CELLE. Der Ortsverband (OV) Celle e.V. des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) stellt seinen Tätigkeitsbericht für das Jahr 2016 vor. Wir geben diesen hier ungekürzt und unkommentiert wieder:

Abkürzungen:

DKSB = Deutscher Kinderschutzbund

OV = Ortsverband

EA = Ehrenamtlich/e

HA = Hauptamtlich/e

BU = Begleiteter Umgang

JA = Jugendamt

AK = Arbeitskreis

TN = TeilnehmerInnen

Vorwort:

Mit diesem Tätigkeitsbericht schaut der Kinderschutzbund Celle zurück auf ein ereignisreiches Jahr 2016. Allen Einschränkungen zum Trotz, die der Umbau der Neustadt 77 mit sich brachte, wurde wieder erfolgreiche Arbeit zum Wohl von Kindern und ihren Familien geleistet. Für das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dies möglich gemacht haben, möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken.

Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich seit seiner Gründung für die Rechte von Kindern ein. Immer mehr in den Vordergrund tritt dabei das Recht auf Partizipation, auf Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in allen für sie relevanten Lebensbereichen.  Hier konnten im Jahr 2016, gefördert von der Stiftung „Demokratie leben“ und mit Unterstützung von Frau Marion Buß/Kindertagesstättenfachberatung der Stadt Celle, die Grundzüge eines Beschwerdeverfahrens für  Kinder, die den Kinderschutzbund Celle besuchen, erarbeitet werden.  Allen Kindern  ihrem Entwicklungsstand entsprechend die Möglichkeit geben sich einzubringen, ihnen zuzuhören, sie in ihrer Entwicklung zu stärken, damit sie lernen nein zu sagen und sich zu wehren, wenn es darauf ankommt, ist die Maxime nicht nur dieses Beschwerdeverfahrens, sondern unserer gesamten Arbeit.

Was den Bereich des internen Kinderschutzes angeht, der hier mit angesprochen ist, freuen wir uns ganz besonders, dass uns hierfür eine Dipl. Sozialpäd./arbeiterin nunmehr als Kinderschutzfachkraft zur Verfügung steht.

Bernd Menzel, 1. Vorsitzender

Allgemeines über die Arbeit des OV:

Die Arbeit des Kinderschutzbundes in Celle untersteht der Konzeption „Hilfe statt Gewalt” und den Beschlüssen der Mitgliederversammlung des Bundes-, des Landes- und Ortsverbandes des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. Der Kinderschutzbund arbeitet überparteilich und überkonfessionell.

Der Ortsverband hat seinen Standort in der Neustadt in Celle. Dieser Ortsteil ist ein lebendiger, multikultureller Stadtteil in dem viele Kinder mit ihren Familien leben.

Die gesamten Arbeitsschwerpunkte des OV Celle sind niedrigschwellig angelegt, sodass Familien aus schwierigen Lebensverhältnissen sowie Kinder und Erwachsene mit Migrationshintergrund die Angebote gut nutzen können. Die MitarbeiterInnen stehen unter Schweigepflicht. Der überwiegende Teil der Angebote ist für die BesucherInnen kostenlos.

Arbeitsbereiche des OV:

Ÿ  Kindergruppen

Ÿ  Beratungsstelle

Ÿ  Kleiderbörse

Ÿ  Begleiteter Umgang

Ÿ  Elternprojekt „Starke Eltern, starke Kinder“

Ÿ  Elternprojekt „Fit für Kind und Kegel“

Ÿ  Öffentlichkeitsarbeit

Ÿ  Gremienarbeit

Der Kinderschutzbund Celle in Zahlen

Mitglieder: 128

Tabelle DKSB

Zur Finanzierung:

Die Arbeit des DKSB Celle ist vertraglich abgesichert durch die Stadt Celle, die die Miet- und Sachkosten für die Geschäftsstelle sowie die Gehaltskosten der 30 Std./wöchentlich der Geschäftsführung bestreitet. Der Landkreis Celle übernimmt die Finanzierung der Koordinationsstelle Begleiteter Umgang mit 5 Std./wöchentlich. Getragen wird der gemeinnützige Verein zusätzlich durch ehrenamtliche Tätigkeit, Mitgliedsbeiträge, Einnahmen der Kleiderbörse, Bußgelder und Spenden.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen:

Die ehrenamtlichen Kräfte konnten in den Arbeitsbereichen Kindergruppen, Begleiteter Umgang, Kleiderbörse, Hausmeisterbereich und Aktionen eingesetzt werden.

