Die norddeutschen Landeskirchen und der Krieg - Ausstellung in der Synagoge

Religion Von Redaktion | am Fr., 16.07.2021 - 18:27

CELLE. Vor allem die norddeutschen Landeskirchen ignorierten und bekämpften nach dem Krieg die Stuttgarter Schulderklärung, in der es unter anderem heißt: „Durch uns ist unendliches Leid über viele Völker und Länder gebracht worden“. Entsprechend wurde die eigene kirchliche Mitverantwortung für Holocaust und Krieg relativiert und geleugnet. Die Kirchen waren darin ein Spiegelbild der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse. Es brauchte Jahrzehnte, das Engagement kleiner kirchlicher Gruppen und einige Auseinandersetzungen, bis die Nordelbische Kirche die Schuld vor allem für den Mord an den europäischen Juden öffentlich bekannte.

Die jetzt in der Synagoge Celle eröffnete Ausstellung basiert auf der Forschungsarbeit von Dr. Stephan Linck, seit 2015 Studienleiter der Evangelischen Akademie, und ist ein Projekt der Evangelischen Akademie in Zusammenarbeit mit dem Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordkirche. Konzipiert und realisiert wurde sie von Prof. Dr. Stefanie Endlich, Monica Geyler-von Bernus und Beate Rossié – Expertinnen, die in den vergangenen Jahren bereits mit mehreren Ausstellungen zum Thema „Kirche und Nationalsozialismus“ auf sich aufmerksam gemacht haben.