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Hospitanz von Ratsmitgliedern in der Verwaltung

Didschies zufrieden mit ersten Erfahrungen im Grünbetrieb

05.07.2017 - 14:57 Uhr     siems    0
Klaus Didschies (l.) und Andreas Kumpf (r.)

CELLE. „Ich bin dann mal weg! Für mehr Transparenz und ein noch besseres Miteinander zwischen dem Rat der Stadt Celle und unserer Verwaltung. Ich freue mich auf eine Woche Hospitanz beim Grünbetrieb unserer Stadt. Der Haken an der Sache: Dienstbeginn ist um 06:00 Uhr! – Pausen im Grünen.“ So verabschiedete sich der Klein Hehlener Ortsbürgermeister Klaus Didschies (CDU) am Sonntagabend auf seiner Facebookseite für die kommenden fünf Tage. Heute gab er eine Zwischenbilanz seines bis Freitag dauernden Einsatzes. Wir berichteten vom ersten Tag in unserer Facebook-Ausgabe.

Büsche beschneiden, Unkraut jäten, Rasen mähen, Sandkästen und Spielgeräte kontrollieren – das bestimmt seit Montagmorgen den Tagesablauf des Ortsbürgermeisters, der auch im Rat der Stadt Celle und im Kreistag sitzt. Er sei von den Mitarbeitern des Grünbetriebs sehr herzlich aufgenommen worden, berichtete Didschies. Nach einer kurzen Anleitung habe er gleich selbstständig mitarbeiten können. „Am Montagnachmittag bin ich beim Rasenmähen in Hanglage mit einem schweren Rasenmäher allerdings schon einmal an meine Grenzen gekommen“, ließ der 63-Jährige wissen. Er habe aber die Erfahrung gemacht, dass bei der teilweise schweren Arbeit auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter Rücksicht genommen werde.

Besonders wichtig sei ihm der Austausch mit den temporären Kollegen. Was er von ihnen höre, sei sehr aufschlussreich für ihn und auch für seine Arbeit im Rat. Natürlich beantworte er ebenfalls gern die Fragen der Arbeitskollegen vom Grünbetrieb. Unter anderem sei er gefragt worden, ob er als Ortsbürgermeister hauptamtlich tätig sei. „Das Wertvollste ist der Kontakt zu den Mitarbeitern“, meinte Didschies, das helfe dem gegenseitigen Verständnis. Zudem könne er sich selbst ein Bild von den Strukturen und Arbeitsabläufen machen. Er wisse jetzt beispielsweise auch, dass es 102 Spielplätze im Stadtgebiet gebe und wie aufwändig es sei, diese instand zu halten. „Das macht eine Menge Arbeit“, so der Klein-Hehlener Ortsbürgermeister.

Er selbst sei auf die Idee gekommen, dass Ratsmitglieder in den unterschiedlichen Bereichen der Stadtverwaltung hospitieren könnten, um das Zusammenwirken von Rat und Verwaltung zu verbessern. Aus seiner Sicht mache es viel Sinn, nicht nur im Rathaus zu sitzen, sondern sich auch mal anzuschauen, was draußen los sei. Je nachdem, ob ein Ratsmitglied berufstätig sei oder nicht, gebe es eine Menge Möglichkeiten, in Verwaltungstätigkeiten auch für kürzere Zeiträume „hineinzuschnuppern“, ist Didschies überzeugt. Stadtsprecherin Myriam Meißner bestätigte, dass bei weiteren Mitgliedern des Stadtrates Interesse an Hospitanz-Möglichkeiten vorhanden sei und bereits Anfragen vorliegen.

Didschies weiß jetzt schon, dass die Arbeit ihm einiges gebracht hat. „Ich sehe die Mitarbeiter auf jeden Fall mit einem ganz anderen Blick, wenn ich das nächste Mal auf den Bauhof fahre“, so der ehemalige Berufsoffizier.

Fotos: Peter Müller

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