Die Partei beantragt "Asphalt"-Abo für alle Ratsmitglieder

Politik Von Extern | am Do., 11.06.2020 - 20:42

CELLE. "Die Partei" im Celler Rat beantragt, dass die Stadt Celle für alle Ratsmitglieder ein Abo für die Obdachlosen-Zeitung "Asphalt" abschließt. Dazu erläutert Ratsherr Dirk Gerlach:

"Nicht nur angesichts der Covid 19-Pandemie halten wir es für notwendig, unseren Blick auch auf diejenigen zu richten, welche von all den Milliardenpaketen der Regierung am allerwenigsten profitieren: obdachlose Mitmenschen. Sicherlich ist das von uns geforderte Abonnement der Zeitschrift Asphalt für alle Ratsmitglieder noch sehr viel weniger als der berühmte 'Tropfen auf den heißen Asphalt', doch geht es hier nicht allein um die finanzielle Aufmerksamkeit, mit welchem wir diesem Thema begegnen müssen. Vielmehr ist es so, dass Obdachlosigkeit in den Medien recht wenig präsent ist und somit auch auf die Entscheidungsprozesse der PolitikerInnen wenig Einfluss nimmt.

Auch ist dieser Antrag nicht dahingehend zu interpretieren, dass man sich, im Falle seiner Bewilligung, von sämtlichen Sorgen und Nöten obdachlos gewordenen Menschen freisprechen kann. Das Engagement der Stadt Celle sollte unbedingt spürbar hierüber hinaus gehen. Selbstverständlich sollen nun zukünftig nicht für jedes Problem (z.B. den Klimawandel) die Mitglieder*innen des Rats mit jeweils einer gesonderten Zeitschrift (im Falle des Klimawandels z.B. der Greenpeace-Zeitschrift) versorgt werden. Anders als der omnipräsente Klimawandel jedoch, findet Obdachlosigkeit versteckt und nahezu unbemerkt in unserer unmittelbaren Umgebung ebenso statt, was nicht heißt, dass diesem Thema hierdurch bedingt eine geringere Aufmerksamkeit gegenüber aufgebracht werden muss.

Die Möglichkeit, monatlich die Zeitschrift Asphalt zu lesen, soll hierbei politische EntscheidungsträgerInnen unterstützen. So die Zeitschrift Asphalt zusammen mit der übrigen Ratspost an die Ratsfrauen und -herren ausgehändigt wird, findet eine dauerhafte Sensibilisierung für dieses Thema statt, welche hoffentlich langfristig auch dafür sorgt, dass diesen Mitbürger*innen eine höhere Aufmerksamkeit widerfährt. Selbstverständlich kann sich auch jedes Ratsmitglied jederzeit bei einem der StraßenhändlerInnen selbst die Zeitschrift Asphalt besorgen, doch ist eher davon auszugehen, dass dies nicht geschieht, zumindest nur bei wenigen."

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