HANNOVER. Der Verband Niedersächsischer Lehrkräfte – VNL/VDR schlägt angesichts der gereizten Diskussionen über die Umsetzung der Inklusion vor, dass sich Regierungs- und Oppositionsfraktionen endlich zusammensetzen und gemeinsam einen Plan für das weitere Vorgehen erarbeiten. „Inklusion darf nicht als Wahlkampfthema missbraucht werden. Es geht um Menschen mit und ohne Handicap und nicht um Ideologien. Es muss auch weiterhin möglich sein, dass über Inklusion konträr diskutiert werden darf, ohne gleich in eine bestimmte Ecke gestellt zu werden. Ein solches Vorgehen steht der Umsetzung einer gelingenden Inklusion nur im Wege“, so der VNL/VDR-Landesvorsitzende Manfred Busch mit Blick auf die heutigen Debatten im Landtag.

Grundsätzlich sollten Schülerinnen und Schüler mit dem Förderbedarf Lernen aus Sicht des VNL/VNR so wenig wie nötig eine entsprechende Förderschule besuchen. Aber die bisherige Praxis habe gezeigt, dass es immer wieder Schülerinnen und Schüler mit einer Lernschwäche gebe, die sich in kleineren Lerngruppen besser gefördert fühlten als in den recht großen Lerngruppen an den Regelschulen im Sekundarbereich I, insbesondere bei deren derzeitig schlechten personellen Ausstattung. Über die Möglichkeit, aus diesem Grund punktuell Förderschulen mit dem Schwerpunkt Lernen bestehen lassen zu können, sollte nach Meinung des VNL/VDR ernsthaft ohne ideologische Scheuklappen ergebnisoffen diskutiert werden.

„Wir werden erst dann am Ziel sein, wenn Inklusion so selbstverständlich ist, dass wir nicht mehr darüber diskutieren. Der Prozess dorthin wird noch viel Zeit brauchen, wird sich aber am Ende für alle lohnen. Bis dahin sollte nicht aus ideologischen Gründen gestritten werden, sondern konstruktiv zusammengearbeitet werden“, appelliert Busch abschließend.

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