Hauptamtliche MitarbeiterInnen:

Die hauptamtlichen MitarbeiterInnen waren in den Einsatzorten Geschäftsführung, Büro, Betreuung, Beratung, Kleiderbörse, Reinigungsbereich tätig.

Den finanziellen und tatkräftigen Unterstützern gilt unser besonderer Dank!

1. Zu den Angeboten

Kindergruppen:

Eltern-Kind-Gruppe:

Die Eltern-Kind-Gruppe ist ein kostenloses offenes Gruppenangebot. Hier treffen sich jeden Montag von 9:30 – 11:30 Uhr Mütter/Väter (oder auch Großeltern) mit ihren Kindern bis zum Alter von ca. drei Jahren. Für die Eltern ist das eine Möglichkeit sich über Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Auch hat die Fachkraft über wichtige Themen wie z. B. die Wichtigkeit von Bindung für Kinder mit den Eltern gesprochen. Die Kinder lernen den Umgang mit anderen Kindern. Gemeinsam wird gespielt, geturnt, gesungen, gebastelt oder auch mal der Spielplatz besucht. Es fand ein gemeinsames Oster- und Weihnachtsfrühstück statt, wobei im Vorfeld, z. B. in der Adventzeit, zusammen mit den Kindern und den Eltern Plätzchen gebacken und verziert wurden.

Schatzkiste nach dem Kommunalen Erziehungsgeld der Stadt Celle:

Jeden Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8:30 – 11:30 Uhr besuchten fünf 2 und 3 jährige Kinder, anfangs in Begleitung eines Elternteils, diese Vorkindergartengruppe. Ziel dieses Angebotes ist die sanfte Ablösung von den Eltern und die Vorbereitung auf den „großen Kindergarten“. Der Ablauf des Vormittags wurde ähnlich wie im Kindergarten gestaltet. Wichtig hierbei waren auch die Rituale, z. B. bei den Mahlzeiten. Sehr beliebt bei den Kindern waren der Umgang mit Knete und Farben, das Basteln, das Singen, Tanzen und Musik machen, z. B. auf den Bongos und das regelmäßige Turnen. Im gemeinsamen Abschlusskreis wurden Lieder und Fingerspiele eingeübt. Die Kinder wurden teilweise noch gewickelt und in Absprache mit den Eltern beim „Trocken-werden“ begleitet. Auch die Elternarbeit in Form von Eltern- und Entwicklungsgesprächen sowie die Beteiligung an gemeinsamen Festen war ein Schwerpunkt dieser Arbeit.

Kidstreff:

Jeden Montag von 15 – 17 Uhr nahmen im Durchschnitt 10 – 18 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 – 13 Jahren an diesem Angebot teil. Es wurden z. B. nationale und internationale Speisen gebacken und gekocht. Während des Essens am Ende der Spielzeit wurden Tischsitten eingeübt, die von den Kindern an „neue“ Kinder weiter gegeben wurden. Das Basteln mit verschiedenen Materialien brachte viel Spaß. Beim Fasching feiern, Zirkus spielen, schminken und bei den Gesellschaftsspielen wurde viel gelacht.  Außerdem wurde viel erzählt und auch über Sorgen besprochen. Wichtig für die Kinder ist es, sie in ihrem Selbstwertgefühl zu stärken und mit ihnen eine gute Zeit zu verbringen. Das Sozialverhalten der Kinder wird gefördert, sie werden zur Konfliktbewältigung angeregt und es werden ihnen Wege im Umgang mit Anderen aufgezeigt. Dabei ist das Erlernen und Einhalten von Regeln und Grenzen eine wichtige Erfahrung für sie. Zudem wird den Kindern vermittelt, dass sie sich bei Problemen, die sie belasten, an die vertrauten Mitarbeiterinnen wenden können. Tendenziell war der Mädchenanteil höher als der Jungenanteil.

