Die Partei warnt vor "Fridays gegen Altersarmut": "Rechte Gruppen wollen breite Masse formieren"

Politik Von Extern | am Fr., 17.01.2020 - 18:08

CELLE. Dirk Gerlach, Ratsmitglied für "Die Partei", schreibt in einer Pressemitteilung über "Fridays gegen Altersarmut":

"Am 24.01.2020 plant eine sich auf Facebook  zusammengefundene Organisation mit dem Namen 'Fridays gegen Altersarmut' eine Mahnwache vor dem Alten Rathaus. Wir möchten dies zum Anlass nehmen, potentielle Interessent*innen von der Teilnahme an diese Mahnwache abzuraten.

Unsere Begründung: Grundsätzlich dürfte sich im gesamten Parteienspektrum keine Partei explizit 'für Altersarmut' aussprechen. Die Kernaussage steht daher kaum in Frage. Vielmehr ist es so, dass rechte Organisationen (NPD, Die Rechte, Identitäre, AfD, der 3.Weg u.a) mit diesem Thema 'Stimmung' machen wollen bzw. den Vorwand 'gegen Altersarmut' zu sein nutzen, um hierüber eine breite Masse zu formieren, die dann für ganz andere Zwecke medial missbraucht werden kann. Ähnliche Vorgehensweisen kennt man bereits aus sozialen Netzwerken z.B. 'gegen Kinderschändung' (auch hier: es gibt niemanden, der sich 'für Kinderschändungen' ausspricht - somit ist das Zielgruppenpotential erheblich).

Auch der Name 'Fridays gegen Altersarmut' ist bereits eine Provokation, da sie basierend auf der Jugendorganisation 'Fridays for Future' einen sog. Generationenkonflikt schon im Namen mit sich trägt (man erinnert sich in diesem Zusammenhang auch gerne an das Lied 'Meine Oma ist 'ne alte Umweltsau!').

Die Unterwanderung solcher Strukturen von rechts wird gezielt benutzt, um spezielle Zielgruppen gegeneinander auszuspielen. Neben dem bereits erwähnten Generationenkonflikt werden auch in den entsprechenden Foren gerne Inhalte geteilt à la '...die Flüchtlinge bekommen alles, aber der deutsche Rentner kriegt nix...' - dabei spielt es keinerlei Rolle, ob das eine mit dem anderen überhaupt irgendetwas miteinander zu tun hat. Altersarmut ist nicht erst seit 2015 ein Problem, sondern man erkannte schon aufgrund des Geburtenknicks früh genug diese Entwicklung.

Dass man hiergegen jedoch in der Politik jahrzehntelang untätig war, mag sicherlich ein Grund sein, dagegen aufzubegehren. Keinesfalls darf dies jedoch dazu verwendet werden, die angesprochene Zielgruppe für Zwecke zu instrumentalisieren, die weder in ihrem Interesse, noch in ihrer politischen Überzeugung stehen.

An unsere älteren Mitbürger*innen senden wir daher den Appell: meiden sie diese Veranstaltung! Sie dient nicht ihren Interessen, sondern denen von Leuten, die sich am allerwenigsten um ihre Altersrente kümmern."