CELLE. „Les poissons ne manques pas dans l’eau.“ Frei übersetzt: Es gibt viel Fische im Wasser. Heute und morgen. So ungefähr klingt ein Sprichwort aus dem Benin, erklärt Tôkpéou Gbaguidi. Seine Ausstellung, mit der die Sommerpause im atelier 22 seit vergangener Woche beendet ist, nennt er „Les peuples de demain“ – „Die Völker von morgen“: eine Welt mit vielen unterschiedlichen Völkern, verschiedenen Kulturen und Sprachen, die nach Einheit und Gemeinsamkeiten sucht.

Gbaguidi, in Porto Novo im Benin geboren, lebt seit ein paar Jahren mit seiner Familie in Oldau, schöpft einen Großteil seiner kreativen Inspirationen dennoch aus intensiven Aufenthalten in seinem Heimatland und ist längst kein Unbekannter mehr. Im atelier 22 präsentiert er – seit über zwei Jahren Mitglied im gleichnamigen Verein und inzwischen auch Künstler des BBK Celle – nicht zum ersten Mal die aktuellen Ergebnisse seiner künstlerischen Arbeit.

Obwohl in jedem seiner Werke Symbole und Zeichen alter beninischer Kunst zu erkennen sind, möchte er sich selbst nicht vorrangig als afrikanischen Künstler sehen, sondern als Weltkünstler. Als ein Künstler, der sich mit den „sozio-politischen Umwälzungen in der Welt“ kritisch auseinandersetzt. Ungerechtigkeit und Ungleichheit, Sehnsucht nach Stabilität und Ausgleich, Gemeinsamkeiten in der globalen Diversität und vor allem und immer wieder Zuversicht und Hoffnung, das sind die Themen, die ihn bewegen und die er künstlerisch umsetzt. Leuchtend bunte neben matten Erdfarben in immer abstrakter werdenden großformatigen Bildkompositionen, ergänzt durch Zeichen der Nsibidi-Bilderschrift aus dem Osten Nigerias und Elementen der Zahlensymbolik. Skulpturen aus Teilen ehemaliger Holzstühle, die Geschichten erzählen von Menschen und selbst so viel Menschliches haben, Arme, Beine, Köpfe, Masken mit Augen und Mündern, die zu uns sprechen und schreien. Und eine raumfüllende Installation, die auf sehr eigene Weise die Migration und Flucht unzähliger Menschen thematisiert.

Der Mensch sei für den Tod geboren – und auch für das Leben, lautet ein Schlüsselsatz der westafrikanischen Kultur. Die Ausstellung „Die Völker von morgen“ zeigt vor allem das Leben.

Die Ausstellung ist bis zum 17. September im „atelier22“ zu sehen. Die Vernissage mit musikalischer Begleitung durch Martina und Peter Missler findet am Samstag, den 19. August um 16 Uhr statt. Tôkpéou Gbaguidi ist anwesend.

KunstWerk Celle,„atelier22“ e.V., Hattendorffstr. 13, 29225 Celle
Öffnungszeiten: Do bis So 14 – 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)
Tel. 05141-9937222

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