Kindergruppen-Besprechungen:

Für die Mitarbeiterinnen der Kindergruppen fanden monatliche Reflexionsgespräche zwischen den Betreuungskräften, der Geschäftsführung und einem für den OV ehrenamtlich tätigen Psychologen statt. Neben organisatorischen Absprachen wurden auch Unterstützungsmöglichkeiten für die Kinder entwickelt, die Arbeit reflektiert und zukünftige Aktionen besprochen.

Informationsstelle für Familien:

Die Informationsstelle für Familien dient nach wie vor als „Türöffner“ für alle ratsuchenden Menschen die sich an den DKSB wenden. Die Beratung wird von einer Dipl. Sozialarbeiterin/-pädagogin mit der Zusatzqualifizierung „Ressourcen und Lösungsorientierte Familienberatung“ durchgeführt.  Das Beratungsangebot ist kostenlos und wird anonym durchgeführt. Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden, bekommen hier Unterstützung in Form von Hilfe zur Selbsthilfe und werden motiviert ggf. andere Hilfesysteme /Beratungsstellen zu nutzen. Im Jahr 2016 kam es zur Weitervermittlung und/oder Zusammenarbeit mit der Erziehungsberatungsstelle, den Jugendämtern von Stadt- und Landkreis Celle, der offenen Sprechstunde der Berufsgruppe „Brennessel“, dem Evangelischen Beratungszentrum und der Psychosozialen Beratungsstelle.

Begleiteter Umgang (BU):

Kindern steht per Gesetz ein Umgangsrecht mit beiden Elternteilen zu. Wenn die Umsetzung schwierig ist, kann ein Begleiteter Umgang vom Gericht angeordnet und durch das Jugendamt veranlasst werden. Eine Dipl. Sozialpädagogin übernimmt die Koordination der gesamten Umgänge sowie die entsprechenden Vorgespräche. Dabei werden mit den Eltern die Regeln des Begleiteten Umgangs besprochen und ihnen der Flyer „Wünsche des Kindes an die Eltern“ (siehe Anhang) übergeben. Die ehrenamtlichen Betreuungskräfte haben eine Zusatzqualifikation für den Begleiteten Umgang. Die Umgänge fanden vor allem im Spielzimmer des OV statt, es wurden aber auch Räume der Jugendämter von Stadt und Landkreis genutzt. Nach Absprache gab es auch Ausflüge zum Spielplatz oder in die Innenstadt. Eine Statistik der Anzahl der Fälle ist im Anhang zu finden.

Die Mitarbeiterinnen erhalten, durch die Stadt und den Landkreis Celle finanziert, ca. 6 x jährlich Supervision im Evangelischen Beratungszentrum. Auf eigenen Wunsch treffen sich die MitarbeiterInnen zusätzlich ca. 6 x jährlich zu einem informellen Erfahrungsaustausch.

Weitere Projekte:

Elternprojekt „Fit für Kind und Kegel“:

Der Weiterführungskurs fand an 4 Vormittagen á 2 Std. im Stadtteil Neustadt-Heese statt.

Insgesamt haben 6 Personen mit unterschiedlichsten sozialen und kulturellen Hintergründen regelmäßig teilgenommen. Von dem Projekt partizipierten insgesamt 34 Personen, Ehepartner/Lebensgefährten und Kinder mit eingerechnet. Themenbereiche waren: Gesunde Ernährung, Kindergeburtstag planen, gestalten und durchführen, kindgerechte  Weihnachtsbäckerei, weihnachtliches Basteln für Kinder, Beratungsmöglichkeiten in Celle, Nähen – Anfertigen eines Hängeutensilos, Frühförderung – wann, wie und für wen?

