Dirk Gerlach kritisiert AfD: "Fundamentalbesorgnis ohne Berücksichtigung der Faktenlage"

Politik Von Extern | am Di., 12.11.2019 - 17:35

CELLE. Zur heutigen Berichterstattung über eine Mitteilung der AfD-Ratsfraktion zum Thema Reisen von Asylbewerbern in ihr Heimatland, nimmt Ratsherr Dirk Gerlach (Die Partei) wie folgt Stellung: "Die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der AfD (AN/0264/19-1 v. 23.08.2019) nutzte das Hasseinpeitschergespann Pillibeit/Trenkenschu im Vorfeld der Sitzung der Zuwanderungsagentur am 14.11. aus, um in gewohnter Manier Fundamentalbesorgnis zu heucheln, ohne die eigentliche Faktenlage hierbei zu berücksichtigen (Artikel bei CELLE HEUTE v. 12.11.2016 "Erosion des Rechtsstaats wohl beabsichtigt". Ungeachtet der gesamten fachlichen Fehleinschätzung dieser beiden "Politiker", sind folgende Sachverhalte festzustellen: 

1. Wenn jemand in das Land, aus dem er geflüchtet ist eine Reise macht, ist wesentlich zu berücksichtigen, ob die/derjenige dort vom Regime verfolgt wird, oder "nur" von einer Organisation (z.B. IS). Da letztere einige Gebiete zeitweise beherrschen und dann wieder nicht, ist es sehr wohl möglich, dass Asylbewerber dorthin für kurze Aufenthalte zurückkehren. Wie die Fälle übrigens auch belegen, waren es ausschließlich Iraker, was genau für diese These spricht. In Afghanistan verhält es sich z.B. genauso, in Syrien dagegen nicht. Die Betitelung "Urlaub" ist in diesem Falle zudem völlig unangemessen. 

2. Steht es insbesondere einem Herrn Pillibeit und noch viel weniger einem Herrn Trenkenschu zu (letzterer, da er sogar einen eigenen Migrationshintergrund vorzuweisen hat), sich ein Urteil darüber anzumaßen, wer hier in diesem Land schutzbedürftig ist und wer nicht. Ob Herkunftsländer "sicher" sind oder nicht, sagt überhaupt nichts darüber aus, ob denn die hierhin geflohenen Personen dort auch sicher sind. Dies entscheiden Gott sei Dank Behörden/Gerichte, die sich damit auskennen. Ferner ist es nicht die Schuld auch nur irgendeines Asylbewerbers, dass sich sozial schlechter gestellte Personengruppen keinen Eintritt in den Zoo o.ä. leisten können. Dies war bereits vor der Flüchtlingswelle 2015 eine Verfehlung der Agenda 2010 u.v.a. Faktoren. Folgt man dem Bundesprogramm der AfD wäre es diesen in Zukunft sogar noch unmöglicher, diese Besuche auszuüben, da die AfD nämlich vorzugsweise die Mittel-/ bzw. Oberschicht mit ihrem Programm bedient, während sie schlechter gestellte Gruppen nur mit der Rassismusangel ködert. 

3. Haben die Herren es in der AfD immer noch nicht geschafft den Unterschied zwischen der "Hohen Wende" und der ZAS zu begreifen. Der Zooausflug war eine Aktion für Asylbewerber bzw. anerkannte Asylanten und somit ein Angebot der Zuwanderungsagentur. Die daran teilnehmenden Mitbürger*innen leben bereits seit einigen Jahren in Celle und zahlen wohlgemerkt dort auch Steuern! 

4. Sollte die AfD bitte auch ihre eigenen Mitarbeiter einer solchen "Prüfung" unterziehen. Der für den MdB Markus Frohmeier arbeitende Syrer Kevork Almasian reist selber oft genug in seine syrische Heimat und mutet es dem deutschen Steuerzahler zu, auch wieder zurückzukehren. Zu guter Letzt: Was will man von einer Partei erwarten, die in ihrer Mitte (nein, nicht an ihrem rechten Rand!) einen Faschisten hofiert: genau faschistisches Gedankengut!"