HANNOVER. Smart farming, precision farming, smart rural regions sind Begriffe, die angeblich im landwirtschaftlichen Bereich in aller Munde sind. Doch ist das wirklich so? Wie kann sichergestellt werden, dass auch kleine und mittlere Betriebe die Digitalisierung ihres Betriebes umsetzen können, um somit wettbewerbsfähig zu bleiben? Das und noch vieles mehr wurde auf der vlf-Jahrestagung, zu der der Bundesverband Landwirtschaftlicher Fachbildung e.V. nach Goslar eingeladen hatte, thematisiert und diskutiert.

Fachliche Bildung ist eine der Schlüsselqualifikationen in der Arbeitswelt – auch in der Landwirtschaft. „Die Digitalisierung der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse wird nicht abnehmen. Zukünftig kann mittels vermehrtem Computereinsatz nicht nur eine klima- und ressourcenschonende Landwirtschaft betrieben werden, auch beim Tierwohl unterstützen intelligente, digitale Systeme die Haltungsverfahren. Es ist daher wichtig, dass unseren Auszubildenden sowohl in den Berufsschulen als auch in der landwirtschaftlichen praktischen Ausbildung und auch unseren zukunftsorientierten Landwirten das nötige Wissen rund um die Digitalisierung der Landwirtschaft vermittelt wird“, erklärt Jörn Ehlers, Vorsitzender des Bildungsausschusses und Vize-Präsident des Landvolks Niedersachsen.

Wie wichtig die berufliche Qualifizierung der Fachkräfte und eine qualitativ hochwertige Ausbildung gerade auch im harten nationalen und internationalen Wettbewerb seien, darauf verwies Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke in seinem Grußwort. Gemeinsam mit dem Bauernverband setze sich das Landvolk Niedersachsen vehement für eine praxisnahe berufliche Ausbildung ein. So wurde zum Beispiel auf Bundesebene ein feedback-Bogen entwickelt, um die Qualität der landwirtschaftlichen, dualen Ausbildung messen zu können. Schulte to Brinke dankte den Vertretern der Bundes- und Landesverbände Landwirtschaftlicher Fachbildung für die Beiträge zur Mitgestaltung der beruflichen Bildung im Agrarbereich, wie Weiterbildungsangebote oder Positionspapiere zu bildungspolitischen Themen.

Das Landvolk Niedersachsen vertritt in berufsständischen Organisationen auf Landes- und Bundesebene vor allem agrarpolitische und gesetzgebende Belange. „Doch auch das komplexe Thema Bildungsarbeit muss zukünftig dauerhafter und intensiver betrachtet und gestaltet werden, was eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen und Ausdauer erfordert“, forderte Landvolk-Präsident Schulte to Brinke.

Der Bundesverband landwirtschaftlicher Fachbildung hat 13 Mitgliedsverbände mit über 200.000 Mitgliedern und ist flächendeckend in Deutschland vertreten. Er ist Ansprechpartner für die berufsständischen Verbände im Agrarbereich und vertritt deren bildungspolitische Forderungen.

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