Der Themenbereich Erziehung wurde im Februar 2017 mit dem Filmabend: „Wege aus der Brüllfalle“ aufgenommen. Die TN waren laut Auswertung sehr zufrieden mit dem Projekt.

Elternprojekt „Starke Eltern – Starke Kinder“: 

An 10 Abenden á 2 Std. fand im Kinderschutzbund der erste „Starke Eltern – Starke Kinder“ Kurs in Celle statt. Es nahmen 5 Elternteile regelmäßig teil. Die Eltern wurden in ihrem Erziehungsauftrag und in ihrer Verantwortung für die Kinder gestärkt. Vermittelt wurden auch neue Impulse für ihr Familienleben und die Freude daran die Kinder beim Aufwachsen zu begleiten. Auf ein rezepthaftes Erziehungstraining wurde bewusst verzichtet, denn jedes Kind ist einzigartig, wie auch seine Bedürfnisse in der Erziehung.

Materielle Unterstützung:

Kleiderbörse:

Jeden Mittwoch von 9 – 12 Uhr und von 14 – 16 Uhr wurde die Kleiderbörse für die Kunden geöffnet. Es wurden Kinder- und Erwachsenenkleidung, Spielzeug, Bettwäsche und Kinderbedarfsartikel zu geringen Kostenbeiträgen angeboten. Während der Öffnungszeiten wurden die Kinder der KundInnen in unserem Kinderraum betreut. Die Kleiderbörse hat sich als ein wichtiger Treffpunkt überwiegend für Mütter des Stadtteils entwickelt. Somit dient sie nicht nur als Familienhilfe, sondern auch als Kontaktstelle. Eine Damenschneiderin war hauptamtlich in diesem Bereich tätig.

2. Weitere Arbeitsbereiche

Büro:

Zu den Aufgaben zählten die Verwaltungsarbeiten für Mitglieder, Personal und Schriftverkehr sowie Empfang, Spendenannahme und Telefondienst.

Betriebshelfer:

Eine Reinigungskraft reinigte regelmäßig die Räume des OV. Ein ehrenamtlicher Hausmeister war zuständig für Reparaturarbeiten, Spendenannahmen, Hilfe bei Aktionen und vielem mehr.

Geschäftsführung:

Die Hauptaufgabe der Geschäftsführerin waren die Personalführung, die Koordination aller Arbeitsbereiche, die Zusammenarbeit mit dem Vorstand, Kassenaufgaben, zahlreiche Verwaltungsaufgaben, die Vertretung des OV in unterschiedlichen Gremien, die Vernetzung zu anderen sozialen Einrichtungen sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Auch das Organisieren von Festen und Aktionen gehörte zu ihrem Aufgabengebiet. Der Geschäftsführung oblag die Fachaufsicht aller Arbeitsbereiche. Um die Qualität der Arbeit zu sichern, ihre Arbeit zu reflektieren, neue Ideen zu entwickeln und die sinnvolle Umsetzung zu besprechen, nahm sie regelmäßig an Supervisionssitzungen teil.

3. Gremienarbeit

AK „Stadtteil-AG  Neustadt-Heese“:

Es handelt sich um die Zusammenarbeit verschiedener sozialer Einrichtungen und privater Personen und Gruppierungen des Stadtteils, die, auf der Basis der Gewaltprävention, gemeinsam daran arbeiteten, die Lebensbedingungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Stadtteil zu verbessern. Der Kinderschutzbund beteiligte sich aktiv an dieser Arbeit und nahm auch an Aktionen teil.

