kirchspiels Eschede. Seine weiteren Ausführungen legt Buhr anhand der Amtszeiten der drei während der NS-Zeit in der Kirchengemeinde Eschede tätig gewesenen Pastoren – Pastor Gustav Rose, Georg Werner, Gerhard Kleuker – dar. Wolfgang Buhr wirft auch einen Blick auf die Vor- sowie die Nachgeschichte der NS-Zeit. Landesbischof Ralf Meister hat ein Geleitwort zu dem Buch verfasst.

Wolfgang Buhr. Geboren 1936 in Eschede, Einschulung in Eschede, Besuch des Hermann-Billung- Gymnasiums in Celle. Studium der Germanistik und Theologie in Hamburg und Wien. Referendariat in Göttingen. Schuldienst am Althusius-Gymnasium in Emden. 1975/76 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Comenius-Institut in Münster/Westf. (erziehungswissenschaftliches Institut der EKD). Von 1976 bis zur Pensionierung 1998 Oberstudienrat am Gymnasium in Bad Zwischenahn. Nach der Pensionierung Promotionsstudium in Geschichte an der Universität Oldenburg.

Buhr, Wolfgang: Chronik der Kirchengemeinde Eschede im „Dritten Reich”. „Deutsche Christen” am Werk, Hrsg: Johannis-Kirchengemeinde Eschede und Gemeinde Eschede, mit einem Geleitwort des Bischofs der hannoverschen Landeskirche Ralf Meister, 2017, 484 Seiten, 26,99 €.

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