HANNOVER/CELLE. Im Simulations- und Trainingszentrum des DRK-Landesverbandes Niedersachsen in Hannover-Misburg nahmen gestern Abend die ersten 30 Notfallsanitäter ihre Berufsurkunde glücklich entgegen. Sie sind die ersten aus ganz Niedersachsen, die die neue, dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter durchlaufen haben. Auch bundesweit gehören sie mit zu den ersten. Den praktischen Teil ihrer Ausbildlung haben sie u. a. an Rettungswachen der DRK-Kreisverbände Bremervörde, Celle, Harburg-Land, Nienburg, Osnabrück, Osterholz, Peine, Schaumburg, Uelzen, Weserbergland und Wolfenbüttel absolviert.

Vom Niedersächsischen Innenministerium war gestern Dr. Uwe Lühmann gekommen, um gemeinsam mit dem Leiter der DRK-Rettungsschule Niedersachsen Ralf Seebode die Urkunden zu überreichen. Anschließend fand am Abend ein feierlicher Abschlussball mit Angehörigen und Freunden der ausgebildeten Lebensretter statt. „Der Beruf Notfallsanitäter eröffnet völlig neue Wege in der präklinischen Notfallmedizin. Die deutlich erweiterte Kompetenzdefinition führt zu einer grundsätzlich besseren medizinischen Versorgung der Bevölkerung in allen Notfalllagen“, erklärte Dr. Uwe Lühmann.

„Der demographische Wandel führt nicht nur zu einer gesteigerten Lebenserwartung, sondern auch zu einem erhöhten Betreuungsbedarf an medizinischer Hilfe auch in der präklinischen Notfallbetreuung. Hier sind alle professionellen Helferinnen und Helfer, besonders die Notfallsanitäter gefordert. Sie werden eine tragende Rolle in der Notfallmedizinischen Versorgung der Zukunft spielen“, so Dr. Lühmann.

„Nun, nach drei Jahren Ausbildung in Schule, Klinik und Rettungswache haben die Schülerinnen und Schüler einen Prüfungsmarathon absolviert. Es wurden drei Klausuren geschrieben, anhand von vier praktischen Notfallsituationen mussten sie ihr Können unter Beweis stellen und am Ende in der mündlichen Prüfung zu verschiedenen Themenbereichen Rede und Antwort stehen“, so Ralf Seebode. „Jetzt haben sie es geschafft und können am Montag hauptverantwortlich auf dem Rettungswagen in den Einsatz gehen.“ Alle Absolventen haben bereits einen Arbeitsvertrag in der Tasche.

Das neue dreijährige Berufsausbildungsgesetz für Notfallsanitäterinnen und Notfallsanitäter verabschiedete die Bundesregierung am 22. Mai 2013, am 1. Januar 2014 trat es in Kraft. Dieses neue Gesetz stellte die Rettungsschulen vor eine große Herausforderung. Da die Ausbildungs- und Prüfungsordnung für den neuen Beruf erst am 16. Dezember 2013 verabschiedet wurde, blieb nicht viel Zeit für die curriculare Umsetzung. Zudem lief der Unterrichtsbetrieb unvermindert weiter. Aber der DRK-Rettungsschule Niedersachsen ist dies in der kurzen Zeit gelungen, so dass bereits zum 1. September 2014 die ersten Auszubildenden für den Beruf des Notfallsanitäters an den Start gehen konnten.

Die neue Ausbildung zum Notfallsanitäter löst die bisherige zweijährige Qualifizierung zum Rettungsassistenten ab. Sie ist für den Auszubildenden kostenfrei, inhaltlich anspruchsvoller und beinhaltet mehr Praxisanteile. An der DRK-Rettungsschule Niedersachsen wird seit 1969 sowohl nicht ärztliches Personal (Rettungssanitäter, Rettungsassistenten und Notfallsanitäter) als auch ärztliches Personal (Notärzte und Leitende Notärzte) für den Rettungsdienst ausgebildet. Die Schule hat sowohl in Goslar als auch in Hude und in Hannover ihre Ausbildungsstätten.

 

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