AK „SchutzCelle – Hilfe für Kinder“:

Die Untergruppe der Stadtteil-AG „SchutzCelle“ hat zum Ziel, Anlaufstellen für Kinder zu schaffen, die in Not geraten sind. Das können ein aufgeschürftes Knie, ein verlorenes Handy, ein wichtiger Anruf an die Mutter oder ein von Mitschülern verfolgtes Kind sein. Geschäftsleute haben sich bereit erklärt, diesen Kindern zu helfen und signalisieren dies mit dem „SchutzCellen – Aufkleber“ in ihrem Schaufenster. Bis zum Ende des Jahres gab es 29 „SchutzCellen“ im Neustadt-Heese Gebiet. Auch in diesem Jahr wurden viele Aktionen zum Bekanntmachen von „SchutzCelle“ durchgeführt.

AK „Sozialraumgremium Neustadt-Heese“:

Durch das Budgetverfahren ist vor vielen Jahren das Sozialraumgremium entstanden. Die Stadt Celle entwickelte mit ihren Vertragspartnern sowie den ansässigen freien Trägern gemeinsam Verfahrensweisen, die die Situation von Familien, Kindern und Jugendlichen im Stadtteil verbessern sollen. Der Kinderschutzbund gehört, wie einige andere Träger auch, nicht zum Budget, sondern zum erweiterten Kreis. Die anwesenden Institutionen nutzen dieses Treffen u.a. zum Austausch und um ihre aktuellen Angebote abzugleichen.

AK „Trennung und Scheidung“:

Die Erziehungsberatungsstelle lädt die Mitglieder des AK ein. Daran nimmt der OV durch die Koordinatorin des Begleiteten Umgangs teil.

AK „Guter Start ins Leben“:

Dieser Arbeitskreis hat sich vor vielen Jahren gegründet, um die Situation für Säuglinge und Kleinkinder mit Ihren Familien zu verbessern. Zum einen ist die Vernetzung der teilnehmenden Fachleute, u. a. MitarbeiterInnen der Jugendämter, Hebammen, Beratungsstellen, Frühförderung, Gesundheitsamt, Familienbildungsstätte, SPZ, AKH, freie Träger, u. v. m. gegeben, zum anderen werden die Eltern über Unterstützungsangebote und unterschiedliche wichtige Themen, die die Lebensphase mit einem Kleinkind betreffen, informiert. Z. B. ist durch den AK die Broschüre „Ein guter Start ins Leben“ entstanden, in der alle Institutionen aus Stadt und Landkreis Celle sowie viele private Praxen von Hebammen, Ergotherapeuten etc. mit ihren Angeboten aufgeführt sind. Es wurden Vorträge zu Themen, die Kleinkinder und ihre Familien betreffen, organisiert. Somit bietet dieser AK auch immer eine Möglichkeit der Fortbildung.

AK „Beratender Kinderschutz“:

In Zusammenarbeit mit anderen sozialen Institutionen und unterschiedlichen Vereinen die mit Kindern arbeiten, ist vor einigen Jahren im AK Netzwerk „Frühe Hilfen – Kinderschutz“, unter der Federführung der Jugendämter von Stadt und Landkreis Celle, die Vereinbarung zum Kinderschutz entstanden. Auch der OV ist dieser Verpflichtung beigetreten. Aus diesen Arbeitstreffen ist der neue Arbeitskreis beratender Kinderschutz entstanden.

Die Fachkräfte des § 8 a SGBVIII treffen sich in regelmäßigen Abständen, um sich über Fälle anonym auszutauschen, sich zu vernetzen, gegenseitig zu informieren und entsprechend fortzubilden.

AK „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt“:

Nachdem gesetzlich festgelegt wurde, dass häusliche Gewalt, also Partnerschaftsgewalt, strafbar ist, hat sich im Jahr 2002 der AK gegen häusliche Gewalt gegründet. Insbesondere sind Frauen von häuslicher Gewalt betroffen, aber auch Kinder, selbst wenn diese nicht unmittelbar angegriffen werden. Zu den TeilnehmerInnen gehören u.a. MitarbeiterInnen der Jugendämter, der Gleichstellungsbeauftragten, der freien Träger, der Opferhilfe-Einrichtungen, der Justiz. Sie alle haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Thema den Fachleuten nahe zu bringen und die Betroffenen darüber zu informieren und auf Hilfsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Zudem ist vor Jahren der Unterarbeitskreis „Kinder misshandelter Mütter“ entstanden sowie das Angebot „CIP“, ein Sozialtraining für Täter.

