AHNSBECK. Am Sonntag dem 11.11.2018, fand in der Gemeindebücherei Ahnsbeck im Rahmen der Veranstaltungsreihe des Literaturcafés ein Vortrag zur Regionalgeschichte statt. Den ca. 45 erschienenen Zuhörern erläuterte der Heimatforscher Hendrik Altmann die Zusammenhänge und Ereignisse der letzten Kriegstage im April 1945 im Raum Celle.

„Ahnsbeck kam in jenen Tagen besondere Bedeutung zu. Am 14. April 1945 – als die US Truppen die Gegend eigentlich bereits besetzt hatten – kam es bei dem Ort zu einem schweren Panzergefecht. Eine Kampfgruppe der 5. SS-Panzerdivision (Wiking) war in diesen letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges vom schnellen Vormarsch der alliierten Truppen überrollt worden und operierte notgedrungen hinter den feindlichen Linien. Am 13. April 1945 hatten sich die deutschen Einheiten der fast sicheren Gefangennahme bei Bockelskamp entzogen –  mit ihren schweren Panzern vom Typ Jagdpanther durchquerten sie die Aller nördlich des Dorfes.

Am Vormittag des Folgetages verließ die Kampfgruppe die Flächen der Allerheide zwischen Oppershausen und Lachendorf in nordöstliche Richtung. Der weitere Vormarsch musste an Ahnsbeck vorbei führen –  jedoch war der Ort bereits Tags zuvor durch US Einheiten des 771. Tank Destroyer Bataillon besetzt worden. Zwischen Lachendorf und Ahnsbeck entwickelte sich ein Gefecht, bei dem amerikanische Fahrzeuge und Panzer zerschossen wurden. Auch Panzer der Kampfgruppe „Wiking“ wurden getroffen – ein ausgebrannter „Jagdpanther“ stand noch einige Zeit nach Kriegsende zwischen Bunkenburg und Ahnsbeck. Verwundete deutsche Soldaten wurden im behelfsmäßig eingerichteten Lazarett in der Gastwirtschaft ‚Röwer‘ versorgt wie die Lachendorfer Schulchronik berichtet. In Ahnsbeck kam eine Frau zu Tode – mehrere amerikanische Soldaten wurden bei dem unerwarteten Angriff verwundet bzw. getötet. Nach dem Gefecht erreichte die Kampfgruppe ‚Wiking‘ noch den Raum Wittingen und löste sich dort auf. In kleinen Gruppen gelangten die Soldaten noch bis an die Elbe, wo sie schließlich in Gefangenschaft gingen“, berichtete Altmann.

Er hat die Zusammenhänge für sein Buch „Die letzten Kriegstage“ umfassend recherchiert. Bei verschiedenen Vortragsveranstaltungen kamen jedoch immer wieder neue Informationen und Details ans Tageslicht – so auch am vergangenen Sonntag in Ahnsbeck. Einige Zuhörer erinnerten sich noch an die Ereignisse der letzten Kriegstage, in denen Ahnsbeck unfreiwillig zum Gefechtsplatz wurde. Aufgrund missverständlicher Ortsbezeichnungen in den Militärberichten sei man lange davon ausgegangen, dass sich das besagte Gefecht bei Hohne zugetragen habe, so Altmann. Vergebens habe man die letzten beiden Panzer der Kampfgruppe „Wiking“ als im Hahnenmoor bei Müden versenkt vermutet. Nicht zuletzt durch die zahlreichen Ergänzungen seitens der Zuhörer am vergangenen Sonntag konnte der tatsächliche Ablauf des Geschehens weiter rekonstruiert werden. Über weitere Hinweise an found-places@live.de freut Altmann sich stets, denn es werde immer schwieriger heute noch Zeitzeugen zu finden, die von den einstigen Geschehnissen berichten können.

Weitere Infos: http://found-places.blogspot. de/

 

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