Düngeverordnung: Landwirte wehren sich gegen Vorwurf der Blockadehaltung

Wirtschaft Von Redaktion | am Do., 11.04.2019 - 12:30

HANNOVER. Bäuerinnen und Bauern sowie junge Landwirtinnen und Landwirte seien gemeinsam auf dem Weg, die Düngeverordnung umzusetzen. Daraus weist der Landvolk-Pressedienst hin. „Wir alle sehen es als unsere Aufgabe und auch als unser Berufsverständnis an, Gewässerschutz zu betreiben. Wir wissen sehr wohl, dass es hier um die Grundlagen des Lebens geht, wie Bundeslandwirtschaftsministe-rin Julia Klöckner immer gerne betont, denn wir arbeiten mit und für die Natur. Wir sorgen für die Grundlagen des Lebens“,  sagt Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke und betont, es gebe keine Blockadehaltung in der Landwirtschaft gegenüber Neuerungen.

Die erst 2017 geänderte Düngeverordnung werde konsequent von den Landwirten umgesetzt, „positive Veränderungen registrieren wir bereits“ ergänzt der Landvolkpräsident. So sei der Mineraldüngereinkauf um mehr als 23 Prozent verringert worden, Tierhalter hätten ihre Viehbestände reduziert. „Zusammen mit innovativen Ausbringungstechniken sind das Maßnahmen, die dazu beitragen, eine Trendumkehr bei den kritischen Messstellen zu erreichen. Wir haben in Niedersachsen Trinkwasser mit 5,2 Milligramm Nitrat je Liter ohne Aufbereitung“, zeigt Schulte to Brinke auf. Um diesen "hervorragenden" Wert zu halten, fordert er gezielte Maßnahmen an belasteten Grundwassermessstellen statt flächendeckender Düngeverbote.

Diese Forderung haben er und die Präsidenten weiterer Landesbauernverbände vor mehr als 6.000 Landwirten, Bäuerinnen und Bauern, Tierhaltern und vielen Menschen, die im Agrarsektor arbeiten, am Donnerstag auf einer Kundgebung in Münster betont. Sie alle haben ihren Unmut über die erneute Verschärfung der Düngeverordnung auf dem Domplatz kundgetan.

Niedersachsens Landwirte seien bereit, Verbesserungsvorschläge umzusetzen, doch eine Verschärfung der Düngeverordnung mit einer pauschalen Reduzierung der Düngung um 20 Prozent sei fachlich nicht haltbar und führe zu Mangelernährung der Pflanzen. „Die Kooperation von Landwirtschaft und Wasserwirtschaftsverbänden hat sich in der Praxis bewährt, und wir werden weiter gemeinsam an Verbesserungen arbeiten. Begleitende Förderprogramme für innovative Techniken und gewässerschützende Landbewirtschaftung können für die Landwirtschaft hilfreich sein, aber sinnvoll wäre es, die 2017 beschlossene Düngeverordnung erst einmal wirken zu lassen“, erklärt Schulte to Brinke abschließend. Ein Blick in die Nachbarländer zeige, dass es einst dramatische Einschnitte in den Niederlanden und Dänemark gegeben habe. Doch aufgrund einer gegenüber Niedersachsen deutlich intensiveren Tierhaltung mit 300 Prozent mehr Tieren pro Hektar in den Niederlanden und 130 Prozent mehr in Dänemark, bezeichnet er diesen Vergleich als „hinkend“.