Der OV hatte die Federführung der Untergruppe „Kinder misshandelter Mütter“. Hieran nahmen einige Mitglieder des Runden Tisches regelmäßig teil und erarbeiteten Materialien zum Bereich Öffentlichkeitsarbeit, um auf die Situation von Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, aufmerksam zu machen. Kinder sind immer betroffen, wenn sich beispielsweise die Eltern lautstark auseinandersetzen oder Gewalt herrscht. Sie hören, sie sehen und sie fühlen die Aggressivität z. B. des Vaters oder des Stiefvaters der Mutter gegenüber. Diese Kinder benötigen unbedingte Unterstützung.

4. Zusammenarbeit und Vernetzung mit anderen Einrichtungen

Für alle sozialen Einrichtungen bestand die Möglichkeit, Informationsmaterial im OV auszulegen und auszuhängen.

Wir bedanken uns für die gute Zusammenarbeit u. a. bei folgenden Institutionen und bei vielen Personen, die dem Kinderschutzbund hilfreich zur Seite standen:

·         Amtsgericht Celle

·         Ausbildung und Arbeit A & A  / Pro.FI Jobaktiv sowie der Agentur für Arbeit

·         Bahnhofsmission Celle

·         Berufsgruppe Brennessel e.V.

·         Caritas Celle

·         Celler Spendenparlament e. V.

·         Celler Tafel

·         Der Paritätische

·         DKSB Landesverband (LV) und Bundesverband (BV)

·         Erziehungsberatungsstelle des Landkreises Celle

·         Evg. Familienbildungsstätte

·         Frauenhaus Celle e.V.

·         Freiwilligenagentur KELLU

·         Gleichstellungsbeauftragte

·         Haus der Familie/Paritätischer Celle

·         Jugendämter von Stadt und Landkreis Celle

·         Jugendgerichtshilfe von Stadt und Landkreis Celle

·         Medienzentrum des Landkreises Celle

·         Ortsrat Neustadt-Heese

·         Paulus-Familienzentrum

·         Psychosoziale Beratungsstelle

·         Stadtteilmanagement Neustadt-Heese

·         Stiftung Linerhaus

·         Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Celle

·         Verbund Sozialtherapeutischer Einrichtungen e. V.

·         Weißer Ring

5. Fortbildungen

·         „Achtsamkeit im Begleiteten Umgang“

·         „Wer bin ich eigentlich“ Biographiearbeit mit Kindern und Jugendlichen

·         „Signale von Kleinstkindern verstehen“

·         „5. Celler Fachtag Frühe Hilfen – Kinderschutz“

·         „Beteiligungskultur und Beschwerdeverfahren in der Kindertageseinrichtung entwickeln“

·         „Leben in zwei Welten – Frauenalltag und Rollenvielfalt“

6. Öffentlichkeitsarbeit

Pressearbeit:

·         Laufende Vorankündigungen unserer Angebote in der Celler Presse:

Familienberatung, Kleiderbörse, Eltern-Kind-Gruppe.

·         Die Cellesche Zeitung, der Celler Markt, die Celler Presse, Celle heute und der Celler Kurier veröffentlichten im Laufe des Jahres alle Veranstaltungen des OV. Zum Teil erfolgte auch eine Nachberichterstattung.

·         Der Celler Kurier sowie „Im Spiegel des Monats“ der Druckerei Ströher veröffentlichten regelmäßig unentgeltlich Einschaltanzeigen unserer Einrichtung.

·         Die Angebote des Kinderschutzbundes wurden in der Stadtteilzeitung „¾ Seite“ und im Veranstaltungskalender der Neustadt-Heese veröffentlicht.

