"Die Partei" begrüßt Absage der Mahnwache "Fridays gegen Altersarmut"

Politik Von Extern | am Do., 23.01.2020 - 16:12

CELLE. Ratsmitglied Dirk Gerlach (Die Partei) informiert über eine in Celle geplante und mittlerweile abgesagte Veranstaltung von "Fridays gegen Altersarmut" wie folgt:

"Am 24.01. plante die Organisation 'Fridays gegen Altersarmut' eine Mahnwache vor dem Alten Rathaus in Celle. Der Veranstalter hat die Mahnwache aufgrund eines Presseartikels der Celleschen Zeitung abgesagt, der diese Organisation mit der rechten Szene in Verbindung setzt. Die Partei begrüßt diese einsichtige Entscheidung des ehemaligen Veranstalters mit höchstem Respekt und hofft, dass sich für Folgeveranstaltungen dieser Organisation in Celle keine sogenannten 'Nachahmer*innen' finden. Dies insbesondere, da nunmehr auch in der Öffentlichkeit angekommen sein dürfte, dass diese Bewegung keinesfalls als politisch neutral gilt, obwohl sie dies im Internet immerzu versichert (Entsprechende Links hierzu am Ende dieser Erklärung).

Die Partei Celle hat für dieses Datum zu einer Gegenmahnwache aufgerufen, welche den Slogan "Altersarmut for Future" trägt. Mit dieser Botschaft möchten wir auf den Generationenkonflikt aufmerksam machen, der nunmehr zwischen den Bewegungen Fridays gegen Altersarmut und Fridays for Future offen zutage tritt.

Selbstverständlich ist auch Die Partei Celle gegen Altersarmut - jeder normale Mensch ist das. Genau das macht den Eintritt in eine solche Bewegung auch für viele so einfach. Leider wird dabei viel zu wenig hinterfragt. Ohne je eine eigene böse Absicht verfolgt zu haben, landet man hierbei im Schleppnetz rechter Akteure (wie auch der Veranstalter auf dem Facebook-Account der Celler Mahnwache einräumt), die einen in den entsprechenden Foren mit gezielten Falschmeldungen versuchen, gegen andere Zielgruppen auszuspielen.

Zwei Beispiele: Gerne finden sich auf der Timeline der beteiligten Akteure Zitate wieder, welche die Kosten der Zuwanderung für die Rentenmisere verantwortlich machen. Falsch! Das Rentenproblem existierte schon lange vor 2015. Weiterhin sind die Rentenkassen nie zur Finanzierung der Migrationshilfe angerührt worden.
Ziel: Man will hierbei Rentner versus Migranten in Stellung bringen

Auch werden die Kosten für mehr Klimaneutralität und sog "Grüne Energien" in die Pflicht genommen, dass die Gelder für das Alter nicht da sind. Falsch! Auch das Klimaproblem wurde bereits lange vor Fridays for Future angegangen und ebenso nie durch die Rentenkassen finanziert. Ziel: Ausspielung der Rentner vs. der FFF-Bewegung.

Gerade im letzten Beispiel spielt sogar die Namensgebung Fridays gegen Altersarmut eine tragende Rolle, die sich als nichts anderes interpretieren lässt, als einen Affront gegenüber der Bewegung Fridays for Future. Es sei denn man unterstellt dem Namensgeber (Herrn Heinz Madsen) eine Form der Einfältigkeit, die es ihm nicht ermöglichte, sich einen schlaueren Namen einfallen zu lassen, oder aber, er wollte einfach nur auf einen fahrenden Zug aufspringen (was ihm letzten Endes auch gelungen zu sein scheint). 

Ein wesentlicher Aspekt wird jedoch bei all diesen Dingen nicht hinterfragt: Bei allem gebührenden Respekt vor all denen, die ernsthaft von Altersarmut bedroht sind, ist die Frage gerichtet: Warum erst jetzt?

Wo waren all diejenigen, die sich heute auf die Straße gegen Altersarmut einsetzen in den letzten 50 Jahren?
Der Geburtenknick kündigte diese Entwicklung bereits Anfang der 1970'er Jahre an. Ist es die Freizeit, die man jetzt erst als Rentner genießt? Oder hat aus purer Bequemlichkeit es die Jahre davor einfach verschlafen zu demonstrieren - frei nach dem Motto 'So schlimm wird es schon nicht werden?'

Ein unbekannter Philosoph brachte es einmal mit dem Satz: 'Wer in der Demokratie schläft, wacht in der Diktatur auf' genau auf den Punkt. Sich also jetzt hinzustellen und darüber zu klagen, dass die Rente für das eigene Überleben in dieser Gesellschaft nicht reicht, ist sicherlich richtig und nötig, doch muss ebenso nach seiner Sinnhaftigkeit hinterfragt werden. Niemand der Senior*innen die sich gegen Altersarmut einsetzen ist hierbei frei von der eigenen Verantwortung, denn man hat diese Entwicklung kommen sehen. Die Schuld einfach auf die Politik zu schieben ist genau jene "Einfachheit der Dinge" mit denen man rechter Manipulation auf dem Leim geht. Erst wer sich selbst bereit ist verantwortungsvoll zu hinterfragen, kann sich auch gegen Altersarmut engagieren. Dazu benötigt er/sie allerdings eine Bewegung wie FgA am allerwenigsten, denn diese legt keinen Wert auf eine kritische Selbstanalyse!


Gleiche Voraussetzungen gelten übrigens heutzutage für die Klimabewegung - doch im Unterschied dazu stehen die Jugendlichen jetzt endlich auf und wehren sich. Es bleibt hierbei die Hoffnung, dass es nicht bereits zu spät ist! Unser Slogan "Altersarmut for Future" soll damit auch die Älteren daran erinnern, dass ihre Rente mehr verknüpft ist mit einer erstarkten Jugend-/ und Umweltbewegung anstatt mit einer rückwärtsgerichteten Protestorganisation, die nur um ihrer selbst willen existiert und als Schleppnetz für rechte Provokateure dient."

https://www.volksverpetzer.de/hintergrund/fridays-for-altersarmut/

https://www.fr.de/politik/fridays-gegen-altersarmut-heinrich-madsen-rechts-unterwandert-13431675.html 

http://www.omasgegenrechts.de/vorsicht-bei-fridays-gegen-altersarmut/ 

https://krautreporter.de/3173-fridays-gegen-altersarmut-will-gegen-geringe-renten-demonstrieren-und-betreibt-das-geschaft-der-rechten