Deutschlandpreis der Ponyreiter: Mannschaft Hannover III gewinnt „Goldene Schärpe“ in Beedenbostel

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BEEDENBOSTEL. Vom 4. bis 7. Juli wurde beim Reit- und Fahrverein Beedenbostel der Deutschlandpreis der Ponyreiter ausgetragen. „Es ist die tollste Veranstaltung der Welt“, beschrieb Hanna Rogge von der Bundesjugendleitung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) enthusiastisch dieses Vielseitigkeitsturnier. Das Zusammenspiel von Pony und Reiter wurde in den Prüfungen Dressur, Stilspringen - und dem Herzstück der Veranstaltung – dem 2000 m langen Geländeritt genauestens von den Richtern in den Fokus genommen. Weitere Teilprüfungen bildeten die Theorie sowie das Vormustern, bei dem der Gesamteindruck der Ponys bewertet wird, indem die Teilnehmer ihr Pony an der Hand führten.

Am Donnerstag reisten bereits aus allen Bundesländern 137 Teilnehmer mit ihren Ponys, Familienmitgliedern und Trainern an. Innerhalb weniger Augenblicke verwandelte sich die Anlage in ein gemütliches „ponystarkes“ Feriendomizil. Während die Ponys in einer beeindruckend großen "Zeltstadt" untergebracht waren, wohnten ihre "Partner" in Wohnmobilen und Caravans auf dem Gelände des RFV. Fortan hörte man überall Hufgeklapper, Pferdegewieher und natürlich fröhliches Kinderlachen.

Bevor der Startschuss für die Paare in den einzelnen Prüfungen fiel, durften die Teilnehmer ohne „pferdischen Untersatz“ ihre Leistungen unter Beweis stellen: den Fitnesstest, 2000m Geländelauf, der für die Teilnehmer verpflichtend ist, jedoch nicht in die Wertung mit einfließt.

Großes Herzklopfen bedeutete für Pony und Reiter der Geländeparcours. Mit ihrem Kursverlauf von 2000m und den 13 spannenden Hindernissen aus Holz und zum Teil Wasser sorgte dieser bei den meisten Paaren für große Augen. „Insbesondere ein buntes Boot, in einer normalen Abmessung, war die größte Herausforderung. Eine handvoll Kinder rutschten hier wortwörtlich aus dem Sattel“, kommentiert Andreas Kiesel als Turnierleiter dieser Veranstaltung die Tücken des Geländeparcours. „Es wurden jedoch weder Pony noch Reiter verletzt“.

Herausragende Geländeritte präsentierten Annabel Blassa aus Schwäbisch Gmünd (Team Baden-Württemberg) mit Dream of Angel K (Wertnote 8,9) in der Abt. I, sowie Fritz Jelkmann auf Mattis aus dem westfälischen Team (III) mit einer Traum-Wertnote von 9,3 der II. Abteilung. „Das sind auch für mich persönlich die eindruckvollsten Momente dieser Veranstaltung. Es waren sehr herausragende Ritte zu sehen, die sich hier natürlich auch in den Wertnoten einzelner Teilnehmer wiederspiegeln,“ berichtet Dietlind Hampel als Ansprechpartnerin im Veranstaltungsmanagement der FN.
Eine sehr gute Stimmung lag auch am Sonntag bei der Springprüfung in der Luft. Viele Besucher verfolgten die atemberaubenden Ritte mit einem Eiskaffee oder kühlen Alster in der Hand.  „Es ist einfach ein sehr schönes Gefühl“, schwärmt Helena Schmedt nachdem sie überglücklich mit ihrem Pony Double Blue (Team Weser-Ems I) als beste Springreiterin zusammen mit Gina Austrup und ihrem Pony Casablanca (Team Westfalen III) der Abteilung I mit einer Wertnote von 8,6 geehrt wurde. Als bester Springreiter der zweiten Abteilung ging Ludwig Lenz (Team Hessen I) mit Mephisto mit einer 8,8 hervor. Das Paar präsentierte zudem einen Top-Geländeritt, der mit einer 9,0 – Wertnote belohnt wurde. In der Dressur glänzten Carina Schlieper (Westfalen I) auf Chester mit einer 9,0 und Greta Leatizia Tidow (Hannover III) mit einer 9,5 als Wertnote.

Die meisten Emotionen lösten bei den Sportlern sowie Zuschauern ganz bestimmt die Siegerehrung der Goldenen Schärpe aus. „Das Einmarschieren der Mannschaften, die Siegerehrung und das Einsetzen der Nationalhymne versprüht ein ganz besonderes Gänsehaut-Feeling“, ist das Resumée von Andreas Kiesel. Das wurde insbesondere bei der Überreichung der Goldmedaille an die Mannschaft Hannover III  deutlich. Über Silber freute sich die Mannschaft Westfalen III und Bronze ging an das Team Hannover I. Als jüngste Teilnehmerin der Goldenen Schärpe mit gerade mal zehn Jahren wurde Helene Bürenheide (Mecklenburg Vorpommern I) geehrt und löste viel Beifall aus.  Nike Meier vom Pferdesportverband Hannover III auf Sammy Joe sowie Fritz Jelkmann des Teams Westfalen III auf Mattis gehen als beste Einzelreiter aus der Gesamtwertung hervor.
„Der Verein hat die Ausrichtung mit Bravour gemeistert. Im Namen des Vielseitigkeitsausschusses in der Bundesjugendleitung möchte ich mich ganz herzlich bei Volker Huthmann (1. Vorsitzender des Vereins) und Andreas Kiesel (Turnierleitung) mit ihrem gesamten Team bedanken, dass sie uns so eine schöne Goldene Schärpe inklusive einer riesigen Party – dem Länderabend – beschert hat", bedankte sich Hanna Rogge (FN).

Kurz vor ihrer Rückreise verrät die Junge Nachwuchsreiterin Helena Schmedt: „Es gab viele schöne Momente in den vergangen Tagen. Der bedeutendste unter ihnen ist für mich persönlich der Geländeritt. Das war schon sehr aufregend“. Alle die Interesse an diesem tollen Sport gefunden haben und sich selber zukünftig erfolgreich im Sattel bei einem Wettbewerb sehen möchten, rät sie: „Einfach mit viel Spaß an die Sache herangehen und immer weitermachen, niemals aufgeben …“. Einen pferdischen Sommernachtstraum erlebten die Nachwuchsreiter bei dieser bundesweiten Einstiegsprüfung in Beedenbostel. Im Blick liegt sicherlich die nächste sportive Veranstaltung – und damit wird der Traum bei der Teilnahme an internationalen Prüfungen sicherlich nicht nur "erträumt", sondern mit meisterlichen Leistungen erritten. „Ich bin mir sicher, wir werden von dem ein oder anderen noch viel hören", ergänzte Kristina Gerach als Pressewartin des RFV Beedenbostel.