Veröffentlichungen in Wegweisern anderer Institutionen:

·         Online ist der OV mit seinen Angeboten auf der Plattform „Was Celle bewegt“ vertreten.

·         Ebenso im Intranet und auf der Homepage der Stadt Celle.

·         In dem Selbsthilfe – Wegweiser ist der OV mit seinen Angeboten aufgeführt.

·         In der Broschüre „Raum für Kinder“ der Stadt Celle ist der Kinderschutzbund mit den Kindergruppenangeboten vertreten.

·         Im DAJEB (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Jugend- und Eheberatung e.V.) ist der OV mit der „Infostelle für Familien“ aufgeführt.

·         Auf dem Flyer für Mädchen und junge Frauen in Stadt und Landkreis Celle ist der Kinderschutzbund ebenfalls mit der „Infostelle für Familien“ abgedruckt. Herausgeber ist der „Mädchenarbeitskreis Celle“.

·         Unser Beratungsangebot ist auch im Internetportal „Migration und Gesundheit“ der Landesvereinigung für Gesundheit aufgeführt.

·         Mit der „Kleiderbörse“ ist der OV in der Broschüre für Jugendliche „KonsuMensch“ veröffentlicht.

·         Das „Hilfetelefon für Frauen“ kann Auskünfte über unsere „Infostelle für Familien“ erteilen.

Weitere Öffentlichkeitsarbeit:

·         Der Tätigkeitsbericht 2015 wurde u. a. an die Vorsitzenden des Jugendhilfeausschusses, an Verantwortliche von Stadt und Landkreis Celle, dem Bundes und Landesverband des DKSB, an die Vorsitzenden der Parteien und des Ortsrates, den MitarbeiterInnen der Justiz in Celle sowie Interessierten zugeschickt.

·         Zu unterschiedlichen Themen wurde das Infofenster jeweils neu gestaltet.

·         Die Homepage des OV Celle wird stets aktualisiert. Außerdem gibt es nähere Informationen über die Arbeit vor Ort und zu Themen im sozialen Bereich. Wer interessiert ist, kann die Homepage gerne besuchen. www.kinderschutzbund-celle.de

7. Aktionen und Veranstaltungen

Eigene Aktionen:

30. April – Tag für gewaltfreie Erziehung:

Zum Thema gewaltfreie Erziehung wurde das Infofenster als Information für die Eltern gestaltet, in dem der entsprechende § ausgehängt wurde:

§ 1631 BGB Abs. 2. „Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafung, seelische Verletzung und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig“.

„Wege aus der Brüllfalle“:

Im Rahmen des von den „Rotary Celle Schloss“ geförderten Elternprojektes „Fit für Kind und Kegel“ wurde der sehr hilfreiche Film „Wege aus der Brüllfalle“ von Wilfried Brüning öffentlich und kostenlos gezeigt.

Mitgliederversammlung:

Die teilnehmenden Mitglieder freuten sich über die stabile finanzielle Situation des OV und zeigten reges Interesse an der vielfältigen Arbeit des OV.

Fahnenaktion „NEIN zu Gewalt an Mädchen und Frauen“:

Zum Tag „Gegen Gewalt gegen Frauen“ am 25. November beteiligte sich der Kinderschutzbund mit der Fahnenaktion, indem die entsprechende Fahne im Schaufenster ausgehängt wurde.

Beteiligung an Aktionen:

Sommer-Ferien-Spaß auf der Heese:

In Zusammenarbeit mit einigen sozialen Einrichtungen aus dem Stadtteil Neustadt-Heese beteiligte sich der Kinderschutzbund an dem gemeinsam erarbeiteten Ferienprogramm für die Kinder. Jeden Mittwoch von 15 – 17 Uhr stand u. a. das Spielmobil des VSE auf dem Heeseplatz und wurde von jeweils einer anderen Institution unterstützt. Der OV beteiligte sich mit dem großen „4 gewinnt“ Spiel. Zum Abschlussfest, was gleichzeitig das Sommerfest des „Mittendrin“ war, bot der Heese-Spaß-Stand das Kran-Spiel und ein Konstruktionsspiel an.

