CELLE. Mit jährlich rund 45.000 Euro fördert die Deutsche Fernsehlotterie in den nächsten drei Jahren ein Projekt des Onkologischen Forums Celle zur „Stärkung der palliativer Kompetenz in Pflegeheimen“. Ein Ziel des „Onkoforums“, das dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert, ist es, schwer kranken Menschen ein möglichst schmerzfreies Sterben zuhause zu ermöglichen. „Zuhause, das ist bei jedem Zehnten unserer Patienten das Heim“, so Geschäftsführerin Liane von Hoff.

Patienten und ihren Angehörigen in Pflegeheimen aber fehle es verbreitet an Informationen und Kenntnissen über die Möglichkeiten einer umfassenden, Lebensqualität erhaltenden palliativen Begleitung. Zugleich gerieten Pflegekräfte in den Heimen oft an die Grenzen ihrer Belastbarkeit, weil palliative Kenntnisse und Konzepte fehlten oder die Personalstruktur den zeitlichen Aufwand palliativer Beratung nicht zulasse. Erfahrungen der Fachkräfte des „Onkoforums“ hätten gezeigt, dass eine palliative Situation in Heimen oft zu lange unerkannt bleibe. So gebe es dort viele mangelhaft versorgte palliative Patienten. Auch onkologischer Rat, für den das „Onkoforum“ ja geschaffen wurde, sei rar.

„Jeder weiß, dass Pflegekräfte häufig überlastet und überfordert sind“, sagt von Hoff. Deshalb würden sie oft zu spät um Hilfe bitten, meist erst bei akuten Krisen. Eine frühzeitige Symptomkontrolle und -begleitung, wie sie der Ambulante Palliativdienst des Onkologischen Forums seit fast zwei Jahrzehnten kostenlos und flächendeckend im Landkreis Celle anbietet, gebe es in den Heimen zu selten. Stattdessen würde bei einer Krise der Notfall-Mediziner gerufen, es folge die Krankenhauseinweisung als Notlösung. „Was ja viel teurer ist!“, beklagt auch „Onkoforums“-Sprecher Fritz Gleiß.

Gleiß, der zugleich als Fundraiser des gemeinnützigen Vereins arbeitet, hatte die Projektförderung letzten Herbst beantragt, um der zunehmenden Zahl von Hilfs-Anfragen aus benachbarten Pflegeheimen, häufig außerhalb der üblichen Arbeitszeiten, zu begegnen. Der Ambulante Palliativdienst des Onkologischen Forums werde immer häufiger nachts und an Wochenenden als Nothelfer in Anspruch genommen. Mit der Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie kann der Palliativdienst nun sein Personal aufstocken und gezielt für die Information, Aufklärung und Betreuung heimspezifischer Problemlagen einsetzen. „Das kommt den Heimbewohnern direkt zugute“, verspricht Gleiß.



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