Garten der Begegnung:

Zum Festauftakt im Garten der Begegnung beteiligte sich der Kinderschutzbund mit einem Spielangebot.

Sommerfest in der CD-Kaserne:

Der OV beteiligte sich mit einem „Kinder haben Rechte Quiz“ und dem großen „4-gewinnt-Spiel“. Das Quiz ist im Anhang zu finden.

Bundesweite Online-Befragung:

Der Bundesverband des Kinderschutzbundes hatte um Beteiligung an einer bundesweiten Online-Befragung in Bezug auf mehr Mitsprache von Kindern und Jugendlichen gebeten. Der OV beteiligte sich mit 8 Kindern des Kidstreffs im Alter von 8 – 12 Jahren, die begeistert daran teilnahmen.

Laternenumzug Heese / Neustadt:

Unter der Begleitung des Kontaktbereichsbeamten der Polizei, des THW, der Johanniter und weiteren fleißigen Helfern, ging der Zug vom Lauensteinplatz bis zum Heeseplatz und die Kinder und ihre Familien sangen dazu viele bekannte Laternenlieder. Der Posaunenchor der Kirchengemeinde Neustadt begrüßte die Kinder und ihre Eltern auf dem Heeseplatz, vor dem „Mittendrin“. Zum Abschluss gab es wieder Brötchen und Getränke sowie ein paar Süßigkeiten, die von Geschäftsleuten aus dem Stadtteil gespendet wurden. Auch in diesem Jahr war der Umzug gut besucht und sehr stimmungsvoll.

Schultütenfest des Jobcenters:

Der OV beteiligte sich mit einem Infostand für die anwesenden Eltern, dem „4 gewinnt“ Spiel und vielen bunten Luftballons für die Kinder an der Aktion.

Aktionstag: „Gegen Häusliche Gewalt“:

Auch in diesem Jahr organisierte der Arbeitskreis „Runder Tisch gegen häusliche Gewalt“ wieder einen Aktionstag, der jedoch auf Februar 2017 verschoben wurde. Die Theatergruppe des Hölty-Gymnasiums Celle führte 2017 das Stück „Das Buch von allen Dingen“ auf. In 2016 gab es eine große Pressekonferenz um das Thema „häusliche Gewalt“ der Öffentlichkeit nahe zu bringen.

8. Teilnahmen an Veranstaltungen

Der OV nahm an folgenden Veranstaltungen teil:

·         Am Bürgerempfang der Stadt Celle, vertreten durch den 1. Vorsitzende des OV.

·         An der Einweihungsfeier der neuen Räumlichkeiten des VSE für die Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen.

·         An der Jahreshauptversammlung des Landesverbandes des Kinderschutzbundes Nds.

·         An der Jubiläumsfeier zu 25 Jahren UNICEF Celle.

9. Sonstiges:

·         Der Kinderschutzbund wurde von einem Betriebsarzt sowie einer Fachkraft für Arbeitssicherheit betreut, die nunmehr nach langjähriger Tätigkeit in den Ruhestand verabschiedet wurde.

·         Die MitarbeiterInnen erhielten zum Jahresende ein kleines Dankeschön.

·         Zahlreiche Weihnachtsgrüße erreichten die MitarbeiterInnen des OV.

·         Auch der OV verschickte zahlreiche Weihnachtsbriefe mit einem Dank für die gute Zusammenarbeit und den besten Wünschen für das neue Jahr.

Jedes Mitglied und jeder Spendenbeitrag hilft die Angebote des Kinderschutzbundes Celle aufrecht zu erhalten! Vielen Dank für Ihr Interesse an unserer Arbeit und Ihre Unterstützung!

Statistik der Fälle der Infostelle für Familien

Statistik Fälle